Senge, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Senge · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSen-ge (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

landschaftlich, salopp Prügel, Schläge
Beispiele:
Senge bekommen, kriegen, beziehen
es gibt, setzt Senge
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sengen · versengen · Senge
sengen Vb. ‘die Oberfläche von etw. leicht, ein wenig verbrennen’, ahd. bisengen ‘sengen, an-, verbrennen’ (8. Jh.), mhd. mnd. sengen, mnl. senghen, singhen, nl. zengen, aengl. (be)sencgan, engl. to singe und schwed. (mundartlich) sjängla lassen sich vergleichen mit frühnhd. senge ‘Trockenheit, Dürre’ (15. Jh.), mhd. (ablautend) sungen, sunken ‘anbrennen, versengt werden’, isl. sangur ‘angebrannt’ sowie aslaw. prěsǫčiti ‘versiegen lassen, austrocknen’, russ.-kslaw. sučitisja ‘kochen, sieden’ und den unter ↗seicht (s. d.) genannten germ. und außergerm. Formen. Die dort angeführte Wurzel ie. *sek-, nasaliert *senk-, hat aus der Bedeutung ‘versiegen (lassen)’ die Bedeutungen ‘trocknen, austrocknen’, in den oben genannten germ. Formen darüber hinaus die Bedeutung ‘verbrennen’ entwickelt. versengen Vb. heute geläufiger als das Simplex, mhd. versengen. Senge f. landschaftlich ‘Hitze’, spätmhd. senge ‘Trockenheit, Dürre’, nordd. md. ‘Schläge, Prügel, Hiebe’ (19. Jh.), wohl im Anschluß an sengen im Sinne von ‘die Oberfläche mit etw. überziehen und brennen machen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hiebe · Körperstrafe · ↗Prügel · Schläge · Tracht Prügel · ↗Züchtigung · es setzt Prügel · es setzt was · es setzt was mit dem Rohrstock  ●  (die) Jacke voll  ugs. · ↗(eine) Wucht  ugs., regional · (es gibt) langen Hafer  ugs. · (es gibt) was hinter die Löffel  ugs. · (es gibt) was hinter die Ohren  ugs. · ↗Abreibung  ugs. · ↗Dresche  ugs. · ↗Haue  ugs. · Keile kriegen  ugs. · ↗Kloppe  ugs. · Senge  ugs. · den Arsch voll kriegen  derb · langen Hafer kriegen  ugs.
Unterbegriffe
  • Bastinado · ↗Bastonade  ●  Falaka  arabisch · Sohlenstreich  veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

kriegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Senge‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Natürlich nicht, da schlief doch eine Aufsichtsperson mit drin, was meinen Sie, was wir für Senge gekriegt hätten.
Die Zeit, 08.12.1967, Nr. 49
Fast immer wenn Herr Wagner die Rothosen betreute, gab es gehörig Senge.
Bild, 14.12.2002
Wenn sie wirklich quatschten, gab es erst einmal Senge, vom Priester, vom Kantor und von Großvatern.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 275
Zitationshilfe
„Senge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Senge>, abgerufen am 12.11.2019.

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