Spind, der oder das

GrammatikSubstantiv (Maskulinum, Neutrum) · Genitiv Singular: Spind(e)s · Nominativ Plural: Spinde
Aussprache
Wortbildung mit ›Spind‹ als Erstglied: ↗Spindkontrolle  ·  mit ›Spind‹ als Letztglied: ↗Kleiderspind · ↗Küchenspind · ↗Mannschaftsspind · ↗Wäschespind
eWDG, 1976

Bedeutung

einfacher, schmaler Schrank, besonders in Kasernen
Beispiele:
das Spind, im Spind aufräumen
Habedank schiebt den Geigenkasten aufs Spind [BobrowskiLevin88]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spind m. n. ‘schmaler Schrank’ (besonders in Kasernen). Das im 16. Jh. in die Literatursprache aufgenommene Substantiv beruht auf mnd. spinde f. n. ‘Vorratsbehälter, Schrank’, spint m. n. ‘Reliquienschrein, kastenähnlicher Behälter, kleiner Schrank’, mnl. spende, spinde ‘Austeilung von Speisen an Arme, das Ausgeteilte, Almosen, Vorrats-, Speisekammer, Speiseschrank, Schrank’, nl. spinde, entlehnt aus mlat. spinde, spenda, spenta f. ‘Almosengabe an die Armen in den Klöstern, Ausgabe, Gabe’. Der mlat. Ausdruck der Klostersprache gehört zu dem unter ↗spenden (s. d.) angeführten Verb mlat. spendere ‘ausgeben, verausgaben’. Die Bedeutung ‘Behälter (in dem die als Almosen vorgesehenen Gaben aufbewahrt werden), Speisekammer, Speise-, Vorratsschrank’ entwickelt sich wohl erst im nl. nd. Bereich. In die Mark Brandenburg gelangt das Wort mit niederländischen Kolonisten. Mask. Genus setzt sich offenbar in Analogie zu Schrank durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
Spind  ●  ↗Kasten  süddt. · ↗Schrank  Hauptform · ↗Schaff  ugs., regional · ↗Schaft  ugs., schweiz., süddt. · ↗Schapp  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bett Durchsuchung Fenster Kabine Kasten Schlüssel Schrank Schreibtisch Stuhl Tisch Umkleidekabine Umkleideraum Uniform abschließbar aufbrechen ausräumen durchsuchen grau hangen hängen kleben knacken räumen schmal sperren stehlen verschließen verstauen verstecken öffnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spind‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein weiterer Spind teilt den kleinen Raum, das dritte Bett.
Süddeutsche Zeitung, 20.12.2001
In meinem alten Spind steht immer noch das, was ich damals hingekritzelt habe.
Bild, 03.08.1998
In meinen freien Stunden mußte ich immer am Spinde stehen.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8820
Holt lief in die Stube zurück und riß seinen Spind auf.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 227
Das Gewehr nahm Vater nicht wieder aus dem Spind hervor.
Harig, Ludwig: Ordnung ist das ganze Leben, München u. a.: Hanser 1987 [1986], S. 427
Zitationshilfe
„Spind“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Spind>, abgerufen am 18.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Spinatwächter
Spinatwachtel
spinatgrün
Spinatblatt
Spinat
Spindel
Spindelbaum
spindeldürr
spindelförmig
Spindelhals