Spuk, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Spuk(e)s · Nominativ Plural: Spuke · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Spuk‹ als Erstglied: ↗Spukgeist · ↗Spukgeschichte · ↗Spukgestalt · ↗Spukhaus · ↗Spukschloss · ↗spukhaft
 ·  mit ›Spuk‹ als Letztglied: ↗Geisterspuk · ↗Teufelsspuk
eWDG, 1976

Bedeutung

gespenstisches Treiben, Geistererscheinung in der Vorstellung abergläubischer Menschen
Beispiele:
ein mitternächtlicher, geheimnisvoller Spuk
sie glaubte nicht an Spuk und Gespenster
daß es doch kein wirklicher Spuk gewesen, sondern daß die weiße Gestalt ein Wilddieb war [HeineHarzreise3,42]
bildlich
Beispiel:
über den Wiesen trieben Nebelschwaden ihren Spuk
abwertend, übertragen
etw., das in seinem Ausmaß, seiner Schrecklichkeit alle Vorstellungen überschreitet und deshalb fast unwirklich anmutet
Beispiele:
die Revolution hat den Spuk der Vergangenheit hinweggefegt
die alliierten Truppen machten dem blutigen Spuk ein Ende
umgangssprachlich Unruhe, Lärm, Trubel
Beispiele:
unsere Wohnung wird renoviert, aber nächste Woche ist dieser Spuk endlich vorbei
die Kinder machten einen tollen Spuk
landschaftlich mach keinen Spuk! (= mach keine Umstände, nicht soviel Aufhebens, störe nicht!)
landschaftlich diese Sache ist es nicht wert, dass man darum so einen Spuk macht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spuk · spuken · spukhaft · Spökenkieker
Spuk m. ‘Gespenst, gespenstisches Treiben, Lärm’, mnd. spōk, spoek, spūk, spȫk, mnl. spooc, nl. spook ‘Geistererscheinung, Gespenst’. Daneben stehen auf hd. Gebiet (vereinzelt; unter nd. Einfluß?) mhd. gespüc, frühnhd. gespug (15. Jh.), nhd. Gespeuck (17. Jh.) und Spugniß (Luther, nach mnd. spȫknisse), die sich jedoch nicht fortsetzen. Vielmehr dringt nd. Spuk über norddeutsche Schriftsteller in die Literatursprache ein (17. Jh.). Alle bisherigen Erklärungsversuche sind unbefriedigend, z. B. Verbindung mit lett. spīgana ‘Geistererscheinung, Drache, Hexe’, spīgainis ‘Irrlicht’, lit. spingė́ti ‘flimmern, flackern, glitzern’ oder mit aengl. pūca, engl. puck ‘Kobold’, anord. pūki ‘Teufel’, schwed. (mundartlich) puke ‘Kobold’. de Vries Nl. 682 erwägt daher Herkunft des nd. nl. Wortes aus der Substratsprache eines Hünengräbervolkes. spuken Vb. ‘als Geist sein Wesen treiben, als Geist erscheinen, umgehen’ (17. Jh.). Ausgangsform ist mnd. nd. spȫken, wie auch norddeutsche Schriftsteller des 16. und 17. Jhs. schreiben. In der Literatursprache wird hingegen der Stammvokal an Spuk angeglichen. spukhaft Adj. ‘gespenstisch’ (19. Jh.), vgl. nd. spȫkhaftig. Spökenkieker m. nordd. ‘Geisterseher, wer das zweite Gesicht hat’ (19. Jh.), zu mnd. spȫk (s. oben) und ↗kieken ‘gucken, sehen’ (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(unheimliches o.ä.) Wesen · ↗Geist · ↗Gespenst · ↗Phantom · ↗Schemen · ↗Spirit · Spuk · ↗Spukgestalt  ●  ↗Manen  ugs., Plural
Oberbegriffe
  • Fabelwesen · Fantasiegeschöpf · Phantasiegeschöpf · übernatürliches Wesen
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(geisterhafte) Erscheinung · ↗(unheimliche) Erscheinung · ↗Geistererscheinung · Gespenstererscheinung · Spuk
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gespenst Gruft Hauch Hellsehen Hochhaus Mitternacht Riesenrad Spiegelbild Spuk Trug Zauber aufräumen bannen beenden bereiten braun bös böse dauern geistern grausig nächtlich rechtsradikal rot-grün verfliegen verflüchtigen verscheuchen verschwinden vorübergehen zerstieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spuk‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als sie nach kurzer Zeit wieder absprangen, war der Spuk ebenso schnell wieder vorbei.
Der Tagesspiegel, 28.08.1998
Dann aber reibt man sich die Augen, der Spuk ist vorbei.
Süddeutsche Zeitung, 24.08.1996
Nach zwei oder spätestens drei Jahren werde der Spuk vorbei sein.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 55
Ich setzte mich im Bett auf und starrte dem Spuk entgegen.
Hartung, Hugo: Ich denke oft an Piroschka, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1980 [1954], S. 130
Sie wollten auch nicht weggehen, so daß sie manchmal aufstehen müsse, um Licht zu machen den Spuk zu verscheuchen.
Thoma, Hans: Im Winter des Lebens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 27346
Zitationshilfe
„Spuk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Spuk>, abgerufen am 14.10.2019.

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