Schwindel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schwindels · Nominativ Plural: Schwindel
Aussprache
WorttrennungSchwin-del
Wortbildung mit ›Schwindel‹ als Erstglied: ↗Schwindelmanöver · ↗Schwindelmeldung · ↗Schwindelunternehmen · ↗schwindelhaft1
 ·  mit ›Schwindel‹ als Letztglied: ↗Bankschwindel · ↗Börsenschwindel · ↗Heiratsschwindel · ↗Scheckschwindel
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich (kleine) Unwahrheit, Lüge, (harmloser) Betrug
Beispiele:
ein kleiner, harmloser, dreister, raffinierter, plumper, ausgemachter Schwindel
so ein Schwindel!
was er euch da erzählt hat, war Schwindel
salopp der Schwindel ist rausgekommen, geplatzt
sie tat so, als ob sie den Schwindel glaubte
er fällt auf jeden noch so dummen Schwindel herein
einen Schwindel durchschauen, aufdecken
2.
nur im Singular
salopp, abwertend Sache, Angelegenheit, von der man eine schlechte Meinung hat, nicht viel hält
Beispiele:
was kostet der (ganze) Schwindel?
ich habe den ganzen Schwindel bezahlt
ich will mit diesem Schwindel nichts zu tun haben, von dem ganzen Schwindel nichts wissen
den Schwindel kenne ich!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwindeln · Schwindel · Schwindler · Schwindelei · schwindlig
schwindeln Vb. ‘sich schwindlig fühlen, betrügen’, ahd. swintilōn ‘in Ohnmacht fallen, Schwindel empfinden’ (um 800), mhd. swindeln ist Iterativbildung zu dem unter ↗schwinden (s. d.) dargestellten Verb. Bereits im Ahd. stehen persönliche Konstruktion (swintilōmēs ‘wir schwindeln, fühlen uns schwindlig’) und unpersönliche mit Dativ der Person (uns swintilōt) nebeneinander. Durch freieren Gebrauch entwickelt sich im 18. Jh. ‘sich (wohin) versteigen, abenteuerliche Entwürfe oder Versprechungen machen’ und unter Einfluß von Schwindel ‘Betrug’ und Schwindler ‘Phantast, Flunkerer’ (s. unten) die heute vorherrschende Bedeutung ‘die Unwahrheit sagen, lügen’. Schwindel m. ‘Taumelgefühl, Lüge, Betrug’, mhd. swindel ‘drehendes Gefühl im Kopf, Taumelgefühl’, aus dem Verb rückgebildet. Übertragen ‘Taumel der Erregung, der Begeisterung’ (18. Jh.). Ausgehend von einer Verwendung ‘unbesonnenes Handeln’ (vereinzelt bereits 16. Jh.) entwickelt sich über ‘unlauteres Handeln’ die heute vorherrschende Bedeutung ‘Lüge, Betrug’ (18. Jh., geläufig seit dem 19. Jh.). Schwindler m. ‘Schwärmer, Phantast’ (17. Jh.), ‘unbesonnener, leichtsinniger, unlauterer Mensch’ (Ende 18. Jh.), ‘Betrüger, Lügner’ (19. Jh.). Aus dem Dt. entlehnt engl. swindler für ‘unbesonnener, leichtsinniger Mensch und Geschäftemacher’ (18. Jh.), danach auch ‘Hochstapler, Betrüger’, das über Hamburg auf das Dt. zurückwirkt. Schwindelei f. ‘Lüge, Betrug’ (2. Hälfte 18. Jh.). schwindlig Adj. ‘körperlich Schwindel empfindend’ (16. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Schwindel · ↗Taumel · Vertigo  ●  ↗Drehwurm  ugs. · ↗Karussell  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Machenschaft · Schwindel · ↗Unregelmäßigkeit · unlautere Handlung
Synonymgruppe
Betrug · ↗Gaunerei · ↗Irreführung · ↗Manipulation · ↗Nepp · ↗Rosstäuscherei · Schwindel · ↗Trickserei · ↗Täuschung  ●  ↗Abzocke  ugs. · ↗Bauernfängerei  ugs. · Beschmu  ugs. · Fraud  fachspr., engl. · ↗Mogelpackung  ugs., fig. · Scam  fachspr., engl. · ↗Schmu  ugs. · ↗Schummelei  ugs. · krumme Tour(en)  ugs., salopp
