Soldateska, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Soldateska · Nominativ Plural: Soldatesken · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSol-da-tes-ka (computergeneriert)
HerkunftItalienisch
Wortbildung mit ›Soldateska‹ als Letztglied: ↗Kolonialsoldateska
eWDG, 1976

Bedeutung

abwertend im Dienste von Ausbeutern und Unterdrückern stehendes, brutal, gewalttätig und rücksichtslos vorgehendes Militär
Beispiele:
eine entmenschte, marodierende, zügellose Soldateska
am 15. Januar 1919 wurden ... Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg von der konterrevolutionären Soldateska grausam ermordet [Tageszeitung1972]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Soldat · soldatisch · Soldateska
Soldat m. ‘Angehöriger der Armee, der Streitkräfte’, zuvor ‘(in Sold stehender) Krieger, Kriegs-, Gefolgsmann’, entlehnt (Anfang 16. Jh.) aus gleichbed. ital. soldato, dem substantivierten Part. Perf. von ital. (älter) soldare ‘in Sold nehmen’, abgeleitet von ital. soldo ‘Münze, Lohn, Sold’, aus lat. solidus (s. ↗Sold), also eigentlich ‘der Besoldete’. soldatisch Adj. (17. Jh.). Soldateska f. ‘Kriegsvolk, Soldaten’ (Anfang 17. Jh.), dann bald abschätzig ‘(zügelloser, plündernder, rücksichtsloser) Soldatenhaufen’ (17. Jh.), ital. soldatesca ‘Truppe von Soldaten’ (substantiviertes Fem. des Adjektivs ital. soldatesco ‘soldatisch’), im Plur. soldatesche ‘Kriegsvolk’ meist tadelnd.

Thesaurus

Synonymgruppe
disziplinloser Haufen · marodierende Horde(n)  ●  Soldateska  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abzug General Greueltat Plünderung Untat Verbrechen Wüten betrunken brandschatzend entfesselt ermorden flüchten geworden jagen marodierend mordend plündern plündernd russisch römisch serbisch sowjetisch tschechisch vergewaltigen verwüsten verüben wild wildgeworden wüten Übergriff

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Soldateska‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das macht das Verbrechen der serbischen Soldateska zwar geringer, aber nicht tolerierbarer.
Süddeutsche Zeitung, 09.05.1994
Die deutsche Regierung beruhigte uns: Deutsche Soldateska werde es nicht mehr geben.
Die Zeit, 18.02.1991, Nr. 07
Um so wilder wurde das Morden und Plündern der führerlosen Soldateska.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7172
Arbeiter, die in die Hände der verhetzten Soldateska fielen, wurden verprügelt und auf jede Weise mißhandelt.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 947
Sie fielen den Kommunisten, Partisanen und einer ungezügelten Soldateska zum Opfer.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 19661
Zitationshilfe
„Soldateska“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Soldateska>, abgerufen am 13.11.2019.

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