Schund, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schund(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Schund‹ als Erstglied: ↗Schundbuch · ↗Schundfilm · ↗Schundlektüre · ↗Schundliteratur · ↗Schundprodukt · ↗Schundroman · ↗Schundschmöker · ↗Schundschwarte · ↗Schundware
eWDG, 1976

Bedeutung

abwertend
1.
umgangssprachlich minderwertiges (und unbrauchbares) Produkt, Ausschussware
Beispiele:
der reinste, billigste Schund
so schämte ich mich, in unserem alten Geschäft ... nur noch erbärmlichen Schund herumkümmeln zu sehen [St. ZweigAmok371]
2.
künstlerisch wertloses Erzeugnis
Beispiel:
im Kunstgewerbe muss dem Kitsch und Schund der Nährboden entzogen werden
Schundliteratur
Beispiel:
die Zuschauer müssen diesen Schund im Fernsehen ja nicht ansehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schund m. ‘wertloses Zeug, schlechte Ware, Ausschuß’ (18. Jh.), speziell ‘schlechte, wertlose Literatur’ (Lessing), ‘(anrüchiger) Geldgewinn’ (17. Jh.), ‘Unrat, Kot’ (16. Jh.), ablautendes Verbalnomen zu ↗schinden (s. d.), daher eigentlich ‘Abfall des Abdeckers beim Schinden’, z. B. ‘von den Häuten abgeschabtes Fleisch’, dann allgemein ‘Schmutz, Dreck, Widerwärtiges, Wertloses’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kitsch · Schund · ↗Trash · geschmackloser Gegenstand  ●  ↗Ramsch  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Flickarbeit · ↗Flickwerk · ↗Pfuscharbeit · Schund · schlechte Arbeit  ●  ↗Flickenteppich  ugs. · ↗Gestümper  ugs. · ↗Mist  ugs. · ↗Murks  ugs. · Murkserei  ugs. · ↗Pfusch  ugs. · ↗Pfuscherei  ugs. · ↗Schlamperei  ugs. · ↗Schlendrian  ugs. · ↗Schluderei  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bekämpfung Comic Dreck Kitsch Literatur Ramsch Schmutz abtun ausländisch billig gefährlich literarisch produzieren pur

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schund‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Cotton war ja gebrandmarkt als der größte Schund, aber ich fand die Geschichten spannend.
Der Tagesspiegel, 16.06.2002
Wer sich bei seiner Suche an namhafte Institutionen hält, kann es allerdings vermeiden, sofort von allzu viel Schund erschlagen zu werden.
C't, 2000, Nr. 1
Den geehrten Kundschaften könne man diesen Schund nicht anhängen, dazu habe man nicht das Herz trotz allem.
Altenberg, Peter: Mein Lebensabend, Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 6409
Durch die abgefeimte Sanktionierung der Forderung von Schund inauguriert es die totale Harmonie.
Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 152
Obszöne Dinge und gefährlicher Schund finden leider immer ihr Publikum.
Schultze-Pfaelzer, Gerhard: Propaganda, Agitation, Reklame, Berlin: Stilke 1923, S. 171
Zitationshilfe
„Schund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schund>, abgerufen am 25.06.2019.

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