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ammenmärchen · ↗Aufschneiderei · ↗Bluff · ↗Erdichtung · ↗Erfindung · ↗Lügengeschichte · ↗Münchhauseniade · ↗Münchhausiade · ↗Räuberpistole · Schwindel · ↗Schwindelei · ↗Seemannsgarn · ↗Windei  ●  ↗Märchen  fig. · ↗Anglerlatein  ugs. · ↗Flunkerei  ugs. · ↗Geflunker  ugs. · ↗Jägerlatein  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Beschönigung · ↗Entschuldigung · ↗Notlüge · Verlegenheitslüge · ↗Vorwand · schlechte Ausrede · unter dem Deckmantel des/der ...  ●  ↗Ausflucht  negativ · ↗Ausrede  negativ · ↗Schutzbehauptung  verhüllend · faule Ausrede  negativ
  • Großstadtlegende · ↗Wandermärchen · ↗Wandersage · moderne Sage · moderner Mythos · urbane Legende · urbaner Mythos · urbanes Märchen  ●  urban legend  fachspr., engl.
  • Falschinformation · ↗Falschmeldung · ↗Fehlinformation · ↗Zeitungsente  ●  ↗Ente  ugs.
  • (ein) Produkt der Phantasie · ausgedacht · ↗belegfrei · ↗eingebildet · erfunden · ↗erlogen · ↗fiktiv · ↗frei erfunden · frei phantasiert · ↗imaginär · ↗irreal · nicht auf Tatsachen beruhen(d) · ohne Realitätsbezug · ohne Realitätsgehalt · ↗spekulativ · ↗surreal  ●  (an einer Sache) ist nichts Wahres dran  ugs. · an den Haaren herbeigezogen  ugs., fig. · aus der Luft gegriffen  ugs., fig. · erstunken und erlogen  ugs. · imaginiert  geh. · zusammenfantasiert  ugs., abwertend
  • Nachtigall, ick hör dir trapsen!  ugs., berlinerisch · netter Versuch!  ugs.
  • Desinformation · ↗Falschinformation · ↗Fehlinformation · Verdrehung der Tatsachen
  • Falschaussage · ↗Schutzbehauptung · ↗Unwahrheit  ●  ↗Lüge  Hauptform
  • Angabe (mit) · ↗Angeberei · ↗Aufschneiderei · Geprotze · ↗Großsprecherei · ↗Prahlerei · ↗Protzerei · ↗Wichtigtuerei  ●  ↗Rodomontade  geh., ital., franz.
  • (jemandem) kommen erhebliche Zweifel · erspar(e) mir deine (...) · ich glaub(e) dir kein Wort  ●  ich glaube dir (das) nicht  Hauptform · (ja ja,) schon klar ...  ugs. · (jemand) erzählt viel, wenn der Tag lang ist  ugs., Spruch · alles klar!  ugs., ironisch, Spruch · am Arsch hängt der Hammer  derb, Spruch · das glaubst du (doch) selbst nicht!  ugs. · das kannst du deinem Frisör erzählen!  ugs., Spruch · das kannst du deiner Großmutter erzählen!  ugs. · das kannst du deiner Oma erzählen!  ugs., Spruch · das kannst du einem Dummen erzählen!  ugs., variabel · das kannst du einem erzählen, der sich die Hose mit der Kneifzange anzieht  ugs., Spruch, variabel · das kannst du mir nicht erzählen!  ugs. · du kannst mir viel erzählen!  ugs., variabel, Spruch · ja nee, ist klar!  ugs., Spruch · komm mir nicht (wieder) mit (...)  ugs. · komm mir nicht so!  ugs. · verarschen kann ich mich auch alleine!  derb, Spruch · wer's glaubt, wird selig  ugs., sprichwörtlich
  • (ein) falsches Spiel spielen · (es) mit der Wahrheit nicht so genau nehmen · (etwas) wahrheitswidrig behaupten · ↗betrügen · die Unwahrheit sagen · ↗hochstapeln · ↗schwindeln  ●  ↗lügen  Hauptform · mit gespaltener Zunge sprechen  fig. · ↗cheaten  ugs. · ↗flunkern  ugs. · krücken  ugs., regional · ↗mogeln  ugs.
