Stärke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stärke · Nominativ Plural: Stärken
Aussprache
WorttrennungStär-ke
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
meist im Singular
große Kraft, großes Leistungsvermögen
a)
körperliche Kraft
Beispiele:
männliche, jugendliche, körperliche, herkulische Stärke
die Stärke eines Mannes, Athleten
die Stärke eines Stiers, des Löwen
die Stärke seiner Arme, Muskeln, Fäuste
die Stärke seiner Nerven war erstaunlich
man erkannte ihn schon an der Stärke seiner Stimme
b)
Macht
Beispiele:
die Stärke eines Staates, der Partei, einer Gewerkschaft, der Armee
Entscheidend für den Einfluß und die Kraft des Sozialismus ist vor allem die politische, ideologische und ökonomische ... Stärke der sozialistischen Staaten [Neue Justiz1969]
2.
meist im Singular
charakterliche Festigkeit, Willensstärke
Beispiele:
charakterliche, innere Stärke
in diesem Verhalten zeigt sich seine menschliche, moralische Stärke
die Stärke seines Willens, ihres Glaubens
3.
Dicke, Durchmesser
a)
Beispiele:
die Stärke eines Baumes, Astes, Balkens, Kabels, Seiles, Strickes
die Stärke des Leders, der Sohlen
ein Baum, eine Mauer von einem Meter Stärke
Bretter von verschiedener Stärke
Garn in verschiedenen Stärken
die Stärke dieser Wand, Mauer beträgt 50 Zentimeter
b)
verhüllend Beleibtheit
Beispiel:
er, sie hat an Stärke zugenommen, abgenommen
4.
meist im Singular
(Dicke und) Festigkeit, Haltbarkeit, Widerstandsfähigkeit
Beispiel:
die Stärke des Papiers, Stoffes, Bindfadens reicht für diesen Zweck aus
5.
hoher Grad, Intensität
Beispiele:
die Stärke des Lichtes, Druckes, der Strömung
der Lärm, Regen nahm an Stärke zu
die Stärke des Fiebers, einer Erkältung
die Stärke seiner Bedenken, Zweifel
die Stärke (= Heftigkeit) eines Gewitters, des Unwetters
die Stärke des Sturmes nahm noch zu
die Stärke ihrer Schmerzen ließ endlich nach
die Stärke eines Gefühls, einer Leidenschaft
6.
Anzahl, zahlenmäßige Größe
Beispiele:
die Stärke der Handelsflotte hat sich in den letzten Jahren beträchtlich erhöht
die Stärke der Armee, Flotte wurde (um ein Viertel) verringert
diese Schulklasse hat eine Stärke von 30 Schülern
7.
meist im Singular
Gehalt, Kraft der Wirkung, Konzentration
Beispiele:
die Stärke des Kaffees, Tees, Alkohols, einer Arznei, eines Medikaments, eines Giftes
die Stärke einer Säure messen, überprüfen
8.
