Speisekammer, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungSpei-se-kam-mer (computergeneriert)
WortzerlegungSpeise1Kammer
eWDG, 1976

Bedeutung

kleiner, kühler Raum zur Aufbewahrung von Lebensmitteln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Speise · speisen · abspeisen · verspeisen · Speisung · Speisekammer
Speise f. ‘feste bzw. zubereitete Nahrung, Gericht’, ahd. spīsa (9. Jh.), mhd. spīse ‘feste Nahrung, Kost, Lebensmittel, eigene Haushaltung’, auch ‘Metallgemisch zum Glockenguß’ (vgl. Glockenspeise), mnd. mnl. spīse, nl. spijs, afries. spise ist entlehnt aus mlat. *spēsa (vgl. aital. spesa Sing. ‘Nahrung’, spese Plur. ‘Vorräte’), einem Wort der Klostersprache, dessen aus mlat. spensa, expensa ‘Nahrung, Lebensmittel’ entwickeltes geschlossenes ē mit germ. ī wiedergegeben wird. Zugrunde liegt lat. expēnsa f. ‘Ausgabe, Aufwand’, kirchenlat. (Klostersprache) ‘Lebensunterhalt, Proviant’, das (wohl aus einer Fügung pecūnia expēnsa ‘ausgegebenes Geld’) substantivierte Part. Perf. von lat. expendere ‘gegeneinander aufwägen, abwägen, erwägen, auszahlen, ausgeben, bezahlen’. Die gleiche Lautentwicklung von ē zu germ. ī, nhd. ei zeigen ↗Feier, ↗Kreide, ↗Seide (s. d.). speisen Vb. in gehobener Sprache ‘eine Mahlzeit einnehmen, essen’, transitiv ‘zu essen geben, versorgen’, mhd. spīsen, auch ‘Metalle miteinander mischen’. abspeisen Vb. ‘beköstigen, aufhören zu essen’ (16. Jh.), übertragen ‘jmdn. unbefriedigend, mit wenigem abfertigen, vertrösten’ (17. Jh.). verspeisen Vb. ‘aufessen’ (17. Jh.). Speisung f. ‘Beköstigung’, mhd. spīsunge, auch ‘Proviant’. Speisekammer f. ‘Vorratsraum für Nahrungsmittel’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Speisekammer · ↗Vorratskammer · ↗Vorratsraum  ●  (die) Speis  ugs., österr., süddt.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Keller Küche Kühlschrank Speiseschrank Tür Vorrat Weinkeller füllen gefüllt holen leer schleichen verstecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Speisekammer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der dunkel gehaltenen Speisekammer stauten sich wiederum eigene Gerüche.
Die Zeit, 26.08.2013, Nr. 34
Oben hatte sich rechts die Küche befunden, nicht größer als die Speisekammer zu Hause.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 640
So kommt einem die Speisekammer vor, wie eine gute Küche ohne das dazu passende Lokal.
Süddeutsche Zeitung, 05.02.2001
Ja so etwas habe ich in den letzten fünf Jahren in unserer Speisekammer noch nicht gesehen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 23.10.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Wie ich so am Aufräumen bin, kommt mir der Gedanke, die ganze Speisekammer in Ordnung zu bringen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 01.03.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Speisekammer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Speisekammer>, abgerufen am 21.06.2019.

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