Sparsamkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sparsamkeit · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSpar-sam-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungsparsam-keit
Wortbildung mit ›Sparsamkeit‹ als Erstglied: ↗Sparsamkeitsgrund · ↗Sparsamkeitsprinzip · ↗Sparsamkeitsprogramm
 ·  mit ›Sparsamkeit‹ als Letztglied: ↗Datensparsamkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von sparsam (Lesart 1 u. 2)
entsprechend der Bedeutung von sparsam (Lesart 1)
Beispiele:
strenge, eingefleischte, kleinliche Sparsamkeit
unter Anwendung eiserner Sparsamkeit hatte er sein Ziel erreicht
das ist Sparsamkeit am falschen Platze
entsprechend der Bedeutung von sparsam (Lesart 2)
Beispiele:
die Bilder waren mit weiser Sparsamkeit an den Wänden verteilt
Er war von einer bemerkenswerten Sparsamkeit der Bewegungen, besonders beim Sprechen [PenzoldtErdenwurm138]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sparen · Sparer · spärlich · sparsam · Sparsamkeit · Sparbüchse · Sparkasse
sparen Vb. ‘nicht völlig aufbrauchen, Geld nicht (völlig) ausgeben’, ahd. sparōn (8. Jh., vorwiegend frk.), sparēn (9. Jh., vorwiegend obd.), mhd. sparn ‘(ver)schonen, bewahren, beschützen, aufschieben, unterlassen’, asächs. sparon, mnd. spāren, sparren, mnl. spāren, nl. sparen, afries. sparia, aengl. sparian, engl. to spare, anord. schwed. spara (germ. *sparēn, *sparōn) ist abgeleitet von dem in ahd. spar ‘sparsam, knapp’ (10. Jh.), mnl. spaer, aengl. spær ‘kärglich, spärlich’, engl. spare, anord. sparr ‘sparsam, karg’ (germ. *spara-) belegten Adjektiv. Vergleichbar sind aind. sphirá- ‘feist’, lat. prosperus (aus *prospəros) ‘günstig, glücklich’, aruss. sporъ ‘reichlich, sich vermehrend’, russ. spóryj (спорый) ‘schnell, gelungen, erfolgreich’, die wie das germ. Adjektiv mit ro-Suffix im Sinne von ‘weit reichend, ausreichend’ zur Wurzel ie. *sp(h)ē(i)-, *spī- und *sphē-, *sphə- ‘gedeihen, sich ausdehnen, vorwärtskommen, Erfolg haben, gelingen’ (s. auch ↗spät und ↗sputen) gebildet sind. Die heutige Bedeutung ‘etw. (besonders Geld) zurücklegen, nicht aufbrauchen’ entwickelt sich im 16. Jh. Sparer m. ‘wer spart’ (16. Jh.), daher heute auch ‘Besitzer eines Sparkontos’. spärlich Adj. ‘kümmerlich, selten’ (16. Jh.), aus dem Adverb ahd. sparalīhho (9. Jh.), mhd. sperlīche ‘auf karge Weise’ (zum Adjektiv ahd. spar, s. oben). sparsam Adj. ‘nichts vergeudend, zum Sparen geneigt’, anfangs auch ‘kärglich’ (16. Jh.); dazu Sparsamkeit f. (16. Jh.). Sparbüchse f. ‘Behälter zum Aufbewahren von gespartem Geld’, mhd. sparbuchse (13. Jh.), sparbusse (14. Jh.). Sparkasse f. ‘öffentliche Einrichtung zur Aufbewahrung von Ersparnissen mit Zinszahlung’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(übertriebene) Sparsamkeit · ↗Geiz · ↗Knickerigkeit  ●  ↗Knauserei  ugs. · ↗Knauserigkeit  ugs. · ↗Pfennigfuchserei  ugs. · einen Igel in der Tasche haben  ugs., fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (den) Rotstift ansetzen · ↗(jemanden) knapphalten · auf die Kostenbremse treten · ↗einsparen · ↗geizen (mit) · ↗knausern (mit) · mit wenig Geld auskommen · ↗sparen · sparsam leben · sparsam umgehen mit  ●  sparsam sein  Hauptform · auf seinem Geld sitzen  ugs., fig. · ↗knapsen  ugs.
  • (jemandem) (ganz) wenig Geld geben · ↗(jemanden finanziell) kurzhalten
  • (ein) Schnäppchen machen · Schnäppchen machen · für wenig Geld kaufen · günstig bekommen  ●  für ein Butterbrot bekommen  ugs. · für einen Apfel und ein Ei kaufen  ugs.
Ökonomie
Synonymgruppe
Austerität · Sparsamkeit
Oberbegriffe
Architektur
Synonymgruppe
Bescheidenheit · ↗Einfachheit · ↗Funktionalität · ↗Nüchternheit · ↗Schlichtheit · ↗Schmucklosigkeit · ↗Schnörkellosigkeit · ↗Simplizität  ●  Sparsamkeit  fig. · ↗Kargheit  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitsamkeit Bescheidenheit Effizienz Ehrlichkeit Einfachheit Fleiß Gebot Geiz Grundsatz Musterbeispiel Nüchternheit Ordnungsliebe Sauberkeit Sekundärtugend Tugend Tüchtigkeit Wirtschaftlichkeit Zwang eisern ermahnen geboten möglichst preußisch schwäbisch sprichwörtlich strikt trimmen äußer äußerst übertrieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sparsamkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn "der Trend bei Autos geht zu mehr Sparsamkeit", ergänzt er.
Der Tagesspiegel, 21.09.2000
Die Musik schafft mit einer äußersten Sparsamkeit der Mittel Atmosphäre.
Die Zeit, 04.12.1964, Nr. 49
Seine Werke sind sorgsam gearbeitet und streben nach Sparsamkeit der Mittel und Klarheit des Klanges.
Kallmann, Helmut: Weinzweig. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 28191
Da sie von einer fanatischen Sparsamkeit besessen sind, können sie knauserig oder sogar unangenehm geizig sein.
Klemz, Willy: Praktische Menschenkunde, Düsseldorf: Greif 1963, S. 60
Man ist nämlich beim Wortemachen dazu gelangt, das Gesetz der Sparsamkeit auch in der Sprache wieder zu finden.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 5287
Zitationshilfe
„Sparsamkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Sparsamkeit>, abgerufen am 22.04.2019.

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