Stanze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stanze · Nominativ Plural: Stanzen
Aussprache
WorttrennungStan-ze
eWDG, 1976

Bedeutung

Literaturwissenschaft italienische Strophenform aus acht jambischen Versen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stanze1 · Gstanzl
Stanze1 f. ‘Strophe’, in der deutschen Verslehre insbesondere die achtzeilige Strophe der italienischen Ependichtung, die Oktave (ital. ottava rima) bezeichnend, ist entlehnt (18. Jh.) aus ital. stanza ‘Strophe, (gedanklich zusammengehöriger, in sich geschlossener) Abschnitt eines Gedichts, Haltepunkt’, auch ‘Zimmer, Wohnung, Aufenthaltsort’, einer Substantivbildung, die auf dem Part. Präs. lat. stāns (Genitiv stantis) von lat. stāre ‘stehen, emporstehen, stillstehen, verharren, sich aufhalten’ (mlat. ital. stare auch ‘wohnen’) beruht; vgl. mlat. stantia ‘Zimmer, Wohnung’. Der Ausdruck ist volkstümlich geworden in bair.-öst. Gstanzl n. ‘Lied, Couplet’.

Stanze2 · stanzen
Stanze2 f. ‘Prägestempel, Ausschneidewerkzeug, -maschine’ (18. Jh.), wohl gebildet zu mundartlichem (südd.) stanzen ‘wegstoßen’, mit Umlaut (südd. md. nd.) stenzen ‘stoßen, schlagen, forttreiben, -jagen’; weitere Herkunft unbekannt. Vielleicht aus *stangezen, zu ahd. (8. Jh.), mhd. stungen ‘stechen, stoßen, antreiben’ (s. ↗Stange)? Vom technischen Begriff Stanze erfolgt die Ableitung stanzen Vb. ‘Formstücke, Löcher ausschneiden (durch Schlagen oder Pressen), etw. auf, in ein Material prägen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Moskito · ↗Mücke · ↗Stechmücke  ●  ↗Gelse  österr. · ↗Schnake  schweiz., bair. · Stanze  schweiz., bair. · Staunse  schweiz., bair.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fresko Presse Vatikan achtzeilig vatikanisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stanze‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Arbeiter legen die Bleche noch mit Hand in die Stanze.
Die Zeit, 29.11.1996, Nr. 49
Da sitzt ein Mann, dessen Augenlider für immer geschlossen sind, an einer schweren Stanze.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 13.03.1918
Doch fehlen auch nicht, von Raffaels Stanzen inspirierte, große allegorische Kompositionen.
o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 17320
Der größte Autohersteller Japans versuche deshalb beim Stanzen der Stahlbleche möglichst wenig Abfall zu produzieren.
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2004
Raffaels malerische Entwicklung während seiner Arbeit in den Stanzen des Vatikan ist fast das einzige übersichtliche Beispiel.
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 347
Zitationshilfe
„Stanze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Stanze#1>, abgerufen am 17.10.2019.

Weitere Informationen …

Stanze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stanze · Nominativ Plural: Stanzen
Aussprache
WorttrennungStan-ze
eWDG, 1976

Bedeutung

fachsprachlich Stempel aus Metall zum Prägen; Maschine zum Stanzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stanze1 · Gstanzl
Stanze1 f. ‘Strophe’, in der deutschen Verslehre insbesondere die achtzeilige Strophe der italienischen Ependichtung, die Oktave (ital. ottava rima) bezeichnend, ist entlehnt (18. Jh.) aus ital. stanza ‘Strophe, (gedanklich zusammengehöriger, in sich geschlossener) Abschnitt eines Gedichts, Haltepunkt’, auch ‘Zimmer, Wohnung, Aufenthaltsort’, einer Substantivbildung, die auf dem Part. Präs. lat. stāns (Genitiv stantis) von lat. stāre ‘stehen, emporstehen, stillstehen, verharren, sich aufhalten’ (mlat. ital. stare auch ‘wohnen’) beruht; vgl. mlat. stantia ‘Zimmer, Wohnung’. Der Ausdruck ist volkstümlich geworden in bair.-öst. Gstanzl n. ‘Lied, Couplet’.

Stanze2 · stanzen
Stanze2 f. ‘Prägestempel, Ausschneidewerkzeug, -maschine’ (18. Jh.), wohl gebildet zu mundartlichem (südd.) stanzen ‘wegstoßen’, mit Umlaut (südd. md. nd.) stenzen ‘stoßen, schlagen, forttreiben, -jagen’; weitere Herkunft unbekannt. Vielleicht aus *stangezen, zu ahd. (8. Jh.), mhd. stungen ‘stechen, stoßen, antreiben’ (s. ↗Stange)? Vom technischen Begriff Stanze erfolgt die Ableitung stanzen Vb. ‘Formstücke, Löcher ausschneiden (durch Schlagen oder Pressen), etw. auf, in ein Material prägen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Moskito · ↗Mücke · ↗Stechmücke  ●  ↗Gelse  österr. · ↗Schnake  schweiz., bair. · Stanze  schweiz., bair. · Staunse  schweiz., bair.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fresko Presse Vatikan achtzeilig vatikanisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stanze‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Arbeiter legen die Bleche noch mit Hand in die Stanze.
Die Zeit, 29.11.1996, Nr. 49
Da sitzt ein Mann, dessen Augenlider für immer geschlossen sind, an einer schweren Stanze.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 13.03.1918
Doch fehlen auch nicht, von Raffaels Stanzen inspirierte, große allegorische Kompositionen.
o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 17320
Der größte Autohersteller Japans versuche deshalb beim Stanzen der Stahlbleche möglichst wenig Abfall zu produzieren.
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2004
Raffaels malerische Entwicklung während seiner Arbeit in den Stanzen des Vatikan ist fast das einzige übersichtliche Beispiel.
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 347
Zitationshilfe
„Stanze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Stanze#2>, abgerufen am 17.10.2019.

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