Leistungsfähigkeit
a)
Beispiele:
die Stärke eines Motors, einer Maschine
Brillengläser von besonderer Stärke
b)
Leistungsstärke und Tüchtigkeit, Geschick, Erfahrung
Beispiele:
die Stärke eines Spielers
die Stärke dieser Mannschaft liegt in ihrem guten Zusammenspiel
Chemie ist nicht seine Stärke (= für Chemie ist er nicht besonders begabt)
das ist, darin liegt seine Stärke (= das liegt ihm besonders, das kann, beherrscht er gut)
daß das Sozialkritische durchaus nicht ... zu meinen Stärken gehört [Th. Mann11,729]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stark · Stärke1 · stärken · Stärke2 · bestärken · verstärken
stark Adj. ‘voller Kraft, kräftig, groß, dick’, ahd. (8. Jh.), mhd. starc ‘gewaltig, kräftig, schwer zu ertragen, schlimm’, asächs. mnd. stark, mnl. starc, staerc, sterc, nl. sterk, afries. sterk, aengl. stearc, engl. stark ‘steif, starr’, anord. sterkr, starkr, schwed. stark (germ. *starka-; oder *starku-?) führt mit einer Ausgangsbedeutung ‘starr, steif’ wie (ablautend) ahd. gistorkanēn ‘erstarren’ (9. Jh.), anord. -storkinn in blōðstorkinn ‘von Blut steif’, storkna ‘steif werden, vertrocknen’, schwed. storkna ‘ersticken’, got. gastaúrknan ‘verdorren’ und die unter ↗Storch und ↗stracks (s. d.) genannten Formen auf eine Gutturalerweiterung der unter ↗starren (s. d.) angeführten Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein’. Stärke1 f. ‘Kraft, Gewalt, Dicke’, ahd. sterkī(n) (9. Jh.), mhd. sterke, Abstraktbildung zum Adjektiv. stärken Vb. ‘stark machen, neue Kraft verleihen, unterstützen’, ahd. sterken (8. Jh.), mhd. sterken. Seit mhd. Zeit auch ‘Wäsche steifen’, mhd. sterken, wozu die Rückbildung Stärke2 f. ‘zum Steifen verwendete Substanz’ (Weizen-, Reis-, Kartoffelmehl, früher auch Wachs), mhd. sterke. bestärken Vb. ‘(in einer Meinung) bekräftigen, unterstützen’, mhd. besterken. verstärken Vb. ‘stärker machen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Einfluss · ↗Kraft · Stärke
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Breite · ↗Dicke · Stärke · ↗Umfang · ↗Weite
Synonymgruppe
Stärke · ↗Stärkemehl
Synonymgruppe
Beherrschung · ↗Gewalt · ↗Herrschaft · ↗Macht · ↗Machtausübung · Stärke  ●  ↗Power  ugs., engl.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Dynamik · ↗Energie · Stärke · innere Kraft
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Ausmaß · ↗Grad · ↗Intensität · Stärke
Unterbegriffe
Biologie, Botanik
Synonymgruppe
Stärke  ●  ↗Amylum  lat.
Oberbegriffe
  • Glycane · Glykane · Mehrfachzucker · Polyosen · ↗Polysaccharid · Vielfachzucker
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beben Demonstration Erdbeben Erdstoß Glaube Nachbeben Position Richter-Skala Richterskala Schwäche Streitkraft Yen Zeichen ausmachen ausspielen besinnen besonder beweisen demonstrieren eigen eigentlich inner liegen mental militärisch relativ wahr wirtschaftlich zahlenmäßig zurückfinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stärke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Stärke brauche sich Lava Red nicht zu verstecken.
Die Zeit, 22.05.2013 (online)
Das ist aber nur in den ersten zehn bis dreißig Minuten (je nach Stärke der eintretenden Übersäuerung) der Fall.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 323
Sein technisches Können war die größte Stärke seines Wirkens als Musiker, die er infolgedessen auch in seinem Unterricht am besten weiterreichen konnte.
Damerini, Adelmo: Serrao. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 37723
Man könne höchstens sagen, daß der Kanzler bis jetzt eine Politik der Stärke betrieben habe; nunmehr trete er für eine Politik der verdünnten Stärke ein.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1957]
Dann sind die Blätter mit der im Sonnenlicht hergestellten Stärke angefüllt.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 101
Zitationshilfe
„Stärke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Stärke#1>, abgerufen am 21.06.2019.

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Stärke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stärke · Nominativ Plural: Stärken · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungStär-ke
Wortbildung mit ›Stärke‹ als Erstglied: ↗Stärkefabrik · ↗Stärkegehalt · ↗Stärkemehl · ↗Stärkesirup · ↗Stärkezucker · ↗stärkehaltig
 ·  mit ›Stärke‹ als Letztglied: ↗Glanzstärke · ↗Kartoffelstärke · ↗Maisstärke · ↗Reisstärke · ↗Weizenstärke · ↗Wäschestärke
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Vorratsstoff in Pflanzen, der sich in Form von weißen Körnchen aus Traubenzucker bildet und besonders in Wurzeln, Knollen oder Samen gespeichert wird
Beispiele:
Stärke aus Kartoffeln, Weizen, Reis, Mais
durch Gärung wird Stärke in Zucker verwandelt
2.
