Signet, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Signets · Nominativ Plural: Signets/Signete
Aussprache
WorttrennungSi-gnet · Sig-net
Wortbildung mit ›Signet‹ als Letztglied: ↗Tonsignet
Wahrig und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
(Kenn)zeichen, Buchstabenfolge, Wort-, Tonfolge, Bild o. Ä., das bzw. die eine hohe Symbolkraft oder einen Wiedererkennungswert für jmdn. oder etw. besitzt
Beispiele:
Setzten die Maler vor 1500 die Nelke als Symbol ein, wird sie danach öfter als Zeichen, als Signet, […] fast wie ein Stempel in die biblischen Darstellungen geschmuggelt. [Frankfurter Rundschau, 29.07.1997]
Spielzeug-Enten sind […] zum informellen Signet der Anti-Korruptions-Bewegung geworden. [Neue Zürcher Zeitung, 11.04.2017]
Als Rezipient […] darf man sich auch die Freiheit nehmen, das Trompetensolo zu Beginn von »The Blue Shroud« nicht gleich als militärisches Signal zu deuten, sondern als komprimiertes Signet und schlanken Einstieg in ein mitunter üppiges, jedenfalls facettenreiches Stück. [Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2016]
Seehofer sagte dann den Satz, der in Erinnerung bleiben sollte: »Unser Land darf sich nicht verändern, Deutschland muss Deutschland bleiben.« […] Jetzt, zehn Monate später, ist der Satz plötzlich zum neuen Signet der Flüchtlingspolitik geworden. [Spiegel, 08.09.2016 (online)]
Auf dem Umschlag trägt das Buch das Signet »300 Jahre Preußen«. [Der Tagesspiegel, 26.09.2001]
Kollokation:
als Akkusativobjekt: ein Signet entwerfen, tragen
a)
(als Firmen-, Warenzeichen oder Logo) grafisch gestaltetes Zeichen, das aus Buchstaben, Zahlen, Wörtern bzw. Bildern besteht
Beispiele:
Das Grundzertifikat [für Reitbetriebe] […] zeigt neben Logo der FN (= Fédération Equestre Nationale, Deutsche Reiterliche Vereinigung) (Signet mit der Silhouette zweier Pferde in einem Steigbügel) den Zusatz FN-geprüfte Pferdehaltung. [Berliner Zeitung, 27.08.2003]
Das 1974 entstandene Signet für die Deutsche Bank ist ein Brand, der bis heute starken Zeichencharakter ausstrahlt und gleichzeitig eine gestalterische Vorliebe Stankowskis [Grafiker] zeigt: die Diagonale. [Neue Zürcher Zeitung, 31.08.2006]
Der Erste Vorsitzende des Kulturvereins […] stellte das neue Logo vor: Geige, Schreibfeder und ein Baum – die alte Sossenheimer »Friedenseiche« vereinen sich im Signet unter einem nicht ganz geschlossenen Kreisbogen, darunter prangt ein roter Farbklecks. [Frankfurter Rundschau, 30.07.1998]
Da inzwischen fast alle Textverarbeitungsprogramme in der Lage sind, auch Grafiken in die Texte zu übernehmen, […] bietet ein Laserdrucker die hervorragende Möglichkeit, Logos, Symbole oder Signets […] in Manuskripte und Ausdrucke einzufügen. [C’t, 1990, Nr. 7]
»Die Signets und die Symbole, die Signale und die Marken sind ein wichtiger Bestandteil in unserer mobilen Welt, in der wir andauernd Orientierung brauchen«, erläuterte ein Festredner anläßlich der Preisverleihung bei einem Signet-Wettbewerb des »Handelsblattes«. [Die Zeit, 06.10.1978, Nr. 41]
Das erste Millionenblatt, das sein jahrealtes Markenzeichen korrigierte, war der Hamburger »Stern«. […] Obwohl die damalige Farbe seines. Signets – ein gelber Stern[…] – für die Psychologen den günstigsten Farbkontrast bildet, übernahm Henri Nannen, um sein Blatt seriöser zu machen, als Grundfarbe jenes Signalrot, das im Unterschied zu seinem Schwarz-Gelb weit verbreitet war. Als Erfinder des roten Signet-Kastens gilt die größte amerikanische Illustrierte, »Life«. [Der Spiegel, 10.10.1962, Nr. 41]
b)
Buchwesen Zeichen eines Buchdruckers oder Verlegers
Beispiele:
Das bis heute verwendete Signet des [Insel-]Verlages, das Segelschiff, hatte der Architekt, Maler, Schriftzeichner, Designer und Typograf Peter Behrens […] für die Literatur- und Kunstzeitschrift Die Insel entworfen. [Süddeutsche Zeitung, 02.07.2012]
