Schwerpunkt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchwer-punkt (computergeneriert)
WortzerlegungschwerPunkt
Wortbildung mit ›Schwerpunkt‹ als Erstglied: ↗Schwerpunktaufgabe · ↗Schwerpunktbetrieb · ↗Schwerpunktbildung · ↗Schwerpunktindustrie · ↗Schwerpunktprogramm · ↗Schwerpunktverlagerung · ↗schwerpunktmäßig
 ·  mit ›Schwerpunkt‹ als Letztglied: ↗Anlageschwerpunkt · ↗Arbeitsschwerpunkt · ↗Aufgabenschwerpunkt · ↗Forschungsschwerpunkt · ↗Förderschwerpunkt · ↗Interessenschwerpunkt · ↗Interessensschwerpunkt · ↗Produktionsschwerpunkt · ↗Programmschwerpunkt · ↗Studienschwerpunkt · ↗Themenschwerpunkt · ↗Tätigkeitsschwerpunkt · ↗Unfallschwerpunkt · ↗Verkehrsschwerpunkt
eWDG, 1976

Bedeutung

Physik bestimmter Punkt in einem festen Körper oder außerhalb eines festen Körpers, in dem die gesamte Masse des Körpers vereinigt gedacht werden kann
Beispiele:
den Schwerpunkt eines Gegenstandes berechnen, verlagern
der Körper ist in jeder Lage im Gleichgewicht, wenn der Schwerpunkt unterstützt wird
übertragen
Beispiele:
der Schwerpunkt (= das Hauptgewicht) der Produktion liegt auf ...
der Schwerpunkt der Diskussion verlagerte sich auf ...
den Schwerpunkt auf etw. legen
volkswirtschaftliche Schwerpunkte (= wichtigste, vorrangige Bereiche, Vorhaben)
Schwerpunkte seiner Forschungen waren ...
den Schwerpunkt seines Schaffens bildete die Lyrik
sich auf Schwerpunkte konzentrieren
dieses Unternehmen wurde zum Schwerpunkt im Perspektivplan erklärt
Der Ausbau dieses chemischen Betriebes im Moskauer Bezirk Frunse gehörte zu den Schwerpunkten des ersten Fünfjahrplans [R. WernerBenario147]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwer · Schwere · schwerlich · Schwermut · schwermütig · Schwerenot · Schwerenöter · Schwerkraft · Schwerpunkt · schwerfällig · schwerhörig
schwer Adj. ‘von großem Gewicht, von hohem Schwierigkeitsgrad’, ahd. swār (8. Jh.), swāri (9. Jh.) ‘schwer, drückend, schmerzlich’, mhd. swær(e), swār ‘wehtuend, schmerzlich, unangenehm, beschwerlich, betrübt, von großem Gewicht, vornehm’, asächs. mnd. swār, mnl. swaer, swāre, nl. zwaar, afries. swēr, aengl. swǣr, swār, auch ‘träge, schwach’, anord. svārr, schwed. svår, got. swērs ‘geachtet, geehrt’, eigentlich ‘schwerwiegend’ (germ. *swēra-, *swēri-) lassen sich vergleichen mit lit. sver̃ti ‘etw. wägen (um das Gewicht zu bestimmen), wiegen, Gewicht haben’, svarùs ‘schwer’, russ. (älter) osvér, osvír (освер, освир) ‘Hebel’, osvérit’, osvírit’ (осверить, освирить) ‘neigen, einer Seite das Übergewicht geben’, vielleicht auch mit griech. hérma (ἕρμα) ‘Stütze, Klippe, Stein, Ballast’ (falls eigentlich ‘schweres Gewicht, schwerer Stein, Steinblock’) und lat. sērius ‘ernsthaft, ernstlich’ (eigentlich ‘schwer, gewichtig’), so daß von einer auch mit anlautendem s- auftretenden Wurzel ie. *u̯er- ‘binden, anreihen, aufhängen’, auch zum Wägen, daher ‘schwer, Schnur, Strick’, ausgegangen werden kann. Schwere f. ‘Gewicht, Schwierigkeit’, ahd. swārī (8. Jh.), mhd. swære ‘Leid, Schmerz, Kummer, Bedrängnis, großes Gewicht’. schwerlich Adv. ‘kaum’ (16. Jh.), ahd. swārlīhho (9. Jh.), mhd. swærlīche ‘auf schwere Weise, mit Mühe, in hohem Grade’, neben ahd. swārlīh (8. Jh.), mhd. swærlich Adj. Schwermut f. ‘gedrückte Gemütsverfassung, Melancholie’ (16. Jh.), Rückbildung aus schwermütig Adj. ‘gedrückt, depressiv, melancholisch’, mhd. swærmüetic; doch vgl. bereits