aus Reisstärke, Weizenstärke hergestelltes Mittel zum Steifen von Wäsche
Beispiele:
einen Hemdkragen, die Wäsche mit Stärke behandeln (= steif machen)
ein Paket Stärke
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stark · Stärke1 · stärken · Stärke2 · bestärken · verstärken
stark Adj. ‘voller Kraft, kräftig, groß, dick’, ahd. (8. Jh.), mhd. starc ‘gewaltig, kräftig, schwer zu ertragen, schlimm’, asächs. mnd. stark, mnl. starc, staerc, sterc, nl. sterk, afries. sterk, aengl. stearc, engl. stark ‘steif, starr’, anord. sterkr, starkr, schwed. stark (germ. *starka-; oder *starku-?) führt mit einer Ausgangsbedeutung ‘starr, steif’ wie (ablautend) ahd. gistorkanēn ‘erstarren’ (9. Jh.), anord. -storkinn in blōðstorkinn ‘von Blut steif’, storkna ‘steif werden, vertrocknen’, schwed. storkna ‘ersticken’, got. gastaúrknan ‘verdorren’ und die unter ↗Storch und ↗stracks (s. d.) genannten Formen auf eine Gutturalerweiterung der unter ↗starren (s. d.) angeführten Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein’. Stärke1 f. ‘Kraft, Gewalt, Dicke’, ahd. sterkī(n) (9. Jh.), mhd. sterke, Abstraktbildung zum Adjektiv. stärken Vb. ‘stark machen, neue Kraft verleihen, unterstützen’, ahd. sterken (8. Jh.), mhd. sterken. Seit mhd. Zeit auch ‘Wäsche steifen’, mhd. sterken, wozu die Rückbildung Stärke2 f. ‘zum Steifen verwendete Substanz’ (Weizen-, Reis-, Kartoffelmehl, früher auch Wachs), mhd. sterke. bestärken Vb. ‘(in einer Meinung) bekräftigen, unterstützen’, mhd. besterken. verstärken Vb. ‘stärker machen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Einfluss · ↗Kraft · Stärke
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Breite · ↗Dicke · Stärke · ↗Umfang · ↗Weite
Synonymgruppe
Stärke · ↗Stärkemehl
Synonymgruppe
Beherrschung · ↗Gewalt · ↗Herrschaft · ↗Macht · ↗Machtausübung · Stärke  ●  ↗Power  ugs., engl.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Dynamik · ↗Energie · Stärke · innere Kraft
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Ausmaß · ↗Grad · ↗Intensität · Stärke
Unterbegriffe
Biologie, Botanik
Synonymgruppe
Stärke  ●  ↗Amylum  lat.
Oberbegriffe
  • Glycane · Glykane · Mehrfachzucker · Polyosen · ↗Polysaccharid · Vielfachzucker
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beben Demonstration Erdbeben Erdstoß Glaube Nachbeben Position Richter-Skala Richterskala Schwäche Streitkraft Yen Zeichen ausmachen ausspielen besinnen besonder beweisen demonstrieren eigen eigentlich inner liegen mental militärisch relativ wahr wirtschaftlich zahlenmäßig zurückfinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stärke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Stärke brauche sich Lava Red nicht zu verstecken.
Die Zeit, 22.05.2013 (online)
Indem er in diesem Monster aufgeht, erlebt der Mann seine neue Stärke wie im Rausch.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 139
Das ist aber nur in den ersten zehn bis dreißig Minuten (je nach Stärke der eintretenden Übersäuerung) der Fall.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 323
Sein technisches Können war die größte Stärke seines Wirkens als Musiker, die er infolgedessen auch in seinem Unterricht am besten weiterreichen konnte.
Damerini, Adelmo: Serrao. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 37723
Dann sind die Blätter mit der im Sonnenlicht hergestellten Stärke angefüllt.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 101
Zitationshilfe
„Stärke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Stärke#2>, abgerufen am 21.06.2019.

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