Stückwerk, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungStück-werk
WortzerlegungStückWerk
eWDG, 1976

Bedeutung

etw. ist Stückwerketw. ist unvollständig und unvollkommen und befriedigt daher nicht
Beispiele:
seine Bemühungen blieben nur Stückwerk
es schien ihm alles Stückwerk, was er bisher getan hatte
die quälende Einsicht, einer Aufgabe nicht gewachsen zu sein und daher nur Stückwerk zu liefern, wo Vollkommenheit erwartet wird [SteenbeckWissen29]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stück · bestücken · stückeln · zerstückeln · Stückgut · Stücklohn · Stückwerk
Stück n. ‘Teil eines Ganzen, für sich bestehendes, eigenes Ganzes (Stück Butter, Seife), gezähltes Exemplar (drei Stück Vieh), Schauspiel, musikalische Komposition’, auch Maßbezeichnung (Stück Tuch, Holz), Hohlmaß, ferner (16. Jh.) ‘Kanone’ als Teil einer Batterie, einer Gruppe zusammenwirkender gleichartiger Waffen, ahd. stucki ‘Teil, Abschnitt, eigenes Ganzes, Brocken, Rinde, Kruste’ (8. Jh.), mhd. stück(e), stuck(e) ‘Teil, Abschnitt, Artikel, einzelner ganzer Gegenstand, Ding, Art und Weise, bestimmtes Maß’, asächs. stukki, mnd. stücke, mnl. stucke, stuc, nl. stuk, aengl. stycce, anord. stykki, schwed. styck (germ. *stukkja- mit expressiver Konsonantendoppelung und j-Suffix) ist wie die unter ↗Stock (s. d.) genannten Formen im Sinne von ‘Abgeschlagenes’ zu ie. *(s)teug-, Gutturalerweiterung der unter ↗stoßen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’, zu stellen. Vgl. kein Stück ‘nichts’, große Stücke (‘viel’) auf jmdn. halten, aus freien Stücken (älter von freien Stücken) ‘freiwillig, ohne Aufforderung’, aus einem Stück (17. Jh.), Stück für Stück (18. Jh.), älter Stück vor Stück (17. Jh.) ‘eins nach dem anderen, der Reihe nach, jedes einzeln’. bestücken Vb. ‘mit Kanonen versehen’ (18. Jh.), ‘mit etw. ausstatten, ausrüsten’ (19. Jh.). stückeln Vb. ‘in kleine Stücke teilen, aus kleinen Stücken zusammensetzen’ (15. Jh.), auch zerstückeln Vb. (16. Jh.). Stückgut n. ‘aus einzelnen Stücken bestehendes Frachtgut’ (17. Jh.), älter ‘rentetragende liegende Habe’ (16. Jh.). Stücklohn m. ‘nach der Anzahl der gefertigten einzelnen Stücke berechneter Lohn’ (um 1600). Stückwerk n. ‘Unfertiges, Unvollkommenes, Mangelhaftes’ (Luther, 16. Jh., als Übersetzung von lat. ex parte, 1. Kor. 13,9), zuvor ‘nach Menge der gefertigten Stücke entlohnte Arbeit’ (Ende 14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Flickschusterei  ●  Stückwerk  veraltend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Reform Wissen abliefern bezeichnen bleiben bloß halbherzig herauskommen hinauskommen hinterlassen komplett kritisieren liefern produzieren viel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stückwerk‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch bislang fehlt es oft noch an Geld und so bleibt die Forschung Stückwerk.
Der Tagesspiegel, 11.10.2001
Im Spiel nach vorne blieb bei den Gästen allerdings vieles Stückwerk.
Süddeutsche Zeitung, 04.11.2000
Was ich an geschichtlichem und theoretischem Wissen von bildender Kunst erworben habe, bedeutet ungenügendes Stückwerk.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 5171
Das ist nichts weiter, als ein Renommieren mit lateinischen Brocken, die ihm nichts weiter als nur geistiges Stückwerk sind.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22836
Das führt am Anfang zu nichts, die Bilder bleiben »Stückwerk«.
Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 231
Zitationshilfe
„Stückwerk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Stückwerk>, abgerufen am 18.08.2019.

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