Spindel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Spindel · Nominativ Plural: Spindeln
Aussprache
WorttrennungSpin-del
Wortbildung mit ›Spindel‹ als Erstglied: ↗Spindelbaum · ↗Spindelpresse · ↗Spindeltreppe · ↗spindeldürr · ↗spindelförmig
 ·  mit ›Spindel‹ als Letztglied: ↗Apfelspindel · ↗Birnenspindel · ↗Bohrspindel · ↗Treppenspindel
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
länglicher, nach beiden Enden sich verjüngender Körper, auf den der gesponnene Faden gewickelt wird
Beispiele:
flexible Spindeln mit hohen Drehzahlen
sie wickelte die gesponnene Wolle von der Spindel ab
2.
Technik mit einem Gewinde versehene Welle, die eine Drehbewegung vermittelt und meist in eine Längsbewegung umwandelt
Beispiel:
die Spindel an einer Presse, Werkbank
3.
Bauwesen Mittelachse der Wendeltreppe
4.
Botanik Obstbaum mit einem einzigen, kurzen Stamm, von dem die die Früchte tragenden Zweige gleichmäßig ausgehen, Spindelbaum
Beispiel:
Büsche und Spindeln pflanzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spindel · Spille · Spill · spill(e)rig · spindeldürr
Spindel f. ‘in Drehung versetzbares walzenförmiges Holzstück, auf das sich beim Spinnen der Faden aufwickelt’, ahd. spinula, spenula (9. Jh.), mit eingeschobenem Dental spindel (Hs. 13. Jh.), mhd. spinnel, spinele, spille, frühnhd. spindel, asächs. spinnila, mnd. spindel, spinnel, afries. spindel, aengl. spinel, engl. spindle ist eine mit dem fem. Suffix germ. -ilō(n) gebildete Gerätebezeichnung (germ. *spennilō f.) zu dem unter ↗spinnen (s. d.) behandelten Verb mit einem zwischen n und l eingefügten Gleitlaut d. Daneben schon früh assimiliertes ahd. spilla, mnd. spille, nl. spil, nhd. Spille f. ‘Spindel’, nordd. (Seemannssprache) Spill n. ‘Winde’ mit senkrechter Achse zum Einwinden einer Trosse oder der Ankerkette (Ankerspill). spill(e)rig Adj. ‘hager, schmächtig’ (19. Jh.). spindeldürr Adj. ‘dünn wie eine Spindel, sehr mager’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Faden Finger Madonna Webstuhl bestellen drehen gläsern rotierend spinnen stechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spindel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus dem tiefen Brunnen soll sie die verlorene Spindel holen.
Süddeutsche Zeitung, 28.04.2001
Es konnten 36 v. H. mehr Spindeln in Betrieb genommen werden.
Die Zeit, 16.08.1951, Nr. 33
Die Masse bewegt sich wie eine gegen Drehung gesicherte Mutter auf einer rotierenden Spindel, also nur in axialer Richtung.
Schenkel, Gerhard: Kunststoff-Extrudertechnik, München: Hanser 1963 [1959], S. 102
Dornröschen erschrickt und sticht sich mit der Spindel in den Finger, bis Blut kommt.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 277
Es tat weh und wohl zugleich und hielt sie von Spindel und Flachs ab.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 177
Zitationshilfe
„Spindel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Spindel>, abgerufen am 20.08.2019.

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