Stütze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stütze · Nominativ Plural: Stützen
Aussprache
WorttrennungStüt-ze (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Stütze‹ als Erstglied: ↗Stützenkonstruktion · ↗Stützenwechsel · ↗stützenfrei
 ·  mit ›Stütze‹ als Letztglied: ↗Armstütze · ↗Baumstütze · ↗Buchstütze · ↗Bücherstütze · ↗Decksstütze · ↗Deckstütze · ↗Ellbenogenstütze · ↗Ellbogenstütze · ↗Gefäßstütze · ↗Hauptstütze · ↗Kopfstütze · ↗Rückenstütze · ↗Wäschestütze
eWDG, 1976

Bedeutung

Gegenstand, besonders Pfahl, Balken, Pfosten, der etw. stützt, jmdm. Halt gibt
Beispiele:
ein Stock dient jmdm. als Stütze
ein Dach mit Stützen versehen
das Gebäude ruht auf Stützen aus Stahlbeton, die in den Boden gerammt sind
der Apfelbaum muss Stützen haben, sonst brechen die Äste ab
die Stütze (= Wäschestütze) fiel um, und die Wäsche schleifte am Boden
Schuhe mit Stützen (= Fußstützen)
übertragen
Beispiele:
der Sohn war die (einzige) Stütze seines Alters, der Familie
sie war ihrem Mann eine treue, wertvolle Stütze
sie hatte keine Stütze an ihm
dieser Schauspieler ist seit Jahren die stärkste Stütze des Ensembles
sie fand in der Arbeit Stütze und Trost
jmdm. eine moralische, seelische Stütze geben
die Gedankengänge des Verteidigers finden im Strafrecht folgende (gesetzliche) Stütze ...
Für den junkerlich-bürgerlichen Ausbeuterblock war der preußisch-deutsche Militarismus die beste Stütze seiner Klassenherrschaft [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung4,24]
veraltend Haushaltshilfe, Hausangestellte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stützen · Stütz · Liegestütz · Stütze · Stützpunkt
stützen Vb. ‘Halt geben, am Fallen, Zusammenbrechen hindern’, reflexiv ‘auf etw. ruhen, zur Grundlage haben’. Ahd. untarstuzzen (Hs. 12. Jh.), mhd. understützen, mnd. stütten, mnl. nl. stutten, eigentlich ‘von unten etw. mit einer Stütze halten, dagegenhalten’, steht als Intensivbildung (mit Konsonantendoppelung germ. *stuttijan) zu gleichbed. ahd. gistuden (8. Jh.), anord. styðja, schwed. stödja, das von einem in spätmhd. stud ‘Stütze, Pfosten, Säule’, aengl. studu, stuþu, engl. stud ‘Knopf, Knauf’, (älter) ‘Pfosten’, anord. stoð ‘Stütze, Säule, Pfeiler’, schwed. stöd ‘Stütze, Halt, Unterstützung’ überlieferten Substantiv abgeleitet ist. Dieses wird als Bildung mit -Formans (wie ↗Staude, s. d.) zur schwundstufigen Form der unter ↗stauen (s. d.) angeführten Erweiterung ie. *st(h)āu-, *st(h)ū- der Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ (s. ↗stehen) gestellt. Als Simplex ist das Verb im Hd. erst seit Anfang des 17. Jhs. belegt. Stütz m. in der Turnersprache ‘Stellung, bei der das Gewicht des Körpers auf den (gestreckten) Armen ruht’ (19. Jh.), besonders Liegestütz m. ‘sich auf Hände und Füße stützende Turnfigur’ (19. Jh.). Stütze f. ‘stützender Pfahl, Pfosten’, mhd. stütze, mnd. stütte, abgeleitet vom Verb; seit dem 16. Jh. auch ‘Halt und Hilfe bietender Mensch’. Stützpunkt m. ‘fester, Halt bietender Punkt oder Ort’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Arbeitslosengeld · ↗Arbeitslosenunterstützung  ●  ↗Stempelgeld  veraltet · ALG I  ugs. · Stütze  ugs.
Assoziationen
  • von Arbeitslosengeld leben  ●  stempeln gehen  veraltet
Synonymgruppe
Pfeiler · ↗Strebe · Stütze · ↗Versteifung
Synonymgruppe
(soziale) Grundsicherung · ↗Sozialfürsorge · ↗Sozialhilfe  ●  Stütze  ugs.
Assoziationen
  • Arbeitslosengeld II  ●  ALG II  Abkürzung · ↗Hartz IV  ugs.
Synonymgruppe
Balkenkopf · ↗Gewölbepfeiler · Stütze · ↗Stützpfeiler · ↗Widerlager
Synonymgruppe
Pfeiler · ↗Pfosten · ↗Strebe · Stütze · ↗Säule
Unterbegriffe
  • Heunensäule · Heunesäule
  • Teleskoppfeiler · Teleskopsäule
Assoziationen
  • Kapitell  ●  Kapitäl  veraltet
Synonymgruppe
Rückhalt · Stütze
Unterbegriffe
  • Koppelstange · Pendelstütze · Stabilisatorstütze
Assoziationen
Synonymgruppe
Stütze  ●  Steize  veraltet · Stunze  veraltet
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Balken Baukonjunktur Eigenheimbau Export Konjunktur Konsum Milosevic-Regime Regime Strebe Thron US-Konjunktur Wohnungsbau gußeisern moralisch ruhen schlank schräg stählern tragend treu unentbehrlich unverzichtbar verläßlich vertikal wegbrechen wertvoll wesentlich wichtig willkommen zuverlässig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stütze‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer bereits einen Partner hat, ist ihm eine echte Stütze.
Bild, 27.12.2005
Die 35 Helfer stabilisierten das Haus, dessen Decke sichtbar durchhing, mit weiteren Stützen.
Der Tagesspiegel, 14.02.2001
Wechselt die Dame ihre Schuhe, so wird er ihr dabei natürlich eine hilfreiche Stütze sein.
Schäfer-Elmayer, Thomas: Der Elmayer. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1991], S. 4614
Damit hat die grundherrliche Theorie wieder eine ihrer Stützen verloren.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1928, S. 358
In ihnen sucht sie zugleich feste Stützen für ihre Macht zu gewinnen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 30342
Zitationshilfe
„Stütze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Stütze>, abgerufen am 23.07.2019.

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