Schwätzer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schwätzers · Nominativ Plural: Schwätzer
Aussprache
WorttrennungSchwät-zer (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schwätzer‹ als Erstglied: ↗schwätzerisch  ·  mit ›Schwätzer‹ als Letztglied: ↗Dummschwätzer · ↗Klugschwätzer · ↗Tugendschwätzer
eWDG, 1976

Bedeutung

abwertend
1.
salopp jmd., der viel, oberflächlich und töricht daherredet, ohne selbst zu handeln
Beispiele:
ein alberner, hohler, kindischer, langweiliger, törichter, unerträglicher, wirrköpfiger, sentimentaler, greisenhafter Schwätzer
Er war ein redseliger Mann, aber kein Schwätzer, er galt für sehr tüchtig [KlempererLTI269]
2.
umgangssprachlich jmd., der leicht ein Geheimnis verrät, ausplaudert
Beispiel:
weihe ihn nicht ein, er ist ein Schwätzer, man kann ihm nicht trauen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwatzen · Geschwätz · Schwatz · Schwätzer · schwatzhaft
schwatzen Vb. ‘wortreich und belanglos reden’, frühnhd. swetzen, schwätzen, schwetzen, schwatzen (15. Jh.), in der Literatursprache (seit 18. Jh.) vorwiegend schwatzen, während umgelautetes schwätzen im Südd. vorherrscht; wohl Intensivbildung (vielleicht unter Einfluß von frühnhd. smetzen ‘schwatzen, verleumden’) zu lautmalendem mhd. swateren ‘rauschen, klappern’, nhd. (landschaftlich) schwadern ‘plätschern’, auch ‘schnattern, schwatzen, schlemmen, prassen’. Geschwätz n. ‘dummes, belangloses Gerede’, mhd. geswetze, Kollektivbildung zu mhd. swaz, nhd. Schwatz m. ‘Plauderei’. Schwätzer m. (15. Jh.). schwatzhaft Adj. ‘redselig’ (18. Jh.), frühnhd. schwetzhafftig (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemand) hört sich gerne reden · (jemand) redet viel, wenn der Tag lang ist · ↗Dampfplauderer · ↗Phrasendrescher · ↗Plapperer · ↗Plauderer · Powertalker · ↗Quasseltante · ↗Quatschkopf · ↗Salbader · ↗Wortemacher  ●  ↗Schwadroneur  französierend · Schwafler  Hauptform · Schwätzer  Hauptform · Dauerquassler  ugs. · ↗Fabulant  geh., lat. · ↗Kaffeetante  ugs. · Laberbacke  ugs. · Laberkopf  ugs. · Laberkopp  ugs. · Labertasche  ugs. · ↗Plappermaul  ugs. · ↗Plaudertasche  ugs. · ↗Quasselstrippe  ugs. · Quatschkopp  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angeber Denker Schweiger Wichtigtuer abtun dumm eitel entlarven intellektuell liberal sprachlos unerträglich verantwortungslos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwätzer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber ich gehöre nicht zu den Schwätzern, die ich selbst ertragen musste.
Bild, 05.11.2001
Der Mann im dunklen Mantel mit dem hochgeschlagenen Kragen ist kein ausgesprochener Schwätzer.
Süddeutsche Zeitung, 09.07.2001
Ich war zwar ein weinerlicher Schwätzer, aber eigentlich doch ziemlich clever.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 286
Dieser aufdringliche Schwätzer brachte uns um jeden Genuß, um jede Freude.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 25675
Die »Machtpropaganda« verschaffte ihnen das Prestige, keine »leeren Schwätzer« zu sein.
Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 632
Zitationshilfe
„Schwätzer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schwätzer>, abgerufen am 20.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
schwätzen
Schwätzchen
Schwatzbase
Schwatz
Schwarzwurzel
Schwätzerei
schwätzerisch
schwatzhaft
Schwatzhaftigkeit
Schwatzliese