Schwärmer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schwärmers · Nominativ Plural: Schwärmer
Aussprache
WorttrennungSchwär-mer (computergeneriert)
Wortzerlegungschwärmen-er
Wortbildung mit ›Schwärmer‹ als Erstglied: ↗schwärmerisch  ·  mit ›Schwärmer‹ als Letztglied: ↗Hornissenschwärmer · ↗Kiefernschwärmer · ↗Ligusterschwärmer · ↗Lindenschwärmer · ↗Nachtschwärmer · ↗Naturschwärmer · ↗Oleanderschwärmer · ↗Totenkopfschwärmer · ↗Weinschwärmer · ↗Wolfsmilchschwärmer
eWDG, 1976

Bedeutungen

I.
schwärmerisch veranlagter Mensch
Beispiele:
ein eifernder, lebensfremder, romantischer Schwärmer
er war ein Schwärmer und Phantast
Ich bin keiner von denjenigen Idealisten, die nur Schwärmer sind, sondern ich bin Realist und Marxist [Thälm.Reden1,34]
II.
Feuerwerkskörper, der unter wiederholten Explosionen regellos umherfliegend abbrennt
III.
Zoologie Nachtfalter mit spindelförmigem Körper und schmalen Flügeln, der schnell fliegen kann
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwarm · schwärmen · Schwärmer · Schwarmgeist
Schwarm m. ‘ausfliegende, summend schwirrende Bienenschar, sich wimmelnd fortbewegende Menge’, ahd. swar(a)m ‘Bienenschwarm’ (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. swarm, mnl. swarm, swerm, nl. zwerm, aengl. swearm, engl. swarm, anord. svarmr ‘Unruhe, Lärm’, schwed. svärm ‘Schwarm’ stehen als Bildungen mit mo-Suffix wie frühnhd. surm ‘Gesumse, Getöse’ (15. Jh.) neben den verwandten unter ↗schwirren und ↗surren (s. d.) angeführten Verben. Außergerm. sind vergleichbar aind. svárati ‘gibt einen Ton von sich, erschallt, singt’, griech. hýrax (ὕραξ) ‘Spitzmaus’, lat. sōrex ‘Spitzmaus’ (nach dem Pfeifton des Tieres), lat. susurrus ‘das Zischen, Flüstern’, susurrāre ‘zischen, flüstern, summen’, kymr. chwyrnu ‘brummen’, aslaw. svirati ‘flöten, pfeifen’, aruss. svirati, svirjati ‘flöten’, aslaw. svirělь ‘Flöte, Schalmei’, russ. svirél’ (свирель) ‘Hirtenflöte, Schalmei, Pfeife’, so daß von einer Schallwurzel ie. *su̯er- ‘surren’ ausgegangen werden kann. schwärmen Vb. ‘einen Schwarm bilden’, ahd. swer(e)men (11. Jh.), mhd. swarmen, swermen; übertragen frühnhd. schwärmen ‘ein lustiges, freies Leben führen’ (16. Jh.), ‘von einer vorgeprägten geistigen Bahn oder Ordnung, einem Gedankengebäude abweichen’, besonders von religiösen Sektierern ‘wirklichkeitsfern denken, sich begeistern’ (16. Jh.), in der literarischen Bewegung des 18. Jhs. ‘sich überschwenglich begeistern, seiner Phantasie freien Lauf lassen’, für jmdn. schwärmen ‘ihn verehren, anhimmeln’ (18. Jh.) mit der Rückbildung Schwarm m. ‘verehrte Person, begeisternder Gegenstand’ (19. Jh.). In der Militärsprache (aus)schwärmen ‘eine feste Zugordnung auflösen, sich im Gelände verteilen’ (18. Jh.). Schwärmer m. und Schwarmgeist m. ‘religiöser Sektierer’ (16. Jh.), ‘wer den Boden der Wirklichkeit verliert, Phantast’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fantast · ↗Idealist · ↗Phantast · ↗Romantiker · Schwärmer · ↗Träumer · ↗Utopist
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dichter Melancholiker Mystiker Phantast Romantiker Träumer Täufer abtun gewiss hoffnungslos idealistisch jugendlich link mystisch naiv religiös revolutionär romantisch sonderbar verliebt verwandeln weltfremd

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwärmer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Entzückt von der überschäumenden Muse führt sie der Schwärmer vor den Altar.
Die Welt, 04.03.1999
Da kommen auch schon die Schwärmer, erst vereinzelt, dann immer mehr.
Die Zeit, 03.01.1997, Nr. 2
Das hielt die einsamen und wohl meist armen Schwärmer ab.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 889
Nicht einmal die versöhnliche Frische der Nacht vermochte das Herz des Schwärmers abzukühlen.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 177
Auf diese Weise erhält der fertige Schwärmer das Aussehen einer Kaffeebohne.
Grell, Karl G.: Protozoologie, Berlin u. a.: Springer 1956, S. 81
Zitationshilfe
„Schwärmer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schwärmer>, abgerufen am 22.10.2019.

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