Siebensachen

GrammatikSubstantiv · wird nur im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungSie-ben-sa-chen (computergeneriert)
Wortzerlegungsieben2Sache
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich Sachen, die man für einen bestimmten Zweck braucht, Habseligkeiten
Beispiele:
jmd. sucht, packt seine Siebensachen zusammen
er packte seine Siebensachen in die Tasche
nimm deine Siebensachen und komm!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sieben2 · siebenter · Siebentel · siebzehn · siebzig · Siebensachen · Siebenschläfer
sieben2 Num. Ahd. sibun (8. Jh.), mhd. siben (md. siven), asächs. siƀun, mnd. sēven, sȫven, mnl. sēven, nl. zeven, afries. si(u)gun, sawen, saun, aengl. seofon, engl. seven, anord. sjau (wohl umgebildet durch frühen Einfluß des unter ↗acht, s. d., behandelten Zahlworts, vgl. got. ahtau), schwed. sju, got. sibun (germ. *sebun) lassen sich mit aind. saptá, griech. heptá (ἑπτά), lat. septem, air. secht n- auf ie. *septṃ ‘sieben’ zurückführen, wobei das Germ. den inlautenden Dental aufgegeben hat, wohl dissimilatorisch unter Einfluß der gleichfalls mit Dental gebildeten Ordinalzahl ie. *sep(t)ṃto-. siebenter, auch siebter Num. Ord., ahd. sibunto (9. Jh.), mhd. sibende. Siebentel n. auch Siebtel ‘siebenter Teil eines Ganzen’ (Anfang 18. Jh.), aus Siebenteil (16. Jh.) zusammengezogen. siebzehn Num. ahd. sibunzehan (um 1000), mhd. sibenzehen. siebzig Num. ahd. sibunzug (9. Jh.), mhd. sibenzec, -zic (s. ↗-zig). Siebensachen Plur. ‘alles, was man für etw. Bestimmtes braucht, alle Habseligkeiten’ (Anfang 18. Jh.), ‘Plunder, Kram’ (17. Jh.), auch verhüllend für ‘Geschlechtsteile, -verkehr’ (in der 1. Hälfte des 17. Jhs.). Benennungsmotiv unklar. Siebenschläfer m. ursprünglich Plur., mhd. die siben slāfære, frühnhd. die Sübensleffer (15. Jh.), seit dem 17. Jh. auch Sing. m. Der Ausdruck bezeichnet nach einer mittelalterlichen Legende sieben Jünglinge, die sich bei einer Christenverfolgung (251) in einer Höhle bei Ephesus verbargen, dort eingemauert wurden und die Zeit ihrer Gefangenschaft schlafend verbrachten; sie erwachten (447) bei der zufälligen Öffnung der Höhle. Der kirchliche Gedenktag der sieben heiliggesprochenen Märtyrer ist der 27. Juni, der siben schlaffertag (15. Jh.), verkürzt Siebenschläfer; wenn es an diesem Tage regnet, soll nach dem Volksglauben während der folgenden sieben Wochen jeden Tag Regen fallen. Danach entwickelt sich Siebenschläfer zur Bezeichnung für ‘jmdn., der viel und lange schläft’ (17. Jh.) und zu einem Namen der Haselmaus wegen ihres festen Winterschlafes (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Besitz · ↗Besitzstand · ↗Eigentum · Geld und Gut · Hab und Gut · ↗Habe · Habseligkeiten · ↗Vermögen  ●  ↗Besitzung(en)  geh. · Siebensachen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandes) Sachen · (jemandes) Siebensachen  ●  ↗(jemandes) Kram  ugs. · ↗(jemandes) Krempel  ugs., abwertend · (jemandes) Plörren  ugs., rheinisch, abwertend · (jemandes) Spielsachen  ugs.
Assoziationen
Zitationshilfe
„Siebensachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Siebensachen>, abgerufen am 26.06.2019.

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