Schwächling, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schwächlings · Nominativ Plural: Schwächlinge
Aussprache
WorttrennungSchwäch-ling
Wortzerlegungschwach-ling
eWDG, 1976

Bedeutung

abwertend
1.
körperlich schwacher Mensch
Beispiel:
er war körperlich zwar ein Schwächling, besaß aber großen Mut
2.
charakterlich, willensmäßig schwacher Mensch
Beispiel:
Es war ein Befehl, und ich Schwächling bebte in Bewunderung vor der dämonischen Herrischkeit ihres Willens [St. ZweigAmok26]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwach · Schwäche · Schwachheit · schwächen · schwächlich · Schwächling · Schwachkopf · Schwachmatikus · Schwachsinn · schwachsinnig
schwach Adj. ‘kraftlos, dünn, wenig gehaltvoll’, mhd. swach ‘schlecht, gering, unedel, niedrig, armselig, kraftlos’, mnd. swak, auch ‘biegsam’, mnl. swac ‘biegsam, gebrechlich’, nl. zwak läßt sich mit mnd. swāken, swēken ‘wackeln’, norw. (mundartlich) svaga ‘schwanken, schlenkern’, svagga ‘schwankend gehen’, anord. sveggja ‘hin und her schwingen’ zu der unter ↗schwingen (s. d.) angeführten Wortgruppe stellen, könnte also einer nasallosen Variante ie. *su̯eg-, *su̯ek- des dort angegebenen Ansatzes ie. *su̯eng-, *su̯enk- ‘biegen, drehend schwingen, schwenken’ folgen. Als Ausgangsbedeutung ergäbe sich ‘biegsam, schwankend’, die in ‘schlecht, kraftlos’ übergeht. Schwäche f. ‘Kraftlosigkeit’ (16. Jh.), abgeleitet vom Adjektiv; vgl. mhd. swache ‘Unehre, Schmach’, frühnhd. sweche ‘dünner Teil der Messerklinge’ (15. Jh.). Schwachheit f. ‘Kraftlosigkeit’, mhd. swachheit, swacheit ‘Geringheit, Unehre, Schmach, Kränklichkeit’. schwächen Vb. ‘schwach, hinfällig, kraftlos machen’, mhd. swechen ‘verächtlich machen, beschimpfen, erniedrigen’; vgl. auch mhd. swachen ‘schlecht, armselig sein, schlecht werden oder machen, verachten, tadeln, schänden’. schwächlich Adj. ‘von nicht kräftigem Körperbau, kraftlos’, mhd. swach-, swechlich ‘schlecht, gering, verachtet, kraftlos’. Schwächling m. ‘(körperlich und moralisch) kraft- und haltloser Mensch’ (Anfang 18. Jh.). Schwachkopf m. ‘dummer, einfältiger Kerl’ (um 1800). Schwachmatikus m. ‘Schwächling’ (1. Hälfte 19. Jh.), scherzhafte Latinisierung der Studentensprache (etwa nach Rheumatikus, Phlegmatikus). Schwachsinn m. ‘Mangel an Empfindung und Verstand’ (18. Jh.), dann auch ‘Unsinn, dummes Zeug’, medizinisch ‘Intelligenzmangel durch Unterentwicklung des Gehirns oder durch Gehirnschädigung’; schwachsinnig Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Jämmerling  ●  Schwächling  Hauptform · ↗Flasche  ugs. · ↗Jammerlappen  ugs. · ↗Schlappschwanz (beleidigend)  ugs. · ↗Würstchen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Feigling Held Versager charakterlos dastehen feig teuer verachten vermeintlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schwächling‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Obwohl die kleine Version 35 PS weniger hat, ist sie kein Schwächling.
Bild, 23.06.1998
Und die vielen Schwächlinge, die wir haben, sind noch nicht friedlich.
Haug, Hans-Jürgen u. Maessen, Hubert: Gegen die Militarisierung der Gesellschaft. In: Haug, Hans-Jürgen u. Maessen, Hubert (Hgg.) Kriegsdienstverweigerer - Gegen die Militarisierung der Gesellschaft, Frankfurt a. M.: Fischer 1971, S. 6
Sie wird dich für einen zaudernden Schwächling halten, zugleich für einen albernen Toren, unfähig, ihren Wert zu erkennen.
Spitteler, Carl: Imago, Jena: Diederichs 1910 [1910], S. 26
Sie dürfen alles von mir glauben, mich für einen Schwächling halten.
Dürrenmatt, Friedrich: Die Physiker, Zürich: Arche 1962, S. 35
Schwächlingen, Rekonvaleszenten und Kindern ist nichts lieber als leichtverdauliche Speisen.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 281
Zitationshilfe
„Schwächling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schwächling>, abgerufen am 24.08.2019.

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