Sprössling, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sprössling(e)s · Nominativ Plural: Sprösslinge
Aussprache
WorttrennungSpröss-ling
Wortzerlegungsprossen-ling
Ungültige SchreibungSprößling
Rechtschreibregeln§ 2
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich, scherzhaft Kind
Beispiele:
die Eltern sind auf ihre Sprösslinge sehr stolz, ermahnten ihre Sprösslinge ständig
der Vater spielte mit seinem Sprössling
2.
veraltet Nachkomme, Sproß
Beispiele:
er ist der letzte, einzige Sprössling seines Geschlechts
Das ... sollte ihn ganz augenscheinlich als besonders verkommenen Sprößling einer alten Familie zeigen [BrechtCaesar51]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sprosse · Sproß · sprossen · Sprößling
Sprosse f. ‘Trittleiste einer Leiter’, ahd. sproʒʒo m. (um 1000; stigilsproʒʒo, 9. Jh.), mhd. sproʒʒe m. f. ‘Leitersprosse, Stufe’, frühnhd. sprosse m., daneben auch spross m. ‘Leitersprosse’ (15. bis 17. Jh.) und ‘Trieb, Schößling’ (s. unten), mnd. sprōte, sprāte f., auch ‘Schößling’, mnl. (mit r-Metathese) sporte, nl. sport ‘Leitersprosse’, aengl. sprota m. ‘Keim, Schößling, Pflock’, engl. sprout ‘Sproß, Schößling’, anord. sproti m. ‘Zweig, Stab’, schwed. spröt ‘Sprosse, Stab, dünne Stange’, (mundartlich) språte sowie mnd. sprūte ‘Schößling, Sproß’ stehen ablautend zu dem unter ↗sprießen (s. d.) behandelten Verb. Möglicherweise liegt der Bedeutung ‘Leitersprosse’ die Ursprungsform der Leiter ‘Baumstamm mit Aststümpfen’ zugrunde. Dazu in gleicher Weise gebildetes Sproß m. ‘Trieb, Schößling’ (15. Jh.), übertragen ‘Nachkömmling eines Geschlechts’ (18. Jh.), aengl. sprot(t) n. ‘Schößling’, norw. (mundartlich) sprot ‘kleine Stange’ sowie asächs. gisprot ‘Schößling’ und (ablautend) mnd. sprūt ‘Schößling’, aengl. sprēot ‘Stange, Stecken’, mnl. nl. spriet ‘Stange’. Die literatursprachliche Unterscheidung von Sprosse f. ‘Leitersprosse’ und Sproß m. ‘Schößling’ geht wohl auf Gottsched zurück. sprossen Vb. ‘mit Trieben hervorwachsen, emporsprießen’ (16. Jh.). Sprößling m. ‘Zweig, Trieb’ (15. Jh.), ‘Nachkomme’ (17. Jh.), frühnhd. sprüßling ‘heranwachsender Junge’ (15. Jh.).

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Pflänzling · ↗Setzling · ↗Spross · Sprössling · ↗Steckling · ↗Sämling  ●  ↗Jungpflanze  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Jerusalembohne · Lunjabohne · Mung Daal · Mung Dal · Mungbohne · Mungobohne  ●  Vigna radiata  fachspr., lat., griechisch
Synonymgruppe
Abkömmling · Heranwachsender · ↗Nachfahre · ↗Nachkomme · ↗Nachwuchs · Sprössling  ●  (die) lieben Kleinen (u.a. mediensprachlich)  Plural · ↗Kind  Hauptform · ↗Blag  ugs., ruhrdt. · Gschropp  ugs., bair. · ↗Gör  ugs., berlinerisch · ↗Kid  ugs. · ↗Kiddie  ugs. · Kleiner  ugs. · Kniebeißer  ugs. · ↗Knirps  ugs. · Panz  ugs., kölsch · ↗Spross  ugs. · ↗Zögling  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adel Adelsfamilie Adelsgeschlecht Dynastie Eltern Geburt Internat Kindergarten Kindersitz Kinderwagen Königshaus Mischehe Mittelschicht Oberschicht Privatschule dreijährig fünfjährig geboren großziehen heranwachsend hoffnungsvoll illegitim minderjährig mißraten sechsjährig siebenjährig unehelich verwöhnt verzogen wohlgeraten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sprössling‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem könnten die Sprösslinge zusammen mit "ihrem Baum" quasi aufwachsen.
Der Tagesspiegel, 07.12.2001
Monatlich 100 Mark zahlen sie pro Sprößling, außerdem wird das gemeinsame Essen abgerechnet.
Süddeutsche Zeitung, 02.03.1998
Die anderen Sprößlinge tötete sie und legte dann Hand an sich selbst.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 300
Selbst die Herren Väter nahmen dieses Erwerbsleben ihrer Sprößlinge ernst.
Bücherl, Wolfgang: Das Haus der Gifte, Stuttgart: Franckh'sche Verlagshandlung 1963, S. 111
Den gleichen Rat wird man natürlicherweise auch einem Mädchen geben müssen, das sich anschickt, den Sprößling eines Trinkers zu heiraten.
Gerling, Reinhold: Was muß man vor der Ehe von der Ehe wissen? In: ders., Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg 1933 [1901], S. 232
Zitationshilfe
„Sprössling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Sprössling>, abgerufen am 14.10.2019.

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