Spielmann, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Nominativ Plural: Spielmänner
Aussprache
WorttrennungSpiel-mann (computergeneriert)
WortzerlegungspielenMann
Wortbildung mit ›Spielmann‹ als Erstglied: ↗Spielmannsdichtung · ↗Spielmannsepos · ↗Spielmannszug
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
jedes Mitglied eines Spielmannszuges
2.
historisch Fahrender, der seinem Publikum Dichtungen mit Instrumentalbegleitung vortrug
entsprechend der Bedeutung von SpielleuteQuelle: DWDS, 2016
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spiel · spielen · spielend · abspielen · aufspielen · zuspielen · Anspielung · Spieler · spielerisch · Spielmann · Spielraum · Spielsachen · Spielwaren · Spielzeug
Spiel n. ‘nicht auf Nutzen ausgerichtete, vergnügliche, mit Ernst betriebene Tätigkeit, Zeitvertreib, Vergnügen, Wettkampf’. Die Herkunft des nur kontinentalwestgerm. bezeugten Substantivs (bzw. Verbs, s. unten) ahd. (9. Jh.), mhd. spil ‘Tanz, Zeitvertreib, Scherz, Unterhaltung, Vergnügen, Musik, Waffen-, Kampfspiel, Wettkampf’, asächs. spil, mnd. mnl. spel, spil, nl. spel, afries. spil, spel (schwed. spel, dän. spil, norw. spill sind wie aengl. spilian, schwed. spela, dän. spille Entlehnungen) ist unbekannt. Vom Substantiv westgerm. *spila- ist abgeleitet schwach flektierendes spielen Vb. ahd. spilōn (8. Jh.), mhd. spiln, spilen ‘Scherz treiben, sich vergnügen (mit Leibesübungen, Kampfspiel, Brett- oder Würfelspiel), sich lebhaft bewegen, fröhlich sein, musizieren’, asächs. spilon, mnd. spēlen, spillen, mnl. spēlen, nl. spelen, afries. spilia (westgerm *spilōn). Die Ausgangsbedeutung ist ‘Tanz, tänzerische Bewegung’ bzw. ‘tanzen, sich lebhaft bewegen’. Das Substantiv erscheint vielfach in festen Wendungen, vgl. das Spiel verderben ‘einen Spaß zunichte machen’, (mit) im Spiel sein ‘aktiv beteiligt sein, von Bedeutung sein’ (16. Jh.), die Hand mit im Spiel haben ‘beteiligt sein’, ins Spiel bringen ‘beteiligen, einbeziehen’ (18. Jh.). spielend Adv. ‘leicht, mühelos wie im Spiel’ (17. Jh.), eigentlich Part. Präs. zum oben genannten Verb. abspielen Vb. ‘probeweise durchspielen’ (16. Jh.), ‘etw. bis zum Ende darbieten’ (17. Jh.), ‘(sich) durch Spielen ermüden, abnutzen’ (17. Jh.), ‘abgewinnen’ im Spiel (17. Jh.), ‘von einer Vorlage spielen’ (19. Jh.), im Fußball ‘den Ball an den nächsten Spieler abgeben’, auch ‘eine Schallplatte, ein Tonband ablaufen lassen’ (20. Jh.), reflexiv ‘sich ereignen, vor sich gehen’ (Anfang 19. Jh.). aufspielen Vb. ‘(auf einem Instrument Musik) vortragen, musizieren’ (16. Jh.), reflexiv ‘sich in den Vordergrund rücken, großtun’ (19. Jh.). zuspielen Vb. ‘jmdm. etw. (heimlich) verschaffen, einen Vorteil zukommen lassen’ (17. Jh., ausgehend vom Kartenspiel). Anspielung f. ‘(versteckte) Andeutung’ (17. Jh.), nach gleichbed. lat. allūsio. Spieler m. ‘wer spielt’ (besonders Schauspieler), ‘wer ein Glücksspiel spielt’, ahd. spilāri ‘Handpaukenschläger, Tänzer, Gaukler, Schauspieler’ (um 900), mhd. spilære, spiler. spielerisch Adj. ‘ohne ernste Absicht, locker, leicht’ (17. Jh.), ‘wie ein Spieler’ (16. Jh.). Spielmann m. ‘volkstümlicher Musikant’ (16. Jh.), ‘Regimentsmusiker’ (18. Jh.), ahd. spilman ‘Spaßmacher, Schauspieler, Musiker’ (9. Jh.), mhd. spilman ‘fahrender Sänger, Musikant, Gaukler’. Spielraum m. ‘Bewegungsraum, Möglichkeit’ (18. Jh.); anfangs besonders das Verhältnis der Weite eines Geschützrohres zu dem angepaßten, die Gleitfähigkeit gewährenden Durchmesser des Geschosses. Spielsachen Plur. ‘für Kinder zum Spielen hergestellte Gegenstände’, Spielwaren Plur. ‘Spielsachen als Handelsgegenstand’ (beide 18. Jh.). Spielzeug n. ‘Spielsachen’ (17. Jh.), ‘Musikinstrument’ (17. Jh.), ‘Gewinnspiel, Brett-, Würfel-, Kartenspiel’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gedichteschreiber · ↗Lyriker · ↗Musensohn · ↗Poet · Reimeschmied (leicht iron.) · Spielmann · ↗Versemacher · Versschreiber  ●  ↗Barde  fig. · ↗Dichter  Hauptform · ↗Dichterling  abwertend · ↗Minnesänger  fig. · ↗Verseschmied  ironisch
Oberbegriffe
Assoziationen
Musik
Synonymgruppe
Musikant · ↗Musikus (scherzh. altertümelnd)  ●  ↗Musiker  Hauptform · Spielmann  veraltet
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • aufspielen  ●  das musikalische Rahmenprogramm liefern  variabel · für die musikalische Untermalung sorgen  variabel

Typische Verbindungen
computergeneriert

arm fahrend mittelalterlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spielmann‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So findet sie der mit den Kindern von ergebnisloser Suche zurückkehrende Spielmann.
Fath, Rolf: Werke - K. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 9296
Das Los des Spielmanns interessiert nur mäßig, die Aufbereitung der Geschichte ist phantasielos.
Die Zeit, 13.12.1991, Nr. 51
In einem seiner Briefe bezeichnete er sich später als Spielmann.
Allan, Jean Mary: Burns. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 2083
Wer denkt nicht, indem ich dieses ausspreche, an den armen Spielmann.
Hofmannsthal, Hugo von: Rede auf Grillparzer. In: Bertram, Mathias (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 10429
Am 19. Juni 1984 war es dann auch für Spielmann so weit.
Der Tagesspiegel, 06.07.2000
Zitationshilfe
„Spielmann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Spielmann>, abgerufen am 24.05.2019.

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