Schublade, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schublade · Nominativ Plural: Schubladen
Aussprache
WorttrennungSchub-la-de
WortzerlegungSchubLade
Wortbildung mit ›Schublade‹ als Erstglied: ↗Schubladendenken · ↗schubladisieren  ·  mit ›Schublade‹ als Letztglied: ↗Geldschublade · ↗Kommodenschublade · ↗Nachttischschublade · ↗Schreibtischschublade
eWDG, 1976

Bedeutung

Synonym zu Schubfach
Beispiele:
eine große, breite Schublade
eine Schublade mit Wäsche
eine Schublade aufziehen, herausziehen
bildlich
Beispiel:
Zudem wurde immer klarer, daß er [in der Nazizeit] für die Schublade schrieb (= seine Arbeiten nicht veröffentlichte, um Repressalien zu entgehen) [Feuchtw.inDt. Erzähler2,135]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schub · Schubkarren · Schubkarre · Schublade · Nachschub · Schuber
Schub m. ‘das Schieben, Stoß, was auf einmal geschoben wird, Schiebefach, die Kraft, mit der ein durch Rückstoß bewegter Körper angetrieben wird’, Verbalabstraktum zu dem unter ↗schieben (s. d.) behandelten Verb. Mhd. schup ‘Aufschub, Fristverlängerung, das Schieben der Schuld auf einen anderen, Beweismittel, Strafe’ ist zunächst ein Ausdruck der Rechtssprache. Erst vom 16. Jh. an wird Schub (wohl als Neubildung zum Verb) in allgemeinerem Sinne verwendet und steht für ‘Stoß’ (16. Jh.; s. auch ↗Schubs), ‘was auf einmal geschoben wird, eine gewisse Menge’ (17. Jh., z. B. ein Schub Brot, Semmeln), ‘Schiebelade, -fach’ (um 1800) und (im physikalisch-technischen Bereich) ‘Kraft, mit der etw. vorwärts getrieben wird’. Schubkarren m. Schubkarre f. ‘einrädriger Karren, der geschoben wird’ (16. Jh.), Schuffkarren (15. Jh.). Schublade f. ‘Lade oder Kasten, die zum Öffnen und Schließen heraus- und hineinzuschieben sind’ (16. Jh.). Nachschub m. ‘Hinterhergeschobenes zur Ergänzung einer (Versorgungs)lücke’ (15. Jh.), vor allem im militärischen Bereich ‘Versorgung der Truppe mit Proviant, Munition und mit frischen Einheiten’. Schuber m. Gerätebezeichnung für eine Sache, die geschoben wird, ‘Riegel’, in die etw. geschoben wird, ‘Umhüllung, Futteral’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schubfach · ↗Schubkasten  ●  Schublade  Hauptform · ↗Schoss  ugs., rheinisch
Synonymgruppe
Fach · ↗Schubfach · Schublade
Synonymgruppe
(die) landläufige Vorstellung · (die) übliche Vorstellung · ↗Klischee · ↗Klischeevorstellung · ↗Schablone · Schublade · ↗Stereotyp · ↗Vorurteil
Assoziationen
Synonymgruppe
Kategorie · ↗Muster · ↗Raster · ↗Schablone · Schublade · ↗Syndrom

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beifahrersitz Kommode Nachttisch Notfallplan Notplan Schrank Schreibtisch Schublade aufbewahren aufziehen bereitliegen durchwühlen einordnen einsortieren herausziehen hervorholen hervorkramen hervorziehen holen klemmen kramen ruhen schlummern schmoren stecken unter verschwinden verstauben verstauen verwahren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schublade‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zu Hause schob ich sie unter allerlei Papier in eine Schublade.
Müller,Herta: Der König verneigt sich und tötet, München: Carl Hanser Verlag 2003, S. 56
Zu Hause legten sie es in die Schublade, als Andenken.
Die Welt, 28.09.2002
Als dann der Verlag anrief, hatte ich diese Geschichte schon fertig in der Schublade.
Der Tagesspiegel, 11.07.2002
Oben sollte in jedem Schrank eine flache Schublade für kleine Geräte sein.
Bundesverband d.dt. Standesbeamten e.V. (Hg.), Hausbuch für die deutsche Familie, Frankfurt a. M.: Verl. f. Standesamtwesen 1956, S. 378
Wer nicht in eine der beiden Schubladen paßt, fällt raus.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 185
Zitationshilfe
„Schublade“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schublade>, abgerufen am 15.07.2019.

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