Schmutz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schmutzes · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Schmutz‹ als Erstglied: ↗Schmutzarbeit · ↗Schmutzbürste · ↗Schmutzfink · ↗Schmutzfleck · ↗Schmutzfänger · ↗Schmutzhaufen · ↗Schmutzkübel · ↗Schmutzliteratur · ↗Schmutzpartikel · ↗Schmutzschicht · ↗Schmutzspritzer · ↗Schmutzstreifen · ↗Schmutztapfen · ↗Schmutzteilchen · ↗Schmutztitel · ↗Schmutzwasser · ↗Schmutzwäsche · ↗schmutzabstoßend · ↗schmutzabweisend · ↗schmutzanfällig · ↗schmutzbespritzt · ↗schmutzunempfindlich
 ·  mit ›Schmutz‹ als Letztglied: ↗Straßenschmutz
eWDG, 1976

Bedeutung

das, was etw. verunreinigt, Dreck, Staub
Beispiele:
bei dem nassen Wetter war viel Schmutz auf der Straße, brachte man den Schmutz mit ins Haus
die Handwerker hinterließen viel Schmutz in der Wohnung
diese Arbeit macht keinen Schmutz
Schmutz unter, hinter, auf dem Schrank, unter dem Fingernagel
den Schmutz auffegen, zusammenfegen, abwaschen, abwischen, von den Schuhen kratzen, bürsten
dieses Kleidungsstück nimmt leicht Schmutz an
dieses Waschmittel holt schnell, leicht, gut den Schmutz aus der Wäsche
mit einem Fahrzeug im Schmutz steckenbleiben
das Kind lief durch den größten Schmutz, ist in den Schmutz gefallen
die Jungen haben sich mit Schmutz beworfen
er war über und über mit Schmutz bedeckt
vor Schmutz starren
diese Vögel werfen ihren Schmutz (= Kot) aus dem Nest
übertragen
Beispiel:
jmdn. mit Schmutz bewerfen (= jmdn. verleumden, beleidigen)
etw., jmdn. in, durch den Schmutz ziehen, in den Schmutz tretenetw., jmdn. verunglimpfen, schlechtmachen
Beispiele:
jmds. Liebe, Ehrlichkeit, seinen besten Freund in den Schmutz ziehen
umgangssprachlich, abwertend Kübel von, voll Schmutz über jmdn., jmdm., etw. ausgießen (= jmdn., etw. in starkem Maße unflätig beschimpfen, übel verleumden)
umgangssprachlich, abwertend jmdn. mit Kübeln von Schmutz übergießen
umgangssprachlich, abwertend Schmutz (= das Unanständige, moralisch nicht Einwandfreie) und Schund in der Literatur, in den Publikationen ausmerzen
er verwarf seine Kunst, trat sie in den Schmutz [ZechRimbaud43]
dir ist es schon ganz gleichgültig geworden, ob dein ehrlicher Name vor den Gerichten in den Schmutz gezerrt wird [FalladaTrinker58]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schmutz · schmutzen · schmutzig
Schmutz m. ‘Unrat, Kehricht, Dreck’, frühnhd. smuz ‘anhaftender Dreck, Schmiere, Fett’ (15. Jh.), in obd. Mundarten auch ‘Fett, Schmalz, Butter’, engl. smut ‘Schmutzfleck, Ruß’ ist verwandt mit nl. (älter) mot ‘feiner Regen’, mittelrhein. mot ‘Nebel’ und führt wie ↗schmuddelig und ↗Moder (s. d.) auf eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *meu-, *mū̌- ‘feucht, modrig’, auch ‘beschmutzen’. schmutzen Vb. ‘schmutzig werden’, frühnhd. smuczen, smutzen ‘beflecken, schädigen’, (md.) smotzen ‘schmutzig sein’ (15. Jh.). schmutzig Adj. ‘dreckig, unsauber’ (15. Jh.), auch schmotzig (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abfall · ↗Dreck · ↗Müll · Schmutz · ↗Unflat · ↗Unrat  ●  ↗Siff  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfall Abgas Baulärm Dreck Elend Fett Feuchtigkeit Gestank Kratzer Kübel Laub Lärm Nässe Rost Ruß Schlamm Schund Schweiß Staub Ungeziefer Unordnung Unrat Wühlen abperlen abwaschen bewerfen grob reinigen säubern wühlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schmutz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man empfindet es als unhygienisch, in der Folge in seinem eigenen Schmutz zu sitzen.
Süddeutsche Zeitung, 01.03.2004
So viel Schmutz gab es in der deutschen Politik noch nie!
Bild, 20.08.2003
Denn zehn Schuhe bringen eben fünfmal mehr Schmutz heim als zwei!
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 88
Drei bis vier Tage lang müssen Sie natürlich ziemlichen Schmutz in Kauf nehmen.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 66
Es hat keinen Sinn, in dem Schmutz dieser Filme zu wühlen.
Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 74
Zitationshilfe
„Schmutz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schmutz>, abgerufen am 22.10.2019.

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