  • anreichern · ↗ausgestalten · ↗ausschmücken (beim Erzählen) · ↗hinzuerfinden
  • Flunkerer · ↗Lügenbold · ↗Lügenmaul · Lügenschmied · ↗Märchenerzähler · ↗Märchenonkel · ↗Schwindler
  • (das) Herumlügen · Herumlügerei · ↗Lügerei  ●  Rumlügerei  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atemnot Bewußtlosigkeit Brechreiz Erbrechen Herzklopfen Herzrasen Kopfschmerz Krampf Mattigkeit Müdigkeit Ohrensause Schlaflosigkeit Schweißausbruch Schwindel Sehstörung Taubheitsgefühl Unwohlsein Wahrnehmungsstörung aufdecken auffliegen aufgeflogen aufgelegt aufsitzen ausgemacht befallen durchschauen entlarven hereinfallen plump Übelkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwindel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie ist sogar auf dem Weg in Schwindel erregende Höhen.
Der Tagesspiegel, 15.01.2004
Nachdem sich Gästen eines Restaurants über ungerechtfertigte Belastungen beschwert hatten, flog der Schwindel auf.
Süddeutsche Zeitung, 06.05.1995
Ich mußte im starken Wind erst mit Schwindel kämpfen, hatte dann aber große Freude am Überblick.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1927. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1927], S. 203
Das hat alles keine Dauer, ist nichts als poetischer Schwindel.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1559
Schwindel nennt man ein Versprechen, welches nicht gehalten werden kann.
Friedländer, Hugo: Fürst Bismarck gegen den Universitätsprofessor Dr. Theodor Mommsen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 28467
Zitationshilfe
„Schwindel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schwindel#1>, abgerufen am 24.08.2019.

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Schwindel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schwindels · Nominativ Plural: Schwindel
Aussprache
WorttrennungSchwin-del
Wortbildung mit ›Schwindel‹ als Erstglied: ↗Schwindelanfall · ↗Schwindelgefühl · ↗Schwindelgeist · ↗schwindelerregend · ↗schwindelfrei · ↗schwindelhaft2 · ↗schwindelig · ↗schwindlig
eWDG, 1976

Bedeutung

Gefühl des Taumelns, Schwindelgefühl
Beispiele:
(ein) Schwindel befällt, erfasst, ergreift, packt, überfällt, überkommt jmdn.
jmd. wird von einem leichten, plötzlichen, jähen Schwindel gepackt
etw. erregt, erweckt Schwindel
als sie in den Abgrund blickte, fühlte sie (einen) heftigen Schwindel
jmd. leidet an Schwindel (= jmd. bekommt häufig Schwindelanfälle, wird leicht schwindlig)
Verzweiflungsvoll und zitternd vor Schwindel tastete ich mit den Füßen unter mir nach den Leitersprossen [Hesse3,335]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwindeln · Schwindel · Schwindler · Schwindelei · schwindlig
