Schrei, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schrei(e)s · Nominativ Plural: Schreie
Aussprache
Wortbildung mit ›Schrei‹ als Letztglied: ↗Angstschrei · ↗Brunftschrei · ↗Empörungsschrei · ↗Eulenschrei · ↗Freudenschrei · ↗Hahnenschrei · ↗Hilfeschrei · ↗Jubelschrei · ↗Kriegsschrei · ↗Möwenschrei · ↗Notschrei · ↗Schmerzensschrei · ↗Schreckensschrei · ↗Sehnsuchtsschrei · ↗Todesschrei · ↗Triumphschrei · ↗Urschrei · ↗Verzweiflungsschrei · ↗Vogelschrei · ↗Weheschrei · ↗Wehschrei · ↗Wutschrei · ↗Zornesschrei · ↗Zornschrei
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
von einem Menschen oder Tier ausgestoßener, unartikulierter, schriller Laut
Beispiele:
ein lauter, gellender, schriller, durchdringender, markerschütternder Schrei zerriss, durchbrach die Stille
der Schrei eines Menschen, Kindes, Tieres
die Schreie der Verletzten waren weithin hörbar
ein Schrei (aus tausend Kehlen) stieg aus dem Stadion auf
einen Schrei hören, unterdrücken, von sich geben
wir hörten die Schreie der Möwen, Wildgänse
sie stieß einen (leisen) Schrei der Überraschung, Freude, des Entsetzens, der Verzweiflung aus
mit einem Schrei brach, sank sie in die Knie
nur im Singular
übertragen ungestüme Forderung, Verlangen nach etw., jmdm.
Beispiele:
der Schrei nach guten Büchern
der Schrei nach Rache
2.
umgangssprachlich der letzte Schreidie neueste Mode
Beispiele:
das Kostüm, dieses Modell ist der letzte Schrei
Ditta mit dem Dutt, mit dem Zahlenkopf, mit der Windstoß- oder Rasierpinselfrisur ganz nach der Mode, immer nach letztem Schrei [GaiserSchlußball267]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schreien · Schrei · Schreier · Marktschreier · marktschreierisch · Geschrei · Schreihals · verschreien
schreien Vb. ‘gellende Laute von sich geben, laut rufen, weinen’. Das stark flektierende Verb ahd. scrīan (9. Jh.), mhd. schrīen, schrīn ‘rufen, schreien, jammern’, asächs. skrīan, mnd. schrī(g)en, mnl. scrīen, afries. skrīa (germ. *skreian) sowie schwach flektierendes ahd. giscreiōn (um 1000), mhd. schrīen, schrīn, mnd. schreyen, mnl. screyen, nl. schreien sind verwandt mit mnl. scrēuwen, nl. schreeuwen, nd. schrēwen ‘schreien’, südnl. schremen, aengl. *scrǣman, mengl. shreame, engl. to scream ‘schreien, kreischen’. Vergleicht man ferner (ohne anlautendes s-) anord. hreimr ‘Lärm, Getöse’, hrīna, norw. rine ‘schreien, jammern’ (von Schweinen) und zieht bret. screo ‘kreischender Meervogel’, air. scret ‘Schrei’, lett. (älter) krina ‘Sau’ heran, so läßt sich ie. *(s)krei- ansetzen als eine Erweiterung der Wurzel ie. *ker-, *kor-, *kr-, Schallnachahmung für heisere, rauhe Töne (s. ↗Harke, ↗Rabe, ↗Rachen, ↗Reiher). Schrei m. ‘einmaliger gellender, durchdringender (menschlicher) Laut’, ahd. screi (9. Jh.), mhd. schrei, schrē ‘Ruf, Schrei, Geschrei, Gerücht’. Schreier m. ‘wer schreit’, mhd. schrīære, schrīer ‘Schreier, Ausrufer, Herold’. Marktschreier m. ‘wer auf Märkten laut seine Waren anpreist, fahrender Händler’ (17. Jh.); marktschreierisch Adj. (18. Jh.). Geschrei n. ‘lautes Schreien’, ahd. giscrei (11. Jh.), mhd. geschrei(e), geschrē ‘Geschrei, Ruf’. Schreihals m. ‘Schreier, Kind, das viel weint’ (16. Jh.). verschreien Vb. ‘in schlimmen Ruf bringen, verleumden’, eigentlich (bei der Mordklage) ‘öffentlich ausrufen, bekanntmachen’, dann auch ‘Übles, Böses über jmdn. öffentlich verbreiten’, mhd. verschrīen; stark und schwach flektierende Formen stehen bis ins 18. Jh. nebeneinander.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Ausruf · ↗Ruf · Schrei  ●  Exclamatio  fachspr., lat.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Entsetzen Entzücken Eule Flüstern Gefolterte Kehle Möwe Stöhnen ausstoßen durchdringend erstickt ertönen gellen gellend hallen heiser hysterisch hören langgezogen laut lautlos letzt markerschütternd schrill spitz stumm unartikuliert verhallen verzweifelt übertönen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schrei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als sie den Tisch sieht, stößt sie Schreie des Entzückens aus.
Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 88
Kein Schrei dringt nach außen, in den apokalyptischen Idyllen des Neo Rauch herrscht Schweigen.
Die Welt, 12.11.2004
Der Mann soll das Baby aus Wut über dessen Schreien lebensgefährlich am Kopf verletzt haben.
Der Tagesspiegel, 17.10.2002
Wenn sich darauf niemand helfend naht, wird er sich das nächtliche Schreien bald abgewöhnen.
Waegner, Martin u. Thomasius, Erich: Zeugung, Entwicklung und Geburt des Menschen. In: Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg o.J. 1933 [1933], S. 437
Wenigstens uns hat das Schreien noch nie beim Essen gestört.
Rubiner, Ludwig: Die Gewaltlosen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 16532
Zitationshilfe
„Schrei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schrei>, abgerufen am 21.07.2019.

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