Schrein, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schrein(e)s · Nominativ Plural: Schreine
Aussprache
Wortbildung mit ›Schrein‹ als Letztglied: ↗Altarschrein · ↗Thoraschrein · ↗Toraschrein · ↗Totenschrein
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben, veraltend (verzierter) kastenförmiger, schrankähnlicher Behälter für kostbare oder kultische Gegenstände
Beispiel:
die Reliquien befanden sich in einem Schrein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schrein · Schreiner · schreinern
Schrein m. ‘kastenförmiger Behälter, Lade, Schränkchen’ (zur Aufbewahrung von Kleinodien und Reliquien), ahd. scrīn(i) m. n. ‘Lade, Behälter’ (9. Jh.), mhd. mnd. schrīn m. f. n. ‘Kasten für Kleider, Geld, Kostbarkeiten, Reliquien, Sarg, Archivschrank’, mnl. scrīne, scrijn m. f. n., nl. schrijn n. m. sind wie aengl. scrīn n. ‘Kiste, Koffer, Kästchen, Heiligenschrein’, engl. shrine ‘Lade, Reliquienschrein, Heiligengrab(mal), geheiligte Stätte’ aus lat. scrīnium ‘rollenförmige Kapsel zur Aufbewahrung von Papieren, Büchern, Salben’ entlehnt. Wie ↗Kiste, ↗Sack, ↗Sarg (s. d.) gehört Schrein zu den früh aus dem Lat. aufgenommenen Wörtern. Im Nhd. (17. Jh.) wird das alte neutrale Genus, wohl in Anlehnung an Kasten und Schrank, endgültig durch das maskuline ersetzt. Im 18. Jh. ist Schrein durch Kiste, Kasten, Lade, Schrank aus der Alltagssprache weitgehend verdrängt. Schreiner m. landschaftlich (südd. und westd.) ‘Tischler’, mhd. schrīnære, schrīner. schreinern Vb. ‘tischlern’ (19. Jh., sicher älter).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kiste · ↗Lade · ↗Truhe  ●  ↗Schapp  ugs., regional · Schrein  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altar Gebein Heiliger Heiligtum Imam Mausoleum Moschee Märtyrer Opfergabe Pagode Patriarch Reliquie Sarkophag Tempel Thora-Rolle Wallfahrt aufbewahren buddhistisch geschnitzt gläsern heilig hölzern kostbar pilgern schiitisch schimmernd silbern verglast vergoldet verziert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schrein‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manche Geräte bewahrt man in einem Schrein auf, der jeden Tag zeremoniell geöffnet wird, um die erstaunlichsten Visionen zu empfangen.
Die Welt, 04.08.2000
Denn nicht jeder viereckige Kasten ist schon ein heiliger Schrein.
Süddeutsche Zeitung, 16.07.1994
Und wie aus offenen Schreinen traten die Toten unsichtbar hervor.
Jünger, Ernst: Auf den Marmorklippen, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1939], S. 31
Gleichzeitig mit den Tänzen werden an den drei Schreinen im Kaiserlichen Palast Opfer dargebracht.
Rumpf, Fritz: Zur Geschichte des Theaters in Japan. In: Glaser, Curt (Hg.), Japanisches Theater, Berlin-Lankwitz: Würfel-Verl. 1930, S. 23
Der schwere Deckel war, ihrer Hand entschlüpft, ins Schloß gefallen, und sie lag begraben in dem dunklen Schrein.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Meine Erinnerungen an Grillparzer. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1916], S. 5799
Zitationshilfe
„Schrein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schrein>, abgerufen am 20.10.2019.

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