schwindeln Vb. ‘sich schwindlig fühlen, betrügen’, ahd. swintilōn ‘in Ohnmacht fallen, Schwindel empfinden’ (um 800), mhd. swindeln ist Iterativbildung zu dem unter ↗schwinden (s. d.) dargestellten Verb. Bereits im Ahd. stehen persönliche Konstruktion (swintilōmēs ‘wir schwindeln, fühlen uns schwindlig’) und unpersönliche mit Dativ der Person (uns swintilōt) nebeneinander. Durch freieren Gebrauch entwickelt sich im 18. Jh. ‘sich (wohin) versteigen, abenteuerliche Entwürfe oder Versprechungen machen’ und unter Einfluß von Schwindel ‘Betrug’ und Schwindler ‘Phantast, Flunkerer’ (s. unten) die heute vorherrschende Bedeutung ‘die Unwahrheit sagen, lügen’. Schwindel m. ‘Taumelgefühl, Lüge, Betrug’, mhd. swindel ‘drehendes Gefühl im Kopf, Taumelgefühl’, aus dem Verb rückgebildet. Übertragen ‘Taumel der Erregung, der Begeisterung’ (18. Jh.). Ausgehend von einer Verwendung ‘unbesonnenes Handeln’ (vereinzelt bereits 16. Jh.) entwickelt sich über ‘unlauteres Handeln’ die heute vorherrschende Bedeutung ‘Lüge, Betrug’ (18. Jh., geläufig seit dem 19. Jh.). Schwindler m. ‘Schwärmer, Phantast’ (17. Jh.), ‘unbesonnener, leichtsinniger, unlauterer Mensch’ (Ende 18. Jh.), ‘Betrüger, Lügner’ (19. Jh.). Aus dem Dt. entlehnt engl. swindler für ‘unbesonnener, leichtsinniger Mensch und Geschäftemacher’ (18. Jh.), danach auch ‘Hochstapler, Betrüger’, das über Hamburg auf das Dt. zurückwirkt. Schwindelei f. ‘Lüge, Betrug’ (2. Hälfte 18. Jh.). schwindlig Adj. ‘körperlich Schwindel empfindend’ (16. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Schwindel · ↗Taumel · Vertigo  ●  ↗Drehwurm  ugs. · ↗Karussell  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Machenschaft · Schwindel · ↗Unregelmäßigkeit · unlautere Handlung
Synonymgruppe
Betrug · ↗Gaunerei · ↗Irreführung · ↗Manipulation · ↗Nepp · ↗Rosstäuscherei · Schwindel · ↗Trickserei · ↗Täuschung  ●  ↗Abzocke  ugs. · ↗Bauernfängerei  ugs. · Beschmu  ugs. · Fraud  fachspr., engl. · ↗Mogelpackung  ugs., fig. · Scam  fachspr., engl. · ↗Schmu  ugs. · ↗Schummelei  ugs. · krumme Tour(en)  ugs., salopp
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ammenmärchen · ↗Aufschneiderei · ↗Bluff · ↗Erdichtung · ↗Erfindung · ↗Lügengeschichte · ↗Münchhauseniade · ↗Münchhausiade · ↗Räuberpistole · Schwindel · ↗Schwindelei · ↗Seemannsgarn · ↗Windei  ●  ↗Märchen  fig. · ↗Anglerlatein  ugs. · ↗Flunkerei  ugs. · ↗Geflunker  ugs. · ↗Jägerlatein  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Beschönigung · ↗Entschuldigung · ↗Notlüge · Verlegenheitslüge · ↗Vorwand · schlechte Ausrede · unter dem Deckmantel des/der ...  ●  ↗Ausflucht  negativ · ↗Ausrede  negativ · ↗Schutzbehauptung  verhüllend · faule Ausrede  negativ
  • Großstadtlegende · ↗Wandermärchen · ↗Wandersage · moderne Sage · moderner Mythos · urbane Legende · urbaner Mythos · urbanes Märchen  ●  urban legend  fachspr., engl.
  • Falschinformation · ↗Falschmeldung · ↗Fehlinformation · ↗Zeitungsente  ●  ↗Ente  ugs.
  • (ein) Produkt der Phantasie · ausgedacht · ↗belegfrei · ↗eingebildet · erfunden · ↗erlogen · ↗fiktiv · ↗frei erfunden · frei phantasiert · ↗imaginär · ↗irreal · nicht auf Tatsachen beruhen(d) · ohne Realitätsbezug · ohne Realitätsgehalt · ↗spekulativ · ↗surreal  ●  (an einer Sache) ist nichts Wahres dran  ugs. · an den Haaren herbeigezogen  ugs., fig. · aus der Luft gegriffen  ugs., fig. · erstunken und erlogen  ugs. · imaginiert  geh. · zusammenfantasiert  ugs., abwertend
  • Nachtigall, ick hör dir trapsen!  ugs., berlinerisch · netter Versuch!  ugs.
