Schwank, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schwank(e)s · Nominativ Plural: Schwänke
Aussprache
Wortbildung mit ›Schwank‹ als Erstglied: ↗schwankhaft  ·  mit ›Schwank‹ als Letztglied: ↗Bauernschwank · ↗Filmschwank
eWDG, 1976

Bedeutung

kleinere, scherzhafte, volkstümlich-humoristische, oft derbe Darstellung charakterlicher und gesellschaftlicher Schwächen
a)
in Form einer einer Erzählung
Beispiele:
ein derber Schwank
mittelalterliche Schwänke in Versen und Prosa
umgangssprachlich einen Schwank (= ein knappes, anekdotenhaftes Erlebnis, einen lustigen, übermütigen Streich) aus seinem Leben, seiner Jugendzeit erzählen
b)
in Form eines Theaterstücks
Beispiel:
einen Schwank (von Hans Sachs) aufführen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwank m. ‘lustiger Einfall, Streich, lustige Begebenheit’. Zugrunde liegt das unter ↗Schwang (s. d.) behandelte mhd. swanc ‘schwingende Bewegung, Schwung, (Schicksals)schlag, Wurf, Hieb, (Fechter)streich’. Dieses entwickelt im 15. Jh., wohl aus der Verwendung ‘Fechterstreich’, die Bedeutung ‘listiger Streich, Finte’, dann ‘lustiger, spaßhafter Streich’ und ‘Erzählung, szenische Darstellung eines solchen Streiches’, die sich mit der auslautendes -k aufweisenden Schreibweise verfestigt. Vgl. auch mnd. swenke (Plur.) ‘hinterlistige Machenschaften, Ränke, kuriose Bräuche’, swank (Sing.) ‘Spott, lustiger Einfall, Erzählung’; dazu die entsprechende Pluralbildung frühnhd. schwenke, schwänke. Im Anschluß an die sich im 16. Jh. reich entfaltende Schwankliteratur wird der Ausdruck zum literaturgeschichtlichen Begriff und erfährt im 19. Jh. als Bezeichnung für ein ‘derbes, lustiges Bühnenstück’ eine neue Belebung. Zur Ausprägung der Bedeutungsdifferenzierung von Schwang, Schwank und Schwung s. ↗Schwang.

Thesaurus

Synonymgruppe
Burleske · ↗Klamotte · ↗Posse · Schwank
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Schwank aus jemandes Leben · (eine) Geschichte, die das Leben schrieb · ↗Anekdote · ↗Posse · Schwank · lustige Geschichte  ●  Döneken  rheinisch · ↗Story  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akte Anekdote Burleske Erzählung Fabel Komödie Lustspiel Märchen Operette Posse Raub Sage Satire Schnurren Schwenk Volkstheater Witz aufführen bayerisch deftig derb dreiaktig heiter hübsch inszenieren komödienstadlerprobt lustig musikalisch nominieren volkstümlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwank‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er werde natürlich alles geben, sagt Jörg Schwanke in die Kamera.
Die Zeit, 13.09.2010, Nr. 37
Drei Tage lang geht alles gut, am vierten Tag ist Schwanke verschwunden.
Süddeutsche Zeitung, 08.10.2002
Der Schwank ist alt und kommt in verschiedenen Sprachen vor.
Röhrich, Lutz: anders. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 263
Man konnte dem gutmütigen und lustigen alten Herrn nicht gram sein, erzählte aber unzählige Schwänke von ihm.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 3032
Eine andere Theorie meint, es handle sich beim Aprilschicken um letzte Reste von Schwänken, mit denen in alten Zeiten der Frühling gefeiert wurde.
o. A. [hs]: April, April. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1978]
Zitationshilfe
„Schwank“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schwank>, abgerufen am 21.04.2019.

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