Schwaden, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schwadens · Nominativ Plural: Schwaden · wird meist im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungSchwa-den (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schwaden‹ als Letztglied: ↗Brandschwaden · ↗Nebelschwaden · ↗Tabakschwaden
eWDG, 1976

Bedeutung

Zusammenballung von Gasen, Dämpfen in der Luftströmung, besonders von Dunst, Nebel, Rauch
Beispiele:
Wasserdampf hing in Schwaden über dem Herd
der Rauch stand, erhob sich in dichten, dicken, giftigen Schwaden
die bläulichen, süßlichen Schwaden des Zigarettenrauches
die Lokomotive stieß weiße, schwarze Schwaden von Dampf und Rauch in die Luft
graue, bleiche, lange Schwaden des Herbstnebels lagen auf, dicht über der Wiese
der See war von nebligen, dunstigen Schwaden verhüllt
Autos hatten den Staub in Schwaden aufgewirbelt
Bergmannssprache schädliche Grubenluft mit hohem Gehalt an Kohlenoxid, besonders an Kohlendioxid
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwade · Schwaden1 · Schwad
Schwade f. Schwaden1 m. Schwad m. ‘eine Reihe gemähten Grases oder Getreides’, mhd. (md.) swade m., mnd. swat, swāde(n) n., auch ‘Reihe gepflügter Erde’, mnl. swat, swaet n., swāde f., nl. zwad n., zwade f., aengl. swæþ, swaþu ‘Spur, Pfad’, engl. swath ‘Reihe, Schwade’; vgl. auch aengl. swaþian, engl. to swathe ‘einwickeln, einhüllen, (Getreide) schneiden und in Schwaden liegen lassen’. Herkunft unklar. Im Germ. entsprechen formal anord. svað n., svaði m. ‘Gleiten, schlüpfrige Stelle’ und norw. svad ‘nackte Bergseite, an der die Erde weggespült ist’, afries. swethe ‘Grenze’. Zieht man mhd. swīmen ‘sich hin und her bewegen, schwanken, schweben’, mnd. sweimen, swemen ‘sich schwankend bewegen, flattern’, mnl. swīmen, nl. zwijmen ‘taumeln’, norw. (mundartlich) svima ‘taumeln, wanken’ heran, so ließe sich eine mögliche Grundbedeutung ‘Reihe gemähten Grases’ von der schwingenden Bewegung der Sense herleiten. Als außergerm. Verwandte werden erwogen griech. sīmós (σιμός) ‘mit eingedrückter und aufgestülpter Nase, aufwärts gebogen, ansteigend, eingebogen, hohl’ und kymr. chwid ‘lebhafte Wendung, Kunstgriff’, chwil ‘sich schnell drehend’, so daß sich eine Wurzel ie. *su̯ē̌(i)- ‘biegen, drehen, schwingen’, die unterschiedlich konsonantisch erweitert wird, rekonstruieren läßt. Weitere Überlegungen bei de Vries Nl. 874.

Schwaden2 m. ‘Rauch, Dampf, Qualm’, mhd. swadem, swaden ‘dicke Ausdünstung, Brodem’, mnd. swādem(e), swāden, vgl. auch anders gebildetes aengl. swaþul ‘Flamme, Feuer, Glut’. Herkunft ungeklärt. Zieht man unter Annahme von Ablautentgleisung und trotz semantischer Bedenken ahd. swedan ‘verschwelen, langsam verbrennen’ (8. Jh.) und unsicher überliefertes swīdan ‘brennen’ (9. Jh.) mit anord. svīða ‘verbrennen, braten, schmerzen’, schwed. svida ‘brennen, beißen, schmerzen’ heran, kann ie. *su̯eit- ‘sengen, brennen’ als Variante von ie. *su̯eid- ‘glänzen, schimmern’ erschlossen werden, womit sich lat. sīdus ‘Gestirn’, lit. svidė́ti ‘glänzen, flimmern’, svidùs ‘blank, glänzend, flimmernd’, vielleicht auch russ. (älter) svidína (свидина) ‘Hartriegel’ (wegen der blutroten Zweige) verbinden lassen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dampf · Schwaden
Assoziationen
  • Dampfboot  ●  Vaporetto  ital., lat.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgas Dampf Dunst Marihuana Nebel Rauch Tabakrauch Tränengas Wasserdampf Zigarettenqualm Zigarettenrauch beißend bläulich dicht dick einhüllen entweichen fettig giftig hinwegziehen hüllen milchig quellen riechend rußig stinkend trüb verziehen wabern wabernd

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwaden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein sperriger Kasten am Fenster bläst kalte Schwaden in das winzige Zimmer, der alte Mann atmet gleichmäßig.
Die Zeit, 13.08.2007, Nr. 34
Zusammenschlagen in Schwaden verhindert die Aufnahme von Feuchtigkeit in der Nacht.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 159
Über dem Hof lag in dicken Schwaden ein fetter süßer Geruch.
Seghers, Anna: Die Wellblech-Hütte. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 157
Ein Schwaden feuchtkühler Luft drang ein und änderte die Atmosphäre.
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 312
Sein Gesicht verschwindet in den von blauem Licht angestrahlten Schwaden.
Die Welt, 03.03.2005
Zitationshilfe
„Schwaden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schwaden#1>, abgerufen am 13.11.2019.

