Selbstbildung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Selbstbildung · Nominativ Plural: Selbstbildungen
WorttrennungSelbst-bil-dung
Wortzerlegungselbst1Bildung
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutungen

1.
Plural selten
Entfaltung und Prägung der geistig-seelischen Anlagen und Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten durch eigene (lebenslange) Bemühungen (ohne fremde Anleitung)
Beispiele:
In der Ausweitung aufs ganze Leben und der Abkoppelung von jeder politischen Funktion wird die Sorge um sich zum wahren Motor der Selbstbildung und findet so auch ihr ganzes kritisches Potential, indem sie zur fortwährenden Korrektur der eigenen Lebensführung anspornt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2004]
Eine Konzeption umfassender Bildung [des Menschen] muss daher den Aspekt der Selbstbildung in besonderem Maße berücksichtigen. [Die Welt, 27.03.2002]
Er hält nichts von abgelösten Konzepten der kindlichen Selbstbildung, die faule Erzieher nur zum Nichtstun ermutigen könnten. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2006]
Sie [Persönlichkeit] ist ein Wert, vielleicht der höchste, den der Mensch in seiner Selbstbildung erstreben kann. [Die Zeit, 07.10.1954, Nr. 40]
Zum Begriffe des Studiums gehört für ihn durchaus Selbsttätigkeit, Selbstbildung. Diese sei es eigentlich doch auch, die den Akademiker vor dem Zögling des Lehrerseminars auszeichnet[…]. [Schmidkunz, Hans, Organisation des akademischen Studiums, in: Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung 58 (1906) Nr. 10, S. 115-119, S. 117]
Eher wird das Individuum auf einem auf die »identitätsproblematische« Form der Gesellschaft bezogenen Wege zu »Selbstverwirklichungen« und »Selbstbildungen« geführt bzw. dazu angeleitet, »sich selbst zu verwirklichen« und »sich selbst zu bilden«. [Willems, Herbert (Hg.): Weltweite Welten. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008, S. 204] ungewöhnl.
2.
ohne fremde Einwirkung, von selbst Entstandenes
Beispiele:
Alles, was in der Evolution entstand, entstand aufgrund spontaner Selbstbildungen ohne irgendwelche Rücksicht auf bereits bewährte, in der kulturellen Evolution etablierte Gewohnheiten. [Stark, Günther: Kritik der evolutionären Vernunft. Baden-Baden: German Univ. Press, 2006, S. 106]
Dagegen sind physikalische Bildungsformen, die in eigenen Prozessen entstehen, schwer erfaßbar. Jedoch haben solche »Selbstbildungen« den Vorteil vor geometrischen Abstraktionen, daß sie sich auch selbst stabilisieren. [Daidalos 1990, Nr.35, https://www.baufachinformation.de/literaturdokumentation/Architekten-Frei-Otto/2149, aufgerufen am 17.12.2014]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bildung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Selbstbildung‹.

Zitationshilfe
„Selbstbildung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Selbstbildung>, abgerufen am 23.08.2019.

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