Standpauke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungStand-pau-ke (computergeneriert)
WortzerlegungStand1Pauke
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp Strafpredigt
Beispiel:
jmdm. eine Standpauke halten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pauke · pauken · Pauker · Standpauke
Pauke f. ‘kesselförmiges Schlaginstrument’, mhd. pūke. Herkunft unbekannt. Vielleicht lautmalenden Ursprungs und an ↗pochen (s. d.) anzuschließen? pauken Vb. ‘die Pauke schlagen’, mhd. pūken; daraus ‘schlagen, prügeln’ (17. Jh.) und in der Sprache der Studenten ‘fechten, eine Mensur schlagen’ (19. Jh.); vgl. Paukboden ‘studentischer Fechtplatz’. Schülersprachlich ‘unterrichten’ (18. Jh., auch einpauken), wohl in Anlehnung an Pauker ‘Lehrer’ (s. unten), dann auch ‘angestrengt, eifrig lernen, büffeln’ (20. Jh.). Pauker m. ‘Paukenschläger’, mhd. pūkære; in der Bedeutung ‘Lehrer’ (18. Jh.) verkürzt aus Arschpauker (17. Jh.), Hosenpauker (um 1700), d. i. ‘wer zur Bestrafung auf den Arsch, den Hosenboden der Schüler wie auf eine Pauke haut’. Standpauke f. ‘nachdrückliche Strafrede’ (19. Jh.), nach älterem gleichbed. Standrede (18. Jh.), eigentlich ‘stehend, aus dem Stegreif gehaltene Rede’, auch ‘Grabrede’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ermahnungsrede · ↗Moralpredigt · ↗Schimpfkanonade · ↗Strafrede  ●  ↗Strafpredigt  Hauptform · ↗Epistel  geh. · Exhorte  fachspr., veraltet, neulateinisch · ↗Gardinenpredigt  ugs. · ↗Leviten  ugs. · Standpauke  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abkanzelung · ↗Belehrung · ↗Ermahnung · ↗Lehre · ↗Lektion · ↗Maßregelung · ↗Moralpredigt · ↗Rüffel · ↗Schelte · ↗Tadel · ↗Verweis · ↗Zurechtweisung  ●  ↗Abmahnung  juristisch · Adhortation  veraltet · ↗Ordnungsruf  politisch · ↗Rüge  Hauptform · ↗Abreibung  ugs. · ↗Anpfiff  ugs. · ↗Anschiss  ugs., salopp · ↗Denkzettel  ugs. · ↗Donnerwetter  ugs. · ↗Einlauf  ugs., salopp, fig. · Opprobration  geh., veraltet, lat. · ↗Schimpfe  ugs. · Standpauke  ugs. · ↗Strafpredigt  ugs. · ↗Zigarre  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Halbzeit Hymne Kabine Kanzler Trainer anhören gehörig gewaltig halten moralisch ordentlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Standpauke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Standpauke, die der Kanzler gestern im Kabinett hielt, dürfte vor allem zwei Ministern in den Ohren geklungen haben.
Bild, 11.03.1999
Jedenfalls muß es eine so eindrucksvolle Standpauke gewesen sein, daß ich ihr danach schwor, nicht zu kündigen.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 205
Die Frau hat den Kindern dann mal eine Standpauke gehalten, und seither geht es.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 113
Mit einer gehörigen Standpauke für den Trainer sei es in diesem Fall nicht getan, so Bertram.
Der Tagesspiegel, 10.10.2002
In dieser Maskerade hielt er der Korona eine erschütternde Standpauke über Alkohol und schlechten Umgang.
Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 156
Zitationshilfe
„Standpauke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Standpauke>, abgerufen am 14.10.2019.

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