Seitengewehr, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungSei-ten-ge-wehr (computergeneriert)
WortzerlegungSeiteGewehr
eWDG, 1976

Bedeutung

jede an der Seite getragene Stichwaffe oder Hiebwaffe, die auch als Bajonett verwendet werden kann
Beispiele:
das Seitengewehr reinigen, ziehen
das Seitengewehr auf das Gewehr stecken
weiß sah er Viktors Haut […] auf die er jetzt die kalte, bläuliche Spitze des Seitengewehrs senkte [S. LenzBrot17]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gewehr · Seitengewehr · Maschinengewehr
Gewehr n. ‘Handfeuerwaffe mit langem Lauf’, ahd. giwer ‘Kampf’, giwerri ‘Aufstand’ (9. Jh.), mhd. gewer ‘blanke Waffe, Befestigungswerk’ ist eine Bildung zu dem unter ↗Wehr f. ‘Befestigung, Verteidigung’ (s. d.) behandelten Substantiv; vgl. auch das Kompositum ahd. brustgiweri n. oder brustgiwerī f. ‘Brustbekleidung, Brustschild’ (9. Jh.). Im 18. Jh. wird die Bedeutung von Gewehr eingeengt und konkretisiert auf ‘Handfeuerwaffe’. Die alte Bedeutung ‘blanke Waffe’ lebt noch in Seitengewehr n. ‘an der Seite getragene blanke Waffe’ wie Degen, Säbel, Hirschfänger u. dgl. (17. Jh.), älter Seitenwehr (16. Jh.), dann vornehmlich die als Bajonett auf das Feuergewehr aufzusteckende blanke Waffe des Infanteristen (19. Jh.). Maschinengewehr n. ‘kleinkalibrige automatische Schnellfeuerwaffe’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bajonett · Seitengewehr
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Schreckschusspistole aufgepflanzt aufpflanzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Seitengewehr‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn du den Deutschen nicht mit einer Kugel töten kannst, so töte ihn mit dem Seitengewehr.
Süddeutsche Zeitung, 23.10.1996
Dann kam Landespolizei mit aufgepflanztem Seitengewehr und trieb uns aus dem Saal.
o. A.: Dreiundzwanzigster Tag. Mittwoch, 19. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 3683
Mit aufgepflanztem Seitengewehr und wütendem Hurra stürmten wir das Wäldchen.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 146
Ich wurde verhaftet und auf der Stube von zwei Kameraden mit aufgepflanztem Seitengewehr bewacht.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8818
Da läuft er ins Haus, kramt aus den Sachen sein Seitengewehr und sticht es in den Anfang seines Feldes.
Völkischer Beobachter (Reichsausgabe), 03.03.1931
Zitationshilfe
„Seitengewehr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Seitengewehr>, abgerufen am 16.09.2019.

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