Spitzname, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSpitz-na-me
WortzerlegungspitzName
eWDG, 1976

Bedeutung

Name, der jmdm. oder einer Sache aus Scherz oder Spott aufgrund einer auffallenden Eigenheit gegeben wird
Beispiele:
jmdm. einen Spitznamen geben
umgangssprachlich jmdm. einen Spitznamen anhängen
»Darf von Ihrem Spitznamen [Marquis de Casanova] auf Ihr Privatleben geschlossen werden ...?« [DürrenmattPanne177]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

spitz · Spitz1 · Spitz2 · Spitz3 · Spitze · Spitzel · spitzeln · bespitzeln · spitzen · spitzig · Spitzmaus · Spitzname
spitz Adj. ‘schmal zusammenlaufend und in einem scharfen, stechenden Punkt endend’, übertragen ‘schlau, listig, gerissen, anzüglich, verletzend’, ahd. spizzi (9. Jh.), mhd. spiz, spitze und die verwandten unter ↗Spieß (s. d.) angeführten Wortformen stellen sich als Bildungen mit Dentalsuffix zur Wurzel ie. *(s)p(h)ē̌i-, *(s)p(h)ī̌- ‘spitz, spitzes Holzstück’. Spitz1 m. ‘Spitze, spitzer oder spitz zulaufender Gegenstand’, mhd. spiz, spitz, verbreitet bis ins 18. Jh., danach mundartlich. Spitz2 m. ‘leichter Rausch, Schwips’ (16. Jh.), ausgehend von Spitz als Bezeichnung für Kleines, Geringfügiges (vgl. kein Spitz ‘kein bißchen’). Spitz3 m. Hunderasse mit spitzer Schnauze, spitzen Ohren und spitzgeformtem Kopf (18. Jh.). Spitze f. ‘spitzzulaufendes, scharf spießendes Ende, höchster Punkt’, ahd. spizza (8. Jh.), mhd. spitze. Seit dem 17. Jh. auch ‘durchbrochene feine Borte, Gewebe’, eigentlich ‘spitze Zacken bildendes Garngeflecht’. Spitzel m. ‘Spion, wer andere aushorcht’ (19. Jh., zuerst öst. ‘Späher, Polizeidiener, heimlicher Denunziant’), wohl zu Spitzel ‘Polizeihund’ (vgl. „kläffender Denunciant“, Sanders) sowie gaunersprachlich Spitz ‘Polizeiagent’, der die Ohren spitzt; dazu spitzeln Vb. ‘andere aushorchen und denunzieren’ (19. Jh.) und transitiv bespitzeln Vb. (20er Jahre 20. Jh.); vgl. dagegen spätmhd. spitzeln ‘mit zarten Spitzen, Zacken versehen’, dann auch ‘mit Worten sticheln’ (16. Jh.). spitzen Vb. ‘mit einer Spitze versehen, spitz machen’, ahd. spizzōn (9. Jh.), spizzen (11. Jh.), mhd. spitzen ‘spitz machen, mit Spitzen versehen’, seit dem 14. Jh. (reflexiv) ‘auf etw. mit Hoffnung und Sehnsucht warten’, faktitive Bildung zum Adjektiv. spitzig Adj. ‘spitz’, mhd. spitzec, spitzic, bis ins 18. Jh. gebräuchlicher als spitz, das von Adelung als nur „im gemeinen Leben“ gültig bezeichnet wird. Spitzmaus f. insektenfressendes, der Maus ähnliches, spitzschnauziges Tier, ahd. spizzimūs (11. Jh.), mhd. spitzmūs. Spitzname m. ‘eine bestimmte Eigenschaft oder ähnliches hervorhebender Übername, Spottname’ (17. Jh.), zu spitz ‘anzüglich, verletzend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beiname · ↗Neckname · ↗Spottname  ●  Spitzname  Hauptform · Cognomen  fachspr., lat. · ↗Kognomen  fachspr., lat. · ↗Übername  fachspr., Sprachwissenschaft
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf den italienischen Klang seines Spitznamens ist er mindestens so stolz wie auf den ungewöhnlichen Titel, der ihm verliehen wurde.
Süddeutsche Zeitung, 27.08.2001
An den Ursprung des Spitznamens kann er sich nicht erinnern.
Die Zeit, 21.10.2013, Nr. 42
Tänzelnd spulte er sein Programm ab, lüftete dann das Geheimnis seines Spitznamens.
Bild, 12.07.1999
Doch muß ich zugeben, daß der Erfinder dieses Spitznamens einen Geistesblitz gehabt hatte.
Die Zeit, 08.11.1991, Nr. 46
Besonderen Wert auf die korrekte Schreibweise ihres Spitznamens legt die französische Snowboard-Olympiasiegerin Isabelle Blanc.
Die Welt, 18.02.2002
Zitationshilfe
„Spitzname“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Spitzname>, abgerufen am 24.06.2019.

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