Schneckengang, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSchne-cken-gang (computergeneriert)
WortzerlegungSchneckeGang1
eWDG, 1976

Bedeutung

sehr langsame Gangart
Beispiel:
er ereiferte sich über den Schneckengang der vorbeiziehenden Schleppkähne [U. BecherMänner142]
übertragen
Beispiel:
Schneckengang von einer Amtsstube in die andere [MoloEin Deutscher306]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schnecke · Schnegel · Schnake2 · Schneckengang · Schneckenpost · Schneckenlinie · Schneckenrad
Schnecke f. Name eines sehr langsam kriechenden Weichtieres, von dem viele Arten mit einem Gehäuse ausgestattet sind, ahd. sneggo m. (9. Jh.), mhd. snecke, snegge m. (vgl. obd. Schneck m.), mnd. snigge, snicke f. m., mengl. snegge führen mit intensiver Doppelkonsonanz auf germ. *sneg-, snek-. Daneben stehen mit l-Suffix anord. snigill m., schwed. snigel (aus germ. *snegila-) und ablautend Schnegel m. frühnhd. snegel m., nhd. (mundartlich westmd.) Schnägel, Schnegel m., (omd.) Schniegel m., asächs. snegil m., mnd. snēgel f., aengl. snæg(e)l m., engl. snail (aus germ. *snagila-). Verwandt ist ein in ahd. snahhan ‘schleichen, gleiten’ (9. Jh.; vgl. thuruhsnahhan, 8. Jh.) erhaltenes starkes Verb germ. *snakan ‘kriechen, gleiten’, zu dem im Sinne von ‘Kriecher(in)’ Bezeichnungen für ‘Schlange, Natter’ gehören wie mnd. snāke, nhd. (landschaftlich) Schnake2 f. ‘(Ringel)natter’, aengl. snaca, engl. snake, nl. snaak, anord. (dehnstufig) snākr, schwed. snok. Auch für Schnecke muß daher eine Ausgangsbedeutung ‘der, die Kriechende’ angenommen werden. Außergerm. Verwandte finden sich (bis auf ein zweifelhaftes air. snāigech ‘kriechend’) nicht. Mit beginnendem Nhd. nimmt Schnecke feminines Genus an. Auf die langsame Fortbewegungsart der Schnecke weisen Komposita wie Schneckengang m. (18. Jh.), Schneckenpost f. (17. Jh.); an die Windungen eines Schneckenhauses knüpfen an Schneckenlinie f. (17. Jh.), Schneckenrad n. (18. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es geht den Schneckengang: etwas geht nur sehr langsam, träge vorwärts.
Röhrich, Lutz: Schneckengang, Schneckenpost, Schneckentänze, Schneckentempo. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 24312
Die Blechlawine kriecht gestern morgen nicht mal im Schneckengang voran.
Bild, 02.12.1997
Sie pflügen im Schneckengang, sie ziehen die Wagen mit drei bis fünf Stundenkilometern Geschwindigkeit.
Die Zeit, 22.11.1963, Nr. 47
Ich blieb und war wie der Kuckuck ein Zahn im Schneckengang des Weltgeschehens.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 912
Selbstverständlich verlaufen aber die Masseströmungen in den Schneckengängen nicht nur parallel zu den Gewindeflanken.
Schenkel, Gerhard: Kunststoff-Extrudertechnik, München: Hanser 1963 [1959], S. 124
Zitationshilfe
„Schneckengang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schneckengang>, abgerufen am 20.05.2019.

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