[…] Kurt Wolff übernahm den ganzen Ernst Rowohlt Verlag und war nun der alleinige Inhaber des Unternehmens, das sich durch das berühmt gewordene, von Walter Tiemann gezeichnete Signet der kapitolinischen Wölfin, Romulus und Remus säugend, zwei Jahrzehnte lang kennzeichnete. [Die Zeit, 01.11.1963, Nr. 44]
c)
Signatur, Initialen eines Künstlers
Beispiele:
Vollendet ist ein Gemälde, wenn der Künstler den letzten Pinselstrich gesetzt hat und dann stolz sein Signet in die untere Ecke setzt. [Süddeutsche Zeitung, 31.10.2009]
Auf dem Sack, den ein Mann aus dem Gefolge der Heiligen Drei Könige am rechten Bildrand aufschnürt, findet man, […] in einen Kreis eingeschrieben, […] zwei Buchstaben: »J R«, das Signet des Malers. Sie stehen für Jacopo Robusti, Tintorettos eigentlichen Namen[…]. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2006]
2.
historisch Handsiegel, Petschaft
Beispiel:
[…] nachdem ich den Brief mit seinem Signet verschlossen, rief er den Jäger, und gab ihm selbigen, umb ihn meinem Töchterlein zu bringen, item fügete er Black, Feder und Papier benebst dem Signet hinzu, daß sie mir alsogleich antwurten möge. [Meinhold, Wilhelm: Maria Schweidler die Bernsteinhexe. Berlin, 1843.]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Signatur · signieren · designieren · signifikant · Signifikant · Signifikat · Signet
Signatur f. ‘Aufschrift, Unterschrift, Unterzeichnung, Standortnummer (eines Buches)’, entlehnt (15. Jh., anfangs in lat. Flexion) aus spätlat. sīgnātūra ‘Kennzeichnung, Kennzeichen’, mlat. ‘Unterschrift, Siegelzeichen’, zu lat. sīgnāre ‘mit einem Zeichen, Siegel-, Prägezeichen, Stempel versehen,(be)zeichnen’, gebildet zu lat. sīgnum (s. ↗Signum). Signatur steht in der Kanzleisprache für ‘(abgekürzte) Unterschrift, Namenszug, Siegel’ (bei Briefen, Akten und Urkunden), seit dem 16. Jh. in der Kaufmannssprache für ‘Bezeichnung, Kennzeichen, Marke’, seit dem 17. Jh. in der Druckersprache für ‘Bogenzeichen’. signieren Vb. ‘mit einem (Kenn)zeichen versehen, unterschreiben, unterzeichnen’ (15. Jh.), aus lat. sīgnāre (s. oben); in der Kanzleisprache ‘mit einemabgekürzten Namenszug, einer Chiffre, einem Siegel versehen, bestätigen’, dann allgemein ‘mit einer Signatur versehen’, in der Kaufmannssprache ‘unterschreiben’ (16. Jh.), ‘Waren, Frachtgut mit dem Handelszeichen versehen’ (17. Jh.). designieren Vb. ‘für ein Amt vorsehen, bestimmen’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. dēsīgnāre ‘bezeichnen, einrichten, anordnen, für ein Amt bestimmen’, zu lat. sīgnāre (s. oben) und ↗de-. signifikant Adj. ‘bezeichnend, bedeutsam, bedeutungsvoll’ (19. Jh.), nach lat. sīgnificāns (Genitiv sīgnificantis) ‘bezeichnend, treffend, deutlich, anschaulich’, Part.adj. zu lat. sīgnificāre (sīgnificātum) ‘ein Zeichen geben’, auch ‘bezeichnen, bedeuten’; vgl. lat. -ficus ‘machend’, zu lat. facere ‘machen, tun’. In der Sprachwissenschaft substantiviert Signifikant m. ‘Bezeichnendes zeichnendes, Wortform, Wortkörper’, daneben Signifikat n. ‘Bezeichnetes, Wortbedeutung’ (20. Jh.). Signet n. ‘Handsiegel, Petschaft, Herkunfts-, Güte-, Firmenzeichen’, entlehnt (14. Jh.) aus mlat. signetum ‘kleines Siegel’, gebildet zu lat. sīgnum (s. ↗Signum).

Thesaurus

Synonymgruppe
Firmensignet · ↗Markenname · ↗Schutzmarke · Signet · ↗Warenzeichen  ●  ↗Brand  engl. · ↗Marke  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blatt Firma Markenzeichen Plakat Ring Schriftzug Symbol Verlag benutzen entwerfen entworfen firmieren kennzeichnen leuchten prangen schmücken tragen versehen werben zieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Signet‹.

Zitationshilfe
„Signet“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Signet>, abgerufen am 25.04.2019.

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