Spielzeug, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungSpiel-zeug
WortzerlegungspielenZeug
Wortbildung mit ›Spielzeug‹ als Erstglied: ↗Spielzeugeisenbahn · ↗Spielzeugkiste · ↗Spielzeugklapper · ↗Spielzeugladen · ↗Spielzeugpistole · ↗Spielzeugschiff · ↗Spielzeugschiffchen
 ·  mit ›Spielzeug‹ als Letztglied: ↗Badespielzeug · ↗Billigspielzeug · ↗Holzspielzeug · ↗Kinderspielzeug · ↗Metallspielzeug · ↗Riesenspielzeug · ↗Sexspielzeug
eWDG, 1976

Bedeutung

Gegenstand zum Spielen
Beispiel:
sie bekam ein neues Spielzeug von ihrem Vater
Gesamtheit der Spielsachen
Beispiel:
er zeigte dem neuen Freund sein ganzes Spielzeug
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spiel · spielen · spielend · abspielen · aufspielen · zuspielen · Anspielung · Spieler · spielerisch · Spielmann · Spielraum · Spielsachen · Spielwaren · Spielzeug
Spiel n. ‘nicht auf Nutzen ausgerichtete, vergnügliche, mit Ernst betriebene Tätigkeit, Zeitvertreib, Vergnügen, Wettkampf’. Die Herkunft des nur kontinentalwestgerm. bezeugten Substantivs (bzw. Verbs, s. unten) ahd. (9. Jh.), mhd. spil ‘Tanz, Zeitvertreib, Scherz, Unterhaltung, Vergnügen, Musik, Waffen-, Kampfspiel, Wettkampf’, asächs. spil, mnd. mnl. spel, spil, nl. spel, afries. spil, spel (schwed. spel, dän. spil, norw. spill sind wie aengl. spilian, schwed. spela, dän. spille Entlehnungen) ist unbekannt. Vom Substantiv westgerm. *spila- ist abgeleitet schwach flektierendes spielen Vb. ahd. spilōn (8. Jh.), mhd. spiln, spilen ‘Scherz treiben, sich vergnügen (mit Leibesübungen, Kampfspiel, Brett- oder Würfelspiel), sich lebhaft bewegen, fröhlich sein, musizieren’, asächs. spilon, mnd. spēlen, spillen, mnl. spēlen, nl. spelen, afries. spilia (westgerm *spilōn). Die Ausgangsbedeutung ist ‘Tanz, tänzerische Bewegung’ bzw. ‘tanzen, sich lebhaft bewegen’. Das Substantiv erscheint vielfach in festen Wendungen, vgl. das Spiel verderben ‘einen Spaß zunichte machen’, (mit) im Spiel sein ‘aktiv beteiligt sein, von Bedeutung sein’ (16. Jh.), die Hand mit im Spiel haben ‘beteiligt sein’, ins Spiel bringen ‘beteiligen, einbeziehen’ (18. Jh.). spielend Adv. ‘leicht, mühelos wie im Spiel’ (17. Jh.), eigentlich Part. Präs. zum oben genannten Verb. abspielen Vb. ‘probeweise durchspielen’ (16. Jh.), ‘etw. bis zum Ende darbieten’ (17. Jh.), ‘(sich) durch Spielen ermüden, abnutzen’ (17. Jh.), ‘abgewinnen’ im Spiel (17. Jh.), ‘von einer Vorlage spielen’ (19. Jh.), im Fußball ‘den Ball an den nächsten Spieler abgeben’, auch ‘eine Schallplatte, ein Tonband ablaufen lassen’ (20. Jh.), reflexiv ‘sich ereignen, vor sich gehen’ (Anfang 19. Jh.). aufspielen Vb. ‘(auf einem Instrument Musik) vortragen, musizieren’ (16. Jh.), reflexiv ‘sich in den Vordergrund rücken, großtun’ (19. Jh.). zuspielen Vb. ‘jmdm. etw. (heimlich) verschaffen, einen Vorteil zukommen lassen’ (17. Jh., ausgehend vom Kartenspiel). Anspielung f. ‘(versteckte) Andeutung’ (17. Jh.), nach gleichbed. lat. allūsio. Spieler m. ‘wer spielt’ (besonders Schauspieler), ‘wer ein Glücksspiel spielt’, ahd. spilāri ‘Handpaukenschläger, Tänzer, Gaukler, Schauspieler’ (um 900), mhd. spilære, spiler. spielerisch Adj. ‘ohne ernste Absicht, locker, leicht’ (17. Jh.), ‘wie ein Spieler’ (16. Jh.). Spielmann m. ‘volkstümlicher Musikant’ (16. Jh.), ‘Regimentsmusiker’ (18. Jh.), ahd. spilman ‘Spaßmacher, Schauspieler, Musiker’ (9. Jh.), mhd. spilman ‘fahrender Sänger, Musikant, Gaukler’. Spielraum m. ‘Bewegungsraum, Möglichkeit’ (18. Jh.); anfangs besonders das Verhältnis der Weite eines Geschützrohres zu dem angepaßten, die Gleitfähigkeit gewährenden Durchmesser des Geschosses. Spielsachen Plur. ‘für Kinder zum Spielen hergestellte Gegenstände’, Spielwaren Plur. ‘Spielsachen als Handelsgegenstand’ (beide 18. Jh.). Spielzeug n. ‘Spielsachen’ (17. Jh.), ‘Musikinstrument’ (17. Jh.), ‘Gewinnspiel, Brett-, Würfel-, Kartenspiel’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kinderspielzeug · Spielsachen · Spielwaren · Spielzeug
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bekleidung Elektrogerät Elektronik Geschirr Haushaltsgerät Haushaltsware Hausrat Kinderbekleidung Kinderkleidung Kinderwagen Kinderzimmer Kleidung Kulturgeschichte Möbel Parfüm Plüschtier Porzellan Puppe Schmuck Schuh Sportartikel Sportgerät Süßigkeit Textilie Windel elektronisch kaputt lieb mechanisch wegnehmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spielzeug‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mittlerweile ist der Verkauf solcher Spielzeuge bei uns nicht erlaubt.
Bild, 22.03.2000
Zudem sei nicht sämtliches Spielzeug für Kinder unter drei Jahren erfasst.
Der Tagesspiegel, 01.12.1999
Wir gehen auch nicht an dein Spielzeug, hatte Ernst geschimpft.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 400
Und außerdem sei das für sie alle nichts weniger als ein Spielzeug.
Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 319
Glaubt Ihr, es wäre überhaupt möglich, uns als Spielzeug zu behandeln?
Scheerbart, Paul: Lesabéndio. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 6610
Zitationshilfe
„Spielzeug“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Spielzeug>, abgerufen am 20.09.2019.

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