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Schwaden, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schwadens · Nominativ Plural: Schwaden
WorttrennungSchwa-den (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schwaden‹ als Erstglied: ↗Schwadenrechen · ↗schwadenweise  ·  mit ›Schwaden‹ als Letztglied: ↗Heuschwaden · ↗Strohschwaden
eWDG, 1976

Bedeutung

Reihe des mit der Sense oder Mähmaschine abgemähten Ernteguts, Schwad
Beispiele:
die Schwaden wenden, zu (einem) Haufen zusammenharken
die Schnitter mähten die Wiese in langen Schwaden ab
der Mähdrescher legt das Stroh in Schwaden ab
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwade · Schwaden1 · Schwad
Schwade f. Schwaden1 m. Schwad m. ‘eine Reihe gemähten Grases oder Getreides’, mhd. (md.) swade m., mnd. swat, swāde(n) n., auch ‘Reihe gepflügter Erde’, mnl. swat, swaet n., swāde f., nl. zwad n., zwade f., aengl. swæþ, swaþu ‘Spur, Pfad’, engl. swath ‘Reihe, Schwade’; vgl. auch aengl. swaþian, engl. to swathe ‘einwickeln, einhüllen, (Getreide) schneiden und in Schwaden liegen lassen’. Herkunft unklar. Im Germ. entsprechen formal anord. svað n., svaði m. ‘Gleiten, schlüpfrige Stelle’ und norw. svad ‘nackte Bergseite, an der die Erde weggespült ist’, afries. swethe ‘Grenze’. Zieht man mhd. swīmen ‘sich hin und her bewegen, schwanken, schweben’, mnd. sweimen, swemen ‘sich schwankend bewegen, flattern’, mnl. swīmen, nl. zwijmen ‘taumeln’, norw. (mundartlich) svima ‘taumeln, wanken’ heran, so ließe sich eine mögliche Grundbedeutung ‘Reihe gemähten Grases’ von der schwingenden Bewegung der Sense herleiten. Als außergerm. Verwandte werden erwogen griech. sīmós (σιμός) ‘mit eingedrückter und aufgestülpter Nase, aufwärts gebogen, ansteigend, eingebogen, hohl’ und kymr. chwid ‘lebhafte Wendung, Kunstgriff’, chwil ‘sich schnell drehend’, so daß sich eine Wurzel ie. *su̯ē̌(i)- ‘biegen, drehen, schwingen’, die unterschiedlich konsonantisch erweitert wird, rekonstruieren läßt. Weitere Überlegungen bei de Vries Nl. 874.

Schwaden2 m. ‘Rauch, Dampf, Qualm’, mhd. swadem, swaden ‘dicke Ausdünstung, Brodem’, mnd. swādem(e), swāden, vgl. auch anders gebildetes aengl. swaþul ‘Flamme, Feuer, Glut’. Herkunft ungeklärt. Zieht man unter Annahme von Ablautentgleisung und trotz semantischer Bedenken ahd. swedan ‘verschwelen, langsam verbrennen’ (8. Jh.) und unsicher überliefertes swīdan ‘brennen’ (9. Jh.) mit anord. svīða ‘verbrennen, braten, schmerzen’, schwed. svida ‘brennen, beißen, schmerzen’ heran, kann ie. *su̯eit- ‘sengen, brennen’ als Variante von ie. *su̯eid- ‘glänzen, schimmern’ erschlossen werden, womit sich lat. sīdus ‘Gestirn’, lit. svidė́ti ‘glänzen, flimmern’, svidùs ‘blank, glänzend, flimmernd’, vielleicht auch russ. (älter) svidína (свидина) ‘Hartriegel’ (wegen der blutroten Zweige) verbinden lassen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dampf · Schwaden
Assoziationen
  • Dampfboot  ●  Vaporetto  ital., lat.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgas Dampf Dunst Marihuana Nebel Rauch Tabakrauch Tränengas Wasserdampf Zigarettenqualm Zigarettenrauch beißend bläulich dicht dick einhüllen entweichen fettig giftig hinwegziehen hüllen milchig quellen riechend rußig stinkend trüb verziehen wabern wabernd

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwaden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein sperriger Kasten am Fenster bläst kalte Schwaden in das winzige Zimmer, der alte Mann atmet gleichmäßig.
Die Zeit, 13.08.2007, Nr. 34
Zusammenschlagen in Schwaden verhindert die Aufnahme von Feuchtigkeit in der Nacht.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 159
Über dem Hof lag in dicken Schwaden ein fetter süßer Geruch.
Seghers, Anna: Die Wellblech-Hütte. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 157
Ein Schwaden feuchtkühler Luft drang ein und änderte die Atmosphäre.
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 312
Sein Gesicht verschwindet in den von blauem Licht angestrahlten Schwaden.
Die Welt, 03.03.2005
Zitationshilfe
„Schwaden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schwaden#2>, abgerufen am 13.11.2019.

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