Stiftung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stiftung · Nominativ Plural: Stiftungen
Aussprache
WorttrennungStif-tung
Wortzerlegungstiften-ung
Wortbildung mit ›Stiftung‹ als Erstglied: ↗Stiftungsfest · ↗Stiftungsforst · ↗Stiftungsgesetz · ↗Stiftungsinitiative · ↗Stiftungskapital · ↗Stiftungsprofessur · ↗Stiftungsrat · ↗Stiftungsrecht · ↗Stiftungsurkunde · ↗Stiftungsvermögen · ↗Stiftungsvorstand · ↗Stiftungswesen · ↗Stiftungszweck
 ·  mit ›Stiftung‹ als Letztglied: ↗Almosenstiftung · ↗Brandstiftung · ↗Bürgerstiftung · ↗Familienstiftung · ↗Filmstiftung · ↗Identitätsstiftung · ↗Kirchenstiftung · ↗Kulturstiftung · ↗Landesstiftung · ↗Nationalstiftung · ↗Sinnstiftung · ↗Solidaritätsstiftung · ↗Umweltstiftung · ↗Unruhestiftung
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Vermögensmasse, die nach dem Willen desjenigen, der sie zur Verfügung gestellt hat, verwaltet und verwendet wird
Beispiel:
er erhielt ein Stipendium aus einer Stiftung
2.
entsprechend der Bedeutung von stiften (Lesart 2)
Beispiele:
fromme, milde Stiftungen machen
man erkennt es schon am Versiegen des Stromes von Stiftungen und Schenkungen [HallerPapsttum2,166]
3.
Gründung
entsprechend der Bedeutung von stiften (Lesart 1)
Beispiele:
die Schule in W war ursprünglich eine geistliche Stiftung
den Tag der Stiftung feiern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stiften · anstiften · Stift2 · Stiftskirche · Stifter · Stiftung
stiften Vb. ‘einrichten, gründen, spenden, schenken’, ahd. gistiften (8. Jh.), stiften (9. Jh.), mhd. mnd. stiften ‘gründen, erbauen, einrichten, einsetzen, veranlassen, veranstalten, erfinden’, afries. stifta, aostnfrk. (unsicher) stiftōn ‘erbauen, gründen’ sowie (mit cht statt ft) aostnfrk. stihten (9. Jh.), mnd. mnl. nl. stichten. Wenn man eine (in dieser Weise nicht belegte) Grundbedeutung ‘ein Bauwerk mit Holzpfählen errichten’ (s. ↗Stift m.) voraussetzt, läßt sich das Verb an die unter ↗steif, ↗Stift m. (s. d.) genannte Wurzelform anschließen. In den frühesten Zeugnissen steht stiften im Sinne von ‘gründen’ (Gebäude, Städte, Kultstätten), dann ‘erbauen lassen, zur Verfügung stellen, schenken’ (kirchliche Gebäude, aber auch weltliche gemeinnützige Anstalten und Einrichtungen), ‘als Vermächtnis aussetzen, übereignen’ (Gegenstände, Geld); seit alters auch übertragen ‘etw. ins Werk setzen, ein Geschehen, einen Zustand herbeiführen’ (Frieden, Unruhe stiften). anstiften Vb. ‘den Anstoß geben, daß etw. geschieht, jmdn. zu etw. veranlassen’ (16. Jh.). Stift2 n. ‘mit geschenktem Vermögen und Grundbesitz gegründete und ausgestattete, vorwiegend kirchliche Einrichtung’, mhd. stift ‘Einrichtung, Gründung, geistliche Stiftung, Gotteshaus, rechtlich Festgestelltes’, mnd. sticht(e), stift(e) ‘geistliche Korporation, Stiftung, Bauwerk’, mnl. stichte, stift, nl. sticht, stift. Stiftskirche f. ‘zu einem Stift gehörende Kirche’ (16. Jh.). Stifter m. ‘Gründer, Spender, Schenker’, mhd. stifter. Stiftung f. ‘Gründung, Einsetzung, Schenkung, geschenkte Einrichtung’, mhd. stiftunge; vgl. ahd. stiftunga ‘Zurüstung’ (10. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dotierung · ↗Gabe · ↗Schenkung · Stiftung
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Geldgeschenk · ↗Schenkung · ↗Spende · Stiftung
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufarbeitung Bundesverband Denkmalschutz Direktor Errichtung Förderung Garten Generaldirektor Gründung Kuratorium Lese Organtransplantation Spende Sporthilfe Stadtmuseum Topographie Weimarer Wissenschaft benannt einbringen finanzieren franckesch fördern gegründet gemeinnützig gründen hessisch parteinah privat unterstützen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stiftung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bill Gates macht die Stiftung, soviel ich weiß, zusammen mit seiner Frau.
Die Zeit, 24.12.2006, Nr. 52
Wir verfügen in Gestalt der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit über ein hervorragendes Instrument zur Förderung des Austauschs.
Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]
Mit dem Erlöschen der Stiftung fällt das Vermögen an die in der Verfassung bestimmten Personen.
o. A.: Bürgerliches Gesetzbuch. In: Schönfelder: Deutsche Gesetze : Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts, München: Beck 1997
Nur die Stiftung ist berechtigt, die Auswertung dieser Filme zu gestatten.
o. A. [E. B.]: Murnau-Stiftung. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1987]
Es müßten also grundsätzlich alle Stiftungen auf ewige Zeit unmöglich gemacht werden.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„Stiftung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Stiftung>, abgerufen am 13.11.2019.

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