Spielhölle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungSpiel-höl-le (computergeneriert)
WortzerlegungSpielHölle
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend Spielbank
Beispiel:
er hatte all sein Geld in einer Spielhölle verloren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hölle · höllisch · Höllenmaschine · Höllenstein · Spielhölle
Hölle f. nach christlicher Auffassung ‘Stätte der Verdammnis, Ort für die nach dem Tod verdammten Seelen’, übertragen ‘Ort großer Qualen’. Ahd. hella (9. Jh.), mhd. mnd. helle, nhd. Hölle (allgemein seit 17. Jh.), asächs. hellia, mnl. helle, hille, nl. hel, aengl. hel(l), engl. hell, anord. hel, got. halja, germ. *haljō gehört als ‘das Verbergende oder Verborgene’ zu der unter ↗hehlen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’ und bezeichnet ursprünglich den ‘unterirdischen Aufenthaltsort der Toten’ (vgl. den Namen der Todesgöttin anord. Hel), in christlicher Vorstellung den ‘Aufenthaltsort der Verdammten’. Szadrowsky in: PBB 72 (1950) 221 ff. verbindet dagegen die germ. Formen für ‘Hölle’ mit anord. hella ‘flacher Stein’, aengl. heall ‘Felsen’, got. hallus ‘Fels’ (mit nicht gesicherter Etymologie), nimmt eine Bedeutungsentwicklung von ‘Felsplatte’ zu ‘Gruftplatte, Grabplatte’, dann zu ‘Grab’ und ‘Totenreich’ an und hält den Anschluß (über ‘deckende, verbergende Steinplatte’) an die Wortgruppe von hehlen für sekundär. höllisch Adj. ‘zur Hölle gehörig, die Hölle betreffend, schrecklich, grausam’, mhd. hellisch, hel(le)sch. Als Verstärkung, Übertreibung im Sinne von ‘sehr groß, sehr stark’, adverbial ‘sehr’ begegnet höllisch seit dem 17. Jh. Mit dieser Verwendung decken sich zahlreiche substantivische Zusammensetzungen mit Höllen- wie Höllenangst, zufrühst ‘Angst vor der Hölle’ (16. Jh.), Höllenhitze, zuerst ‘Hitze, Feuer in der Hölle’ (17. Jh.), Höllenlärm (19. Jh.), Höllentempo (20. Jh.). Höllenmaschine f. ‘getarnte Sprengladung mit Zeitzünder’ (1. Drittel 19. Jh.), nach frz. machine infernale. Höllenstein m. aus Silbernitrat bestehendes, in der Heilkunde verwendetes Ätzmittel (Mitte 18. Jh.), zuvor höllischer Stein (1712); vgl. nlat. lapis infernalis, frz. pierre infernale. Spielhölle f. abschätzige Bezeichnung eines Spielkasinos (um 1830).

Thesaurus

Synonymgruppe
Spielhalle · ↗Spielothek  ●  Fummelbunker  ugs. · Spielhölle  ugs. · Zockerbude  derb
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bar Bordell Kneipe Mischung Razzia ausheben betreiben illegal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spielhölle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Pro Kopf besitzt kein anderes Land der Europäischen Union mehr Spielhöllen.
Die Zeit, 09.12.2004, Nr. 51
Absolutes Highlight für die Kids ist die Spielhölle mit 200 vernetzten Computern.
Bild, 25.10.2003
Sie mieten leer stehende Lokale an, bauen sie zur illegalen Spielhölle um.
Die Welt, 21.06.2000
Wann waren Sie zum letzten Mal in einer richtigen Spielhölle?
Süddeutsche Zeitung, 16.09.1995
Aus dem Krater eines Vulkans entstand Sun City, Spielhölle und Erholungszentrum zugleich - ein Magnet für Südafrikaner.
o. A. [ks]: Bophuthatswana. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1984]
Zitationshilfe
„Spielhölle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Spielhölle>, abgerufen am 23.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Spielhaus
Spielhandlung
Spielhalle
Spielhälfte
Spielhahn
Spielhöschen
Spielhose
spielig
Spieljahr
Spielkamerad