Scholastizismus

WorttrennungScho-las-ti-zis-mus
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
einseitige Überbewertung der Scholastik
2.
abwertend Spitzfindigkeit, Wortklauberei
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Scholastik · scholastisch · Scholastiker · Scholastizismus
Scholastik f. Bezeichnung für die mittelalterliche theologisch-philosophische Lehre, die kirchliche Dogmen und antike (aristotelische) Philosophie zu verbinden sucht. Der Ausdruck ist ein Gelehrtenwort der 2. Hälfte des 18. Jhs., gebildet aus lat. scholasticus ‘zur Schule, zum Rhetorikstudium gehörend, rhetorisch’, griech. scholastikós (σχολαστικός) ‘müßig, fleißig, gelehrt’; zu griech. scholázein (σχολάζειν) ‘sich Zeit nehmen, Zeit, Muße für etw. haben, sich einer Sache widmen, lehren’, einer Ableitung von griech. scholḗ (σχολή) ‘Rast, Muße, (gelehrte) Unterhaltung, Schule’. Mit pejorativem Sinn (vgl. bereits lat. scholasticus m. ‘Lehrer, Gelehrter’, aber auch ‘Pedant’) ‘dogmatische, engstirnige Schulweisheit, Buchstabengelehrsamkeit’ (19. Jh.). Älter als das Substantiv ist scholastisch Adj. ‘die Scholastik betreffend, nach der Methode der Scholastik’ (17. Jh.), pejorativ (seit etwa 1700) ‘schulmäßig eng, spitzfindig’; lat. scholasticus (s. oben). Scholastiker m. ‘Vertreter der Scholastik’ (Mitte 18. Jh.), auch ‘Wortkrämer’ (um 1800); zuvor Scholaster (Luther). Scholastizismus m. ‘übertriebene Anwendung und Überbewertung der scholastischen Methode, Spitzfindigkeit’ (Ende 18. Jh.).
Zitationshilfe
„Scholastizismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Scholastizismus>, abgerufen am 16.10.2019.

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