Stampfer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Stampfers · Nominativ Plural: Stampfer
Aussprache
WorttrennungStamp-fer (computergeneriert)
Wortzerlegungstampfen-er
Wortbildung mit ›Stampfer‹ als Letztglied: ↗Wäschestampfer
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Technik Werkzeug oder Maschine zum Feststampfen von Erde, Steinen, Straßenbelag
Beispiel:
der Stampfasphalt wird mit einem geheizten Stampfer festgestampft
2.
Küchengerät
a)
aus einem mehrfach gewundenen starken Draht oder einer breiten durchbrochenen Metallfläche mit einem Stiel, mit dem man Speisen, besonders gekochte Kartoffeln, zu Mus, Brei zerstampft
b)
landschaftlich aus Holz zum Rühren und Zerstoßen, Reibekeule
c)
umgangssprachlich Stößel
3.
veraltend Haushaltgerät, das aus einem hohlen, unten offenen Teil aus Hartgummi oder Metall besteht und mit dem durch den beim Aufdrücken entstehenden Unterdruck Wäsche im Kochkessel gestampft wird
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stampfen · Stampfer · Stampe1
stampfen Vb. ‘schwer und kräftig mit dem Fuß auftreten, (im Mörser) zerkleinern’, ahd. stamphōn (um 1000), mhd. stampfen ‘zerstoßen, enthülsen’, mnd. mnl. nl. stampen, engl. to stamp ‘aufstampfen, trampeln’, anord. stappa (aus *stampa-) ‘stampfen, zusammenpacken’, schwed. stampa ‘stampfen, treten, walken’ (germ. *stampōn) sowie ahd. stamph (8. Jh.), mhd. stampf, asächs. mnd. stamp ‘Werkzeug zum Stoßen, Stampfen, Mörserstößel’, mnd. stamp(e), aengl. pīlstampe ‘Stößel’ und die jan-Bildung mhd. stempfen ‘stampfen, schlagen, prägen, mit einem Stempel versehen’, mnd. mnl. stempen, aengl. stempan ‘(im Mörser) zerstoßen’ (germ. *stampijan) lassen sich mit aind. stambáḥ ‘(Gras)büschel’, griech. stémbein (στέμβειν) ‘unaufhörlich schütteln, mißhandeln, schmähen’ und (ohne s-Anlaut) lat. temnere (aus *tembn-) ‘verachten, verschmähen’, eigentlich ‘mit den Füßen treten’, auf die nasalierte Variante ie. *stemb- ‘(auf)stampfen, treten, beschimpfen’ der verbreiteten, unter ↗Stab (s. d.) angeführten Wurzel zurückführen. Die Ausgangsbedeutung ‘mit den Füßen stampfen’ entwickelt sich im Germ., als Gewebe nicht mehr mit den Füßen, sondern in Holzfässern gewalkt werden, zu ‘stampfend bearbeiten, im Mörser zerstoßen’. Stampfer m. ‘Gerät zum Stampfen’ (17. Jh.), mnd. stamper (14./15. Jh.); ‘wer stampfend etw. bearbeitet’ (16. Jh.), ‘wer mit den Füßen stampft’ (17. Jh.). Stampe1 f. nordd. berlin. ‘Bierlokal, Kneipe’ (um 1900), zu mnd. nd. stampen ‘(auf)stampfen, trampeln’ (s. oben), also Bezeichnung für eine Stehkneipe.

Thesaurus

Synonymgruppe
Pistill · Stampfer · ↗Stößel
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Gummiglocke · Pumpfix · ↗Saugglocke  ●  ↗Hebamme  ugs. · Klostampfer  ugs. · ↗Pampelmuse  ugs., norddeutsch · Plömper  ugs. · Plümper  ugs., norddeutsch · Pömpel  ugs., norddeutsch · Pümpel  ugs. · Saug-Hektor  ugs., österr. · Stampfer  ugs. · Steßl  ugs., österr.
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Herr Stampfer verstand es aber, sich der Verhaftung vorerst durch die Flucht zu entziehen.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 04.03.1933
Stampfer selber scheint, soweit es aus diesem Buch hervorgeht, immun gegen den Zweifel gewesen zu sein.
Die Zeit, 30.05.1969, Nr. 22
Buchner hatte drei Tage lang seinen Leutnant Stampfer gesucht und hatte in diesen drei Tagen nur einige Stunden geschlafen.
Plievier, Theodor: Stalingrad, München u. a.: Desch 1973 [1946], S. 279
Die Vorläufer der Serienbilder als B. gehen zurück auf Plateau (1829) und Stampfer (1834).
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 3633
Am Nachmittag notiert der Polizeibeamte den Namen des Besuchers Stampfer, Friedrich, Redakteur.
Schädlich, Hans Joachim: Tallhover, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 134
Zitationshilfe
„Stampfer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Stampfer>, abgerufen am 15.10.2019.

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