Schmied, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schmied(e)s · Nominativ Plural: Schmiede
Aussprache
Wortbildung mit ›Schmied‹ als Letztglied: ↗Beschlagschmied · ↗Dorfschmied · ↗Goldschmied · ↗Grobschmied · ↗Hammerschmied · ↗Hufschmied · ↗Industrieschmied · ↗Kesselschmied · ↗Kunstschmied · ↗Kupferschmied · ↗Messerschmied · ↗Nagelschmied · ↗Pläneschmied · ↗Reimschmied · ↗Ränkeschmied · ↗Waffenschmied
eWDG, 1976

Bedeutung

Handwerker, der glühendes Metall, besonders Eisen, mit dem Hammer bearbeitet, formt
Beispiel:
der Schmied beschlug das Pferd (mit Hufeisen)
sprichwörtlich jeder ist seines Glückes Schmied (= jeder gestaltet sich sein Leben selbst)
Beispiel:
Ich möchte hier einschalten, daß ich von dem Satze: der Mensch ist seines Glückes Schmied, blutwenig halte [BebelAus meinem Leben57]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schmied · Schmiede · schmieden
Schmied m. ‘wer Metall (besonders Eisen) bearbeitet’, ahd. smid (8. Jh.), mhd. smit, asächs. -smið, mnd. smit, smet, mnl. smit, smet (auch ‘Zimmermann’), nl. smid, afries. smith, aengl. smiþ (auch ‘Holzbearbeiter’), engl. smith, anord. smiðr (auch ‘Holzbearbeiter, Handwerker, Künstler’), schwed. smed (germ. *smiþa-), got. (n-Stamm, germ. *smiþan-) aizasmiþa ‘Erzschmied’ ist eine gemeingerm., mit Dentalsuffix gebildete Handwerkerbezeichnung. Vergleichbar ist die Gerätebezeichnung griech. smī́lē (σμίλη) ‘Messer, Schnitzmesser, Meißel’ und vielleicht auch lit. smailùs ‘scharf, spitz(ig), zugespitzt’, so daß eine Wurzel ie. *smēi-, *sməi-, *smī̌- ‘schnitzen, mit einem scharfