Stimulus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stimulus · Nominativ Plural: Stimuli
Aussprache
WorttrennungSti-mu-lus
HerkunftLatein
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben Anregung, Anreiz, Antrieb
Beispiele:
die richtige Anwendung ökonomischer, materieller, moralischer Stimuli bei der Durchführung des Wettbewerbs
Die Einstellung zur Arbeit, der Stimulus zur Arbeit sind ein äußerst wichtiger Gradmesser der sozialen Reife der Gesellschaft und der Persönlichkeit [Einheit1972]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stimulieren · Stimulans · Stimulus
stimulieren Vb. ‘anstacheln, antreiben, anregen, ermuntern’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. stimulāre ‘(mit dem Stachel) antreiben, quälen, anspornen, anstacheln, anregen’; zu lat. stimulus ‘Stachel zum Antreiben der Tiere, Sporn, Antrieb’. Stimulans n. ‘Mittel zum Anregen, Aufmuntern, Aufputschen’. Das in der Wissenschaftssprache der Medizin übliche lat. stimulantia ist der substantivierte neutrale Plural des Part. Präs. lat. stimulāns ‘anregend’, von lat. stimulāre (s. oben). Medizin.-lat. Stimulantia steht für (den Kreislauf, das Nervensystem, den Stoffwechsel oder die Potenz) ‘anregende Medikamente’, wird im 18. Jh. in dt. Texte aufgenommen und (seit dem 19. Jh.) auch im allgemeinen Sinne von ‘Reizmittel’ gebraucht. Neben pluralisches Stimulantia, Stimulantien, Stimulanzien, Stimulanzen tritt (um 1800) singularisches Stimulans bzw. Stimulanz. Daneben auch Stimulus m. ‘Beunruhigung, Anreiz, Ansporn, Anregung’, Übernahme (16. Jh.) von lat. stimulus (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Reiz · ↗Sinnesreiz  ●  Stimulus  fachspr.
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Reaktion Verarbeitung bestimmt extern fiskalisch fiskalpolitisch geldpolitisch materiell monetär moralisch visuell äußer ökonomisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stimulus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Reaktionen, die auf einen Reiz hin gelernt wurden, zeigten danach die Tendenz, auch durch ähnliche Stimuli ausgelöst zu werden.
Foppa, Klaus: Lernen, Gedächtnis, Verhalten, Köln u. a.: Kiepenheuer & Witsch 1965, S. 270
Da alle Personen von dem Stimulus in gleicher Weise betroffen sind, ist es plausibel, den Stimulus als Ursache für diese Effekte anzusehen.
Bierhoff, Hans Werner: Attribution. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 306
Die Werbung wie auch die Massenmedien vereinnahmten sexuelle Stimuli für ihre Verkaufszwecke.
konkret, 1985
Fraglich ist, ob sich die Ökonomie von den kurzfristigen Stimuli befreien kann und von selbst wächst.
Die Welt, 22.09.2003
Es fehlt jeglicher Anreiz zu arbeiten, die materiellen Stimuli greifen nicht.
Die Zeit, 21.09.1990, Nr. 39
Zitationshilfe
„Stimulus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Stimulus>, abgerufen am 14.11.2019.

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