Schrecken, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schreckens · Nominativ Plural: Schrecken
Aussprache
WorttrennungSchre-cken
Wortbildung mit ›Schrecken‹ als Erstglied: ↗Schreckbild · ↗Schreckensbild · ↗Schreckensbotschaft · ↗Schreckensherrschaft · ↗Schreckenslaut · ↗Schreckensmeldung · ↗Schreckensnachricht · ↗Schreckensnacht · ↗Schreckenspost · ↗Schreckensregiment · ↗Schreckensruf · ↗Schreckensschrei · ↗Schreckensszenario · ↗Schreckenstat · ↗Schreckenszeit · ↗Schreckenszenario · ↗Schrecklaut · ↗schreckenerregend · ↗schreckensbleich · ↗schreckensvoll
 ·  mit ›Schrecken‹ als Letztglied: ↗Todesschrecken
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Schreck
Beispiele:
ein großer, jäher, starker, gewaltiger, panischer, grenzenloser Schrecken
ein eisiger, kalter Schrecken durchfuhr ihn
jmdn. voll(er) Schrecken ansehen
jmdm. einen Schrecken bereiten
umgangssprachlich jmdm. einen Schrecken einjagen
(Angst und) Schrecken verbreiten
jmdn. in (Angst und) Schrecken jagen, (ver)setzen
jmdn. in Schrecken halten
in blindem Schrecken davonlaufen
er kam mit dem bloßen Schrecken davon
von wildem, tödlichem Schrecken ergriffen, gepackt, gelähmt sein
der Gedanke daran hat nichts von seinem Schrecken verloren
zu meinem (großen) Schrecken musste ich feststellen, dass ...
die Sache nahm ein Ende mit Schrecken
Sein Gesicht zeigte Schrecken, Furcht und Wut [NollHolt1,75]
2.
lähmende, Entsetzen und Furcht verbreitende Wirkung von etw. und die daraus folgende, länger andauernde psychische Erschütterung
Beispiele:
die Schrecken der Nacht, des Alters, Todes
daß unsere Heimat ... vom Schrecken des Krieges verschont blieb [SeghersDie Toten6,589]
3.
nur im Singular, nur mit bestimmtem Artikel
Personifikation von 1
Beispiele:
die Cholera, Pest war der Schrecken der letzten Jahrhunderte
Die beiden Gruppenführer des Ausbildungszuges waren der Schrecken der Rekruten [NollHolt1,412]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schrecken1 · erschrecken1 · Schreck · Schrecken · schreckhaft · schrecklich · schrecken2 · erschrecken2 · abschrecken
schrecken1 Vb. ‘in Schrecken geraten’. Das ursprünglich schwach flektierende, mit j-Suffix gebildete, intransitiv gebrauchte Verb ahd. scricken ‘empor-, aufspringen, erschrecken’ (um 800), mhd. schricken ‘springen, einen Riß bekommen’, mnd. schricken ‘Hände oder Füße rasch bewegen, klatschen, springen, tanzen’, mnl. scricken ‘große Schritte machen, sich entsetzen, erschrecken’, nl. schrikken entwickelt die Bedeutung ‘in Schrecken geraten, erschrecken’ aus ‘(in plötzlicher Erregung oder Angst) empor-, aufspringen’. Vgl. auch norw. (mundartlich; aus dem Mnd.?) skrikka ‘springen’ und das ōn-Verb ahd. screckōn ‘umherspringen, aufwallen, hervorblitzen, zurückprallen’ (um 800). Die Verben lassen sich anschließen an ie. *skreg-, eine Erweiterung der unter ↗scheren ‘sich davonmachen’ (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’. Im 11. Jh. entstehen (in Anlehnung an Verben wie brechen) bei Präfixbildungen starke Konjugationsformen, vgl. ahd. irscreckan (s. unten) und ūʒscreckan ‘hervorleuchten, vorspringen’, die teilweise auf das Simplex mhd. schrecken und (seltenes) nhd. schrecken ‘auffahren, erschrecken’ übergreifen. Die alte Bedeutung ist erhalten in stark flektierendem intransitivem erschrecken1 Vb. ‘sich entsetzen, aus plötzlicher Angst zusammenfahren’, ahd. (schwach) irscrecken (um 1000), mhd. erschrecken ‘auf-, zurückspringen, auffahren, aufschrecken’. Schreck m. auch mit Endungs-n der obliquen Kasus Schrecken m. ‘plötzliches Entsetzen, plötzliche Angst’, allgemein ‘plötzliche Gemütserschütterung’, mhd. schrecke ‘Schreck’, auch ‘Hüpfer, Springer’ (s. ↗Heuschrecke). schreckhaft Adj. ‘leicht in Schrecken geratend, furchtsam’ (15. Jh.), ‘Schrecken einflößend’ (17. Jh.). schrecklich Adj. ‘entsetzlich, grauenhaft’ (15. Jh.), auch steigernd ‘sehr (viel, groß)’ (17. Jh.); vgl. mhd. schriclich ‘erschreckend’. schrecken2 Vb. ‘in Schrecken versetzen’, schwach flektierendes transitives Kausativum zu ↗schrecken, ahd. screcken ‘stürzen, aufreizen, anstacheln’ (um 1000), mhd. schrecken ‘aufspringen machen, in Schrecken setzen, erschrecken, sich erschrecken’, mnd. schrecken ‘in Schrecken versetzen’. Dazu erschrecken2 Vb. ‘jmdn. in eine plötzliche Gemütserregung, in Furcht versetzen’, mhd. erschrecken, auch ‘aufschrecken (aus dem Schlaf)’; vgl. ahd. (stark) irscreckan ‘bestürzt machen’ (11. Jh.). abschrecken Vb. ‘ängstlich, verzagt machen, von etw. abhalten’ (15. Jh.), ‘plötzlich abkühlen’ (16. Jh.), mhd. abeschrecken ‘jmdm. etw. durch eingeflößte Furcht wegnehmen’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Entsetzen · Erschrecken · Schreck · Schrecken
Oberbegriffe
Assoziationen
  • ach Gottchen!  ugs., ironisierend · ach du grüne Neune!  ugs. · ach du lieber Gott!  ugs. · ach herrje!  ugs. · au weia!  ugs. · auwei!  ugs. · oh je!  ugs. · oh jemine!  ugs., veraltet · oh weia!  ugs. · oh weiowei!  ugs.
  • Hiobsbotschaft · Horrormeldung · ↗Schreckensbotschaft · ↗Schreckensmeldung · ↗Schreckensnachricht · ↗Unglücksbotschaft · schlechte Nachricht
  • Grundgütiger  ugs. · Oh mein Gott  ugs.
Synonymgruppe
Grauen · ↗Horror · Schrecken  ●  ↗Horrortrip  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Eis Faszination Finsternis Furcht Gleichgewicht Glied Grauen Kammer Krieg Leid Nazizeit Ort Schrecken Schönheit alltäglich bannen einflößen einjagen erlebt gehörig gelind heilsam mildern namenlos panisch verbreiten verlieren versetzen Ästhetik

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schrecken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Ende mit Schrecken sei besser als ein Schrecken ohne Ende.
Die Zeit, 12.01.2012 (online)
Aus dem Rennen geworfen zu sein ist der soziale Schrecken schlechthin.
konkret, 1993
Ohne den Schrecken denkt man nicht über die richtigen Fragen nach.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 18
Sobald die goldene Last von Hand zu Hand wandert, bereitet sie einen kleinen Schrecken.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 293
Als es sieben Uhr war, erwachte er wieder mit Schrecken.
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 1063
Zitationshilfe
„Schrecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schrecken>, abgerufen am 24.10.2019.

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