vereinzeltes mhd. swārmueti (13. Jh.). Schwerenot Interjektion (18. Jh.), eigentlich mhd. swære nōt, nhd. schwere Not ‘körperlicher Schmerz, Krankheit’, auch ‘Geburtswehen’, besonders aber ‘Fallsucht, Epilepsie’ (17. Jh.), von der man glaubte, daß sie einem Menschen durch teuflische Beschwörung angehext werden könne; daher erklären sich Wendungen wie die Schwerenot soll euch regieren, die Schwerenot kriegen (18. Jh.), danach elliptisch daß dich die Schwerenot! und als Ausruf der Verwünschung, Überraschung, Beteuerung Schwerenot! Vgl. nd. swärnötern ‘fluchen’. Schwerenöter m. ‘verfluchter Kerl’ (18. Jh.), ‘Schalk, durchtriebener Kerl, Schürzenjäger’ (19. Jh.). Schwerkraft f. ‘Anziehungskraft der Erde’ (18. Jh.). Schwerpunkt m. ‘Mittelpunkt (der Masse)’, übertragen ‘wichtigster Punkt’ (18. Jh.). schwerfällig Adj. ‘langsam, unbeweglich’ (18. Jh.), vgl. bereits mnd. swārvellich ‘nicht leicht beweglich’. schwerhörig Adj. ‘mit schlechtem Hörvermögen’ (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Entscheidende · (das) Wesentliche · ↗Fokus · ↗Hauptaugenmerk · ↗Kern · ↗Mittelpunkt · Schwerpunkt · ↗Zentrum
Assoziationen
  • (einen) hohen Stellenwert genießen · (einen) hohen Stellenwert haben · Bedeutung haben · ankommen auf (es) · ↗bedeutend · ↗bedeutsam · ↗entscheidend · ↗erheblich · ↗gewichtig · ↗groß · ins Gewicht fallen(d) · ↗maßgeblich · nicht zu unterschätzen · nicht zu vernachlässigen (sein) · ↗relevant · von Belang · von Gewicht · von Relevanz · von großer Bedeutung · von großer Wichtigkeit · ↗wesentlich · ↗zentral · ↗zählen  ●  Gewicht haben  fig. · großgeschrieben werden  fig. · hoch im Kurs stehen  fig. · von Bedeutung  Hauptform · ↗wichtig (sein)  Hauptform
Mathematik
Synonymgruppe
Schwerpunkt · geometrischer Schwerpunkt
Oberbegriffe
  • ausgezeichneter Punkt · merkwürdiger Punkt
Assoziationen
  • Figur · geometrische Figur
Physik
Synonymgruppe
Gewichtsschwerpunkt · ↗Massenmittelpunkt · Massenschwerpunkt · Schwerpunkt
Oberbegriffe
  • Massepunkt · Punktmasse
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktivität Arbeit Ausbildung Bildung Bildungspolitik Buchmesse Expansion Festival Forschung Förderung Messe Regierungsarbeit Sammlung Tätigkeit Verlagerung besonder bilden geographisch inhaltlich konzentrieren legen liegen regional setzen thematisch unterschiedlich verlagern verlegen verschieben weit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwerpunkt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Schwerpunkt seiner Politik werde vor allem darauf liegen, auch im Kampf gegen Terroristen keine Fehler mehr zu machen, sagte er.
Die Zeit, 19.01.2009, Nr. 03
Ein weiterer Schwerpunkt der teilnehmenden Unternehmen liegt auf der Vermittlung von Arbeit.
Der Tagesspiegel, 12.02.2005
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Zeit von 1799 bis 1871.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 620
Der Schwerpunkt der Macht des Adels freilich lag trotzdem in der Stadt.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 927
Schwerpunkte sind die Wiederaufnahmen lange nicht gespielter oder vergessener Opern.
Fath, Rolf: Spielstätten - W. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 7586
Zitationshilfe
„Schwerpunkt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schwerpunkt>, abgerufen am 19.05.2019.

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