Schraube, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Schraube · Nominativ Plural: Schrauben
Aussprache
WorttrennungSchrau-be (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Schraube‹ als Erstglied: ↗Schraubenbakterie · ↗Schraubenbolzen · ↗Schraubendampfer · ↗Schraubendreher · ↗Schraubenflügel · ↗Schraubengang · ↗Schraubengewinde · ↗Schraubenkopf · ↗Schraubenlehre · ↗Schraubenlinie · ↗Schraubenmutter · ↗Schraubenschlüssel · ↗Schraubenwelle · ↗Schraubenziege · ↗Schraubenzieher · ↗Schraubschlüssel · ↗Schräubchen · ↗schraubenförmig
 ·  mit ›Schraube‹ als Letztglied: ↗Daumenschraube · ↗Flügelschraube · ↗Holzschraube · ↗Hubschraube · ↗Inbusschraube · ↗Innensechskantschraube · ↗Kreuzschlitzschraube · ↗Luftschraube · ↗Mess-Schraube · ↗Messschraube · ↗Mikrometerschraube · ↗Nietschraube · ↗Preisschraube · ↗Radschraube · ↗Regulierschraube · ↗Rändelschraube · ↗Schiffsschraube · ↗Schreckschraube · ↗Sechskantschraube · ↗Spannschraube · ↗Stellschraube · ↗Steuerschraube · ↗Tragschraube · ↗Verstellschraube · ↗Zinsschraube
 ·  mit ›Schraube‹ als Grundform: ↗schraubig
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mit einem Gewinde und einem Kopf versehener Metallbolzen, der zum lösbaren Verbinden von Werkstücken dient
Beispiele:
eine Schraube mit Mutter
die Schraube sitzt fest, hält, hat sich gelockert, gelöst
eine Schraube drehen, anziehen, ausschrauben, einschrauben, lockern
an einer Schraube drehen
etw. mit Schrauben befestigen
übertragen
Beispiele:
etw. ist eine Schraube ohne Ende (= bei etw. ist kein Ende abzusehen)
salopp bei ihm ist wohl eine Schraube los, locker? (= er ist wohl nicht ganz normal?)
umgangssprachlich jmdn. in die Schraube nehmen (= jmdn. von mehreren Seiten bedrängen, unter Druck setzen)
2.
Luftschraube, Schiffsschraube
Beispiel:
die Schraube des Dampfers ließ Wasserstrudel entstehen
3.
Sport Sprung, bei dem sich der menschliche Körper um seine Längsachse dreht
Beispiel:
der Turmspringer führt eine Schraube vom Dreimeterbrett aus
4.
salopp
Beispiel:
eine alte, verdrehte Schraube (= eine alte, überspannte Frau)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schraube · schrauben · geschraubt · Schraubenmutter · Schraubstock · Schraubenzieher
Schraube f. ‘nagelähnlicher Metallstift mit Gewinde’. Herkunft nicht eindeutig gesichert. Es kann angenommen werden, daß spätmhd. (md.) schrūbe (1361), mnd. schrūve, nl. schroef (1598) entlehnt sind aus lat. scrōfa ‘Sau, Mutterschwein’, dann auch (spätlat.) ‘weibliche Scham’ und (mlat.) ‘Schraubenmutter’ bzw. aus (volksetymologisch damit verbundenem?) spätlat. scrobis (virginalis) ‘weibliche Scham’, lat. scrobis, mlat. scroba ‘Grube’. Der Bedeutungswandel dürfte sich auf dem Hintergrund eines sexuellen Bildes vollzogen haben, und zwar im Galloroman., vgl. afrz. escroe (frz. écrou) ‘Schraubenmutter’ gegenüber ital. scrofa, rumän. scroafǎ ‘Mutterschwein’. Eine parallele Bedeutungsentwicklung zeigt sich bei span. puerca ‘Sau, Schraubenmutter’ (aus lat. porca ‘Sau’) sowie bei dem Ausdruck nhd. (Schrauben)mutter (s. unten). Angesichts einer im 9. Jh. belegten Form mlat. scroba ‘Mutterschwein’ (auch ‘Grube’) ist nicht auszuschließen, daß *scrōba als die echte lat. Form und scrōfa als mundartliche Variante dazu anzusehen ist. Als Redensarten sind geläufig Schraube ohne Ende ‘eine endlose, fruchtlose Angelegenheit’ (18. Jh.), die Schraube anziehen ‘die Forderung erhöhen, Druck ausüben’ (19. Jh.), bei jmdm. ist eine Schraube locker ‘jmd. ist verrückt’ (19. Jh.). schrauben Vb. ‘mit einer Schraube befestigen, spiralenförmig (hinein)drehen’ (15. Jh.); die Forderungen (immer) höher schrauben ‘erhöhen’ (19. Jh.). geschraubt Part.adj. ‘gekünstelt, geziert im Ausdruck’ (16. Jh.), nach etw. auf Schrauben setzen (16. Jh.), stellen (18. Jh.) ‘gekünstelt ausdrücken, darstellen’. Schraubenmutter f. ‘das Gewinde einer Schraube umschließender drehbarer Teil’ (18. Jh.); vgl. älteres Mütterlein einer Schrauben (17. Jh.), so daß Schraubenmutter wohl als verdeutlichende Zusammensetzung zu geläufigerem Mutter (als sexuellem Bild, s. oben) entstanden ist. Schraubstock m. ‘Werkzeug, in dem zu bearbeitende Teile festgeschraubt werden’ (17. Jh.). Schraubenzieher m. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schraube [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
  • Befestigungselement · Befestigungsmittel
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Helix · Schraube · ↗Schraubenlinie · ↗Wendel · zylindrische Spirale
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anziehen Bolzen Doppelsalto Draht Drehen Drehung Dübel Lösen Metallplatte Nagel Niete Salto Schraube anziehen archimedisch befestigen drehen eindrehen festziehen fixieren gebläut locker lockern los nachziehen rostig verrostet weiterdrehen zurückdrehen überdrehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schraube‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem habe es sich nur um eine "Handvoll Schrauben" gehandelt.
Der Tagesspiegel, 12.08.1999
Entsprechend hat er die Schraube scharf angezogen und baut ein zentralistisches Regime auf.
Süddeutsche Zeitung, 31.05.1995
Ist, was wir wissen wollten, am oberen Ende der Schraube gefunden?
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 1, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 13
Dies ist sehr vorteilhaft, wenn es darum geht, festsitzende Schrauben zu lösen.
Bernd Käsch, Heimwerker-Handbuch: Wiesbaden: Falken-Verlag Erich Sicker 1968, S. 42
Möglicherweise handelt es sich aber auch hier um sehr flache Schrauben.
Nultsch, Wilhelm: Allgemeine Botanik, Stuttgart: Thieme 1986 [1964], S. 102
Zitationshilfe
„Schraube“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schraube>, abgerufen am 20.07.2019.

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