Schnorrer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchnor-rer (computergeneriert)
Wortzerlegungschnorren-er
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnorren · Schnorrer
schnorren Vb. ‘(er)betteln’, auch schnurren (18. Jh.), aus der Gaunersprache. Den Hintergrund bildet ein alter Brauch, mit der Schnurrpfeife als Bettelmusikant herumzuziehen; s. ↗schnurren, ↗Schnurre. Schnorrer m. ‘Bettler, Landstreicher, Schmarotzer’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bettler  ●  ↗Nassauer  ugs. · ↗Schmarotzer  derb · Schnorrer  ugs. · ↗Zecke  derb, stark abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Absahner · ↗Nassauer · ↗Nutznießer · Schnorrer · Vorteilsnehmer  ●  ↗Schnäppchenjäger  fig. · ↗Abstauber  ugs. · Lauschepper  ugs., ruhrdt.
Assoziationen
  • Parasit · ↗Schmarotzer
  • Mitnahmeeffekt  ●  Mitnahmementalität  ugs.
  • (jemanden) finanziell belasten · (sich von jemandem) aushalten lassen · auf jemandes Kosten leben · eine finanzielle Belastung (für jemanden) sein  ●  (jemandem) auf der Tasche liegen  ugs.
  • (ein) Gierschlund (sein)  ugs. · (etwas) ist nie genug (für jemanden)  ugs. · den Hals nicht voll (genug) kriegen (können)  ugs., fig. · immer mehr (haben) wollen  ugs. · vom Stamme Nimm sein  ugs.
  • ohne es (wirklich / eigentlich) verdient zu haben · ohne, dass es gerechtfertigt wäre · ungerechtfertigterweise · ↗unverdienterweise  ●  ↗unverdientermaßen  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

König Verschwörer arm begnadet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schnorrer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unten steht, wie man schon sehen konnte, ein nicht mehr ganz jugendlicher Schnorrer.
Süddeutsche Zeitung, 20.12.2000
Natürlich gab es auch immer ein paar Schnorrer unter ihnen.
Die Zeit, 31.03.1989, Nr. 14
Journalisten, bekam er von den Verwandten zu hören, seien doch nur Schnorrer.
Der Tagesspiegel, 03.07.2002
Walter war kein schlichter Schnorrer, Dieb oder Räuber, sondern schlechthin verrückt und viel zu schade, in einem Wettkampf mit Wolfsbastarden geopfert zu werden.
Bädekerl, Klaus: Werthers Freundin. In: Hoffmann, Raoul (Hg.) Auf Live und Tod, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1983 [1979], S. 156
Die Sekte sammelte um sich eher die Labilen und Ressentimentgeladenen, Schnorrer und Moraleiferer, Außenseiter und narzißtisch Haltbedürftigen als die lachenden Individualisten.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 1, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 316
Zitationshilfe
„Schnorrer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schnorrer>, abgerufen am 24.04.2019.

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