Spelunke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Spelunke · Nominativ Plural: Spelunken
Aussprache
WorttrennungSpe-lun-ke (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp, abwertend verrufenes Wirtshaus
Beispiele:
eine schmutzige, verräucherte, berüchtigte Spelunke
am Abend ging er in eine Spelunke der Vorstadt
schmutzige Unterkunft
Beispiel:
sie mussten damals in Spelunken wohnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spelunke f. ‘verrufener Unterschlupf, Räubernest, Verbrecherhöhle’ (Mitte 14. Jh.), dann auch (dem Griech.-Lat. folgend) ‘Höhle’, besonders aber ‘schlechte Kneipe, schmutzige Unterkunft, unordentliches Zimmer’, entlehnt aus lat. spēlunca ‘Höhle, Grotte’, griech. spḗlynx (σπῆλυγξ) ‘Höhle’, wohl zu griech. spéos (σπέος) ‘Höhle, Grotte’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kaschemme  abwertend · Spelunke  abwertend · ↗Bumskneipe  ugs., abwertend · ↗Bumslokal  ugs., abwertend · Muchtbude  ugs., berlinerisch · ↗Schuppen  ugs., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bordell Bordelle Hafen Halunke Hinterhof Kneipe dunkel düster finster locken schäbig verraucht übel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Spelunke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am späten Nachmittag brach er in eine benachbarte Spelunke ein.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 378
Es ist erst Nachmittag, und trotzdem ist es drinnen schon duster wie in einer Spelunke.
Süddeutsche Zeitung, 03.06.1997
In einer einsamen Spelunke mit dem beziehungsvollen Namen «Zum toten Mann» fand man ihn halbverhungert und zu Tode erschöpft.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 271
Während in einer Spelunke Schauspieler die Revolution vorspielen, bricht sie draußen in den Straßen wirklich aus.
Die Zeit, 21.05.2001, Nr. 21
Ich ließ Eva in der Spelunke und ging zum Wohlfahrtsamt.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1945], S. 154
Zitationshilfe
„Spelunke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Spelunke>, abgerufen am 21.10.2019.

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