Stigma, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Stigmas · Nominativ Plural: Stigmata/Stigmen
Aussprache
WorttrennungStig-ma
HerkunftGriechisch
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
gehoben charakteristisches Merkmal, das eine Person oder Sache von anderen unterscheidet, Kennzeichen
Beispiele:
das Stigma einer Krankheit, des Verfalls
mehr hab' ich nicht zu bieten: / nur das Stigma der Vogelfreien [HochhuthStellvertreterI 3]
2.
Religion Wundmal Christi; Wundmal eines Stigmatisierten
3.
historisch Brandmal, das Sklaven im Altertum bei schweren Vergehen aufgebrannt wurde
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stigma · stigmatisieren · stigmatisiert
Stigma n. ‘Merkmal, (entehrendes) Kennzeichen, Wundmal’. Lat. stigma, hervorgegangen aus griech. stígma (στίγμα) ‘Stich, Brandmal, Malzeichen, Kennzeichen’, zu griech. stízein (στίζειν) ‘stechen, punkten, tätowieren, brandmarken’ (verwandt mit ↗stechen und ↗Stich, s. d.), wird Anfang des 17. Jhs. in seinen Bedeutungen ‘den Sklaven und Verbrechern zur Beschimpfung eingebranntes Zeichen, Brandmal’ und (mlat.) ‘eins der fünf Wundmale Christi’ ins Dt. übernommen. Seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. begegnet übertragener Gebrauch ‘Kennzeichen, Merkmal, Schandmal’, in der Medizin ‘Krankheitsanzeichen’ (1. Hälfte 19. Jh.). Früher bezeugt ist stigmatisieren Vb. ‘brandmarken, mit den fünf Wundmalen Christi zeichnen’ (16. Jh.), (aus kultischen bzw. rituellen Gründen) ‘Wundmale, Narben beibringen’ (18. Jh.), übertragen ‘(kenn)zeichnen, verleumden’ (19. Jh.), mlat. stigmatizare ‘mit den Wundmalen Christi zeichnen’, griech. stigmatízein (στιγματίζειν) ‘punktieren, brandmarken’, spätlat. stigmāre ‘brandmarken’. stigmatisiert Part.adj. ‘mit Wundmalen versehen’ (16. Jh.), auf Grund religiöser Ergriffenheit ‘mit Wundmalen wie der gekreuzigte Christus behaftet’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kennzeichen · ↗Merkmal · Stigma · ↗Zeichen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Armut Außenseiter Betrüger Diskriminierung Homosexualität Stirn Unberührbare Verlierer Verräter Versager abschütteln abstreifen anhaften anheften anhängen aufbrennen befreien behaften entgehen entkommen gesellschaftlich haften herumtragen lasten loswerden sozial tilgen tragen verbunden versehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stigma‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So tragen sie das Stigma schweigend weiter mit sich herum.
Die Welt, 07.07.2005
In der DDR gelebt zu haben, sollte nicht länger Stigma sein.
Süddeutsche Zeitung, 10.02.1999
Bei rein somatischer Betrachtungsweise sind die betroffenen Kinder mit dem Stigma der minderwertigen lymphatischen Anlage behaftet.
Schücking, Beate: Wir machen unsere Kinder krank, München: List 1971, S. 153
Was nicht verdorren will, nimmt lieber das Stigma des Unechten auf sich.
Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 196
Denn die Oberfläche trug noch immer das Stigma geschmackloser Alltäglichkeit.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1566
Zitationshilfe
„Stigma“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Stigma>, abgerufen am 19.04.2019.

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