Seiltänzer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Seiltänzers · Nominativ Plural: Seiltänzer
Aussprache
WorttrennungSeil-tän-zer (computergeneriert)
WortzerlegungSeilTänzer
Wortbildung mit ›Seiltänzer‹ als Erstglied: ↗seiltänzerisch
eWDG, 1976

Bedeutung

Artist, der auf einem Seil in der Luft arbeitet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Seil · seilen · anseilen · abseilen · Seiler · Seilschaft · Seiltänzer
Seil n. ‘dicker, gedrehter Strick’, ahd. (um 800), mhd. seil ‘Schnur, Seil, Strick, Fessel’, asächs. mnd. sēl, mnl. seel, nl. zeel, afries. sēl aengl. sāl, anord. seil (germ. *saila-) sowie seilen (s. unten) und die ablautenden unter ↗Siele ‘Zugriemen’ (s. d.) genannten Formen stehen mit lit. seĩlas, saĩlas ‘Eimerschnur, Tragbügel’ als Ableitungen mit l-Formans zu der unter ↗Saite und ↗Sehne (s. d.) genannten Wurzel ie. *sē(i)-, *sə(i)-, *sī- und *sei-, *si- ‘binden, Strick, Riemen’, wozu mit Suffix slaw. dlo- (ie. dhlo- oder tlo-) aslaw. silo ‘Seil, Strick, Schlinge’, russ. (landschaftlich) siló (сило) ‘Schlinge, Fangschlinge’, poln. sidło ‘Schlinge, Garn, Vogelnetz’. seilen Vb. ‘mit einem Seil festbinden’, mhd. seilen ‘mit Seilen versehen, binden, fesseln’, asächs. sēlian, mnd. sēlen, aengl. sǣlan; vgl. got. insailjan ‘anseilen, herablassen’, asächs. antsēlian ‘losbinden’ und nhd. anseilen Vb. ‘an einem Seil festmachen’ (14. Jh.), abseilen Vb. ‘einen am Folterseil Hängenden herablassen, vom Seil losbinden’ (17. Jh.), ‘am Seil herunterlassen’ (20. Jh.). Seiler m. ‘wer Seile herstellt’, spätmhd. seiler. Seilschaft f. ‘durch ein Seil verbundene Bergsteigergruppe’ (20. Jh.). Seiltänzer m. ‘auf dem Seil arbeitender Artist’ (17. Jh.), älter Seilgänger, frühnhd. sailganger, -genger (um 1500).

Thesaurus

Synonymgruppe
Seilakrobat · Seiltänzer
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgrund Akrobat Clown Dompteur Feuerschlucker Feuerspucker Gaukler Jongleur Kunstreiter Netz Puppenspieler Seil Trapezkünstler Zauberer balancieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Seiltänzer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbst für den als Seiltänzer erprobten Monarchen wird die Balance nun schwierig.
Die Zeit, 23.08.1996, Nr. 35
Hier wird die brotlose Kunst des Seiltänzers als Vergleich dienen.
Röhrich, Lutz: Leine. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 3728
Da gab es Seiltänzer, Jongleure und andere Artisten in Fülle.
Deussen, Paul: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 30366
Nur Eckenberg, der Herr der Seiltänzer und Spatenschläger, hatte solchem kühnen Plane zu folgen gewußt.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 635
Fischer, so meint man in Paris, habe der Versuchung nicht widerstehen können, als Seiltänzer aufzutreten.
Der Spiegel, 22.05.2000
Zitationshilfe
„Seiltänzer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Seiltänzer>, abgerufen am 20.10.2019.

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