Schwang, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich im Schwang, Schwange sein
in Schwang kommen
üblich, allgemein verbreitet sein; in Gebrauch, in Mode sein, kommen
Beispiele:
verschiedene Gerüchte waren über ihn im Schwang, Schwange, kamen über ihn in Schwang
Kurzwörter sind seit Anfang dieses Jahrhunderts überall im Schwang
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwang · Überschwang · überschwenglich
Schwang m. ‘schwingende Bewegung, Brauch und Sitte’, ahd. hinaswang ‘das Hinwerfen, Wegschleudern’ (11. Jh.), mhd. swanc (Genitiv swanges, häufiger swankes) ‘schwingende Bewegung, Schwung, (Schicksals)schlag, Wurf, Hieb, (Fechter)streich’, frühnhd. auch ‘lustiger Einfall, Streich’, mnd. swanc ‘schwingende Bewegung, Schwanken, Gebrauch, Übung’, mnl. swanc, nl. zwang, afries. sweng, swang, aengl. sweng ‘Schlag’ (germ. *swangwa-) stehen als ablautende Abstraktbildungen zu dem unter ↗schwingen (s. d.) dargestellten Verb. Mhd. swanc setzt sich zur Bezeichnung einer ‘schwingenden Bewegung’ zunächst in nhd. Schwang, in der Bedeutung ‘lustiger Einfall’ jedoch in der Schreibweise nhd. ↗Schwank (s. d.) fort. Doch noch im 19. Jh. können (wenngleich selten) Schwang und Schwank für ‘schwingende Bewegung’ gleichbedeutend nebeneinander gebraucht werden. Als weiteres Wort tritt hinzu nhd. ↗Schwung (s. d.). In der Literatursprache setzt daher etwa im 18. Jh. eine Unterscheidung ein zwischen Schwang in (seit dem 16. Jh. belegten) Wendungen wie im Schwange sein ‘üblich, allgemein Brauch und Sitte sein’, in Schwang kommen ‘üblich werden’, Schwank ‘lustiger Einfall’ und Schwung ‘schwingende Bewegung’. Überschwang m. ‘Übermaß an Gefühl, Begeisterung, Ekstase’, mhd. überswanc. überschwenglich Adj. spätmhd. überswenklich.

Typische Verbindungen
computergeneriert

voll

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwang‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und das unterscheidet ihn von den meisten der heute im Schwange befindlichen Pianisten.
Die Zeit, 12.05.2008, Nr. 19
Auch sonst sind dreistellige Namen auf allen Gebieten sehr im Schwang.
Süddeutsche Zeitung, 05.03.2001
Denn um diese schienen wunderliche Dinge im Schwange zu sein.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 201
Wie sollen wir dieses “Gesetz“, das seit undenklichen Zeiten im Schwange ist, beurteilen?
Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 76
Es gingen allerdings Geschichten von Räubereien im Schwange, sie mögen für frühere Jahre zutreffen, tatsächlich ist uns in diesen Jahren nichts zu Ohren gekommen.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 7697
Zitationshilfe
„Schwang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schwang>, abgerufen am 25.06.2019.

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