  • Desinformation · ↗Falschinformation · ↗Fehlinformation · Verdrehung der Tatsachen
  • Falschaussage · ↗Schutzbehauptung · ↗Unwahrheit  ●  ↗Lüge  Hauptform
  • Angabe (mit) · ↗Angeberei · ↗Aufschneiderei · Geprotze · ↗Großsprecherei · ↗Prahlerei · ↗Protzerei · ↗Wichtigtuerei  ●  ↗Rodomontade  geh., ital., franz.
  • (jemandem) kommen erhebliche Zweifel · erspar(e) mir deine (...) · ich glaub(e) dir kein Wort  ●  ich glaube dir (das) nicht  Hauptform · (ja ja,) schon klar ...  ugs. · (jemand) erzählt viel, wenn der Tag lang ist  ugs., Spruch · alles klar!  ugs., ironisch, Spruch · am Arsch hängt der Hammer  derb, Spruch · das glaubst du (doch) selbst nicht!  ugs. · das kannst du deinem Frisör erzählen!  ugs., Spruch · das kannst du deiner Großmutter erzählen!  ugs. · das kannst du deiner Oma erzählen!  ugs., Spruch · das kannst du einem Dummen erzählen!  ugs., variabel · das kannst du einem erzählen, der sich die Hose mit der Kneifzange anzieht  ugs., Spruch, variabel · das kannst du mir nicht erzählen!  ugs. · du kannst mir viel erzählen!  ugs., variabel, Spruch · ja nee, ist klar!  ugs., Spruch · komm mir nicht (wieder) mit (...)  ugs. · komm mir nicht so!  ugs. · verarschen kann ich mich auch alleine!  derb, Spruch · wer's glaubt, wird selig  ugs., sprichwörtlich
  • (ein) falsches Spiel spielen · (es) mit der Wahrheit nicht so genau nehmen · (etwas) wahrheitswidrig behaupten · ↗betrügen · die Unwahrheit sagen · ↗hochstapeln · ↗schwindeln  ●  ↗lügen  Hauptform · mit gespaltener Zunge sprechen  fig. · ↗cheaten  ugs. · ↗flunkern  ugs. · krücken  ugs., regional · ↗mogeln  ugs.
  • anreichern · ↗ausgestalten · ↗ausschmücken (beim Erzählen) · ↗hinzuerfinden
  • Flunkerer · ↗Lügenbold · ↗Lügenmaul · Lügenschmied · ↗Märchenerzähler · ↗Märchenonkel · ↗Schwindler
  • (das) Herumlügen · Herumlügerei · ↗Lügerei  ●  Rumlügerei  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atemnot Bewußtlosigkeit Brechreiz Erbrechen Herzklopfen Herzrasen Kopfschmerz Krampf Mattigkeit Müdigkeit Ohrensause Schlaflosigkeit Schweißausbruch Schwindel Sehstörung Taubheitsgefühl Unwohlsein Wahrnehmungsstörung aufdecken auffliegen aufgeflogen aufgelegt aufsitzen ausgemacht befallen durchschauen entlarven hereinfallen plump Übelkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwindel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie ist sogar auf dem Weg in Schwindel erregende Höhen.
Der Tagesspiegel, 15.01.2004
Nachdem sich Gästen eines Restaurants über ungerechtfertigte Belastungen beschwert hatten, flog der Schwindel auf.
Süddeutsche Zeitung, 06.05.1995
Ich mußte im starken Wind erst mit Schwindel kämpfen, hatte dann aber große Freude am Überblick.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1927. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1927], S. 203
Das hat alles keine Dauer, ist nichts als poetischer Schwindel.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1559
Schwindel nennt man ein Versprechen, welches nicht gehalten werden kann.
Friedländer, Hugo: Fürst Bismarck gegen den Universitätsprofessor Dr. Theodor Mommsen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 28467
Zitationshilfe
„Schwindel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schwindel#2>, abgerufen am 24.08.2019.

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