Sehne, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sehne · Nominativ Plural: Sehnen
Aussprache
WorttrennungSeh-ne (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Sehne‹ als Erstglied: ↗Sehnenentzündung · ↗Sehnenreflex · ↗Sehnenscheide · ↗Sehnenzerrung
 ·  mit ›Sehne‹ als Letztglied: ↗Achillessehne · ↗Bogensehne  ·  formal verwandt mit: ↗entsehnen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Gebilde aus straffem, faserigem Bindegewebe, das den Ansatz eines Muskels mit einem Knochen verbindet
Beispiele:
ihm ist eine Sehne gerissen
er hat sich [Dativ] dabei eine Sehne gezerrt
diese Sehne ist erschlafft
2.
Strang zum Spannen eines Bogens
Beispiel:
der Pfeil schnellte von der Sehne
3.
Mathematik Gerade, die zwei Punkte einer gekrümmten Linie verbindet
Beispiel:
eine Sehne in den Kreis zeichnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sehne · sehnig
Sehne f. ‘fester, straffer, Muskel und Knochen verbindender Strang aus gebündelten Bindegewebsfasern’, ahd. senawa (11. Jh.), mhd. sen(e)we, sen(n)e ‘Sehne, Bogensehne, eine Krümmung verbindende gerade Linie, Nerv’, asächs. sinewa, senewa, mnd. sēne, senne, mnl. sēnuwe, sēnewe, nl. zenuw, afries. sini, aengl. sinu, seonu, engl. sinew, anord. sin, schwed. sena (germ. *sinwō) ist wie mir. sī̌n ‘Kette, Halsband’, lett. pasainis ‘Band, Fessel, Schnur’, lit. síena ‘Wand, Grenze’ mit n-Formans gebildet zur Wurzel ie. *sē(i-) *sə(i)-, *sī- und *sei-, *si- ‘binden, Strick, Riemen’, zu der aind. syáti, sinā́ti ‘bindet, bindet fest, fesselt’ (Kausativum sāyáyati), awest. hinav- ‘Band, Fessel’, lit. siẽti, lett. siet ‘binden’ sowie die unter ↗Saite und ↗Seil (s. d.) genannten Wortformen gehören. Sehne bedeutet ursprünglich etwa ‘spannendes Band’, gilt auch für ‘Ader, Muskel, Nerv’ und bezeichnet bereits früh die Sehne des Bogens oder der Armbrust sowie (im Mhd. nach dem Bilde der Bogensehne vorbereitet) als mathematisches Fachwort (Anfang 17. Jh.) die ‘Gerade, die zwei Punkte einer Kreislinie oder Kurve verbindet’ als dt. Entsprechung von mlat. chorda ‘Sehne, Kreissehne’, lat. ‘Darmsaite’, griech. chordḗ (χορδή), s. ↗Kordel. sehnig Adj. ‘von Sehnen durchwachsen, muskulös, kräftig, zäh’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ader Anriss Bindegewebe Einriss Gelenk Hüftebeugemuskel Kniescheibe Knochen Knorpel Knöchel Muskel Muskulatur Nerv Nervenstrang Oberschenkelmuskel Reizung Teilanriss Teilriss Wirbelsäule angerissen anreißen durchtrennen durchtrennt entzündet gerissen körpereigen lädiert operiert zusammennähen überdehnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sehne‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hängt nur noch an einer Sehne, Blut schießt heraus.
Bild, 09.07.1998
Da ist also irgendwas mit der Sehne passiert, das habe ich sofort gemerkt.
konkret, 1982
Der Schnitt war bis auf den Knochen gegangen, schien jedoch keine Sehne verletzt zu haben.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 5
Die Linie seines Mundes zuckte in die Länge wie ein Bogen, dessen Sehne zerrissen ist.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 191
Zum Spiel wird die Sehne mit den Fingern gezupft oder mit einem Stäbchen geschlagen.
Drüger, Hans-Heinz: Bogen. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 2450
Zitationshilfe
„Sehne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Sehne>, abgerufen am 22.07.2019.

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