Seufzer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Seufzers · Nominativ Plural: Seufzer
Aussprache
WorttrennungSeuf-zer (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Seufzer‹ als Letztglied: ↗Angstseufzer · ↗Liebesseufzer · ↗Sehnsuchtsseufzer · ↗Todesseufzer
eWDG, 1976

Bedeutung

beim Seufzen entstehender Laut
Beispiele:
ein gepresster, unterdrückter, bekümmerter, mutloser, schwerer, sehnsüchtiger, tiefer, unwillkürlicher Seufzer
gehoben ein leidvoller Seufzer
mit einem erleichterten, wohligen Seufzer ließ er sich in den Sessel sinken
ein Seufzer der Erleichterung
einen Seufzer ausstoßen, unterdrücken
ein Seufzer entrang sich ihrer Brust
verhüllend den, seinen letzten Seufzer tun (= sterben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

seufzen · Seufzer
seufzen Vb. ‘hörbar tief und schwer Luft holen bzw. ausstoßen’, mhd. siufzen steht als Intensivum (den Suffixbildungen auf ahd. -azzen, -azen, -ezen, -izen folgend, s. ↗ächzen) zu ahd. sūftōn ‘ächzen, stöhnen’ (um 800, vgl. auch irsūftōn, 8. Jh.), mhd. siuften, daneben (mit nd.-nl. cht, s. ↗sacht) mnd. süchten, aber auch süften ‘schwer atmen, röcheln’ (vgl. asächs. sūftunga), mnl. suchten, sochten, nl. zuchten ‘seufzen’. Dieses ist abgeleitet von dem in mhd. sūft ‘Seufzer’, eigentlich ‘das Einschlürfen des Atems’, mnd. sucht(e) ‘Atemzug des Sterbenden, Seufzer’ erhaltenen Abstraktum, das zu dem unter ↗saufen (s. d.) abgehandelten Verb gehört (vgl. ahd. sūfan ‘schlürfen’), so daß sich für seufzen eine Ausgangsbedeutung ‘den Atem einsaugen, einschlürfen’ ergibt. Seufzer m. ‘tiefer, stoßhafter Atemzug’ (16. Jh.); älter Seufze, mhd. siufze, siufte (neben sūft, s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Aufseufzen · Seufzer · Stöhner · ↗Ächzer
Assoziationen
Synonymgruppe
(anhaltendes) Seufzen · ↗Geseufze · ↗Gestöhn · ↗Gestöhne · Seufzer
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausruf Bedauern Butzenscheibe Entzücken Erleichterung Juchzer Kreatur Maure Mohr Schluchzer Schrei Stöhnen aushauchen ausstoßen entfahren entlocken entringen erleichtert hinterherschicken hörbar kollektiv langgezogen leise resigniert sehnsüchtig tief unterdrücken unterdrückt wohlig zitternd

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Seufzer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mal redete er hastiger als gewohnt, dann wieder verharrte er nach einem Seufzer in suchendem Schweigen.
Die Welt, 02.10.2004
Mit einem Seufzer schob er ihren Fuß zurück unter die köstlich warme Decke.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 1
Manchmal blieb sie mit einem Seufzer stehen, aber um Hilfe gebeten, nein, das hat sie nie.
Süddeutsche Zeitung, 30.11.1996
Meiner guten Mutter kostet dieses absonderliche Wesen manchen schweren Seufzer.
Voß, Richard: Zwei Menschen, Stuttgart: Engelhorn 1911 [1949], S. 42
Er zerbiß, während er es schrieb, einen schweren Seufzer zwischen den Zähnen.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9517
Zitationshilfe
„Seufzer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Seufzer>, abgerufen am 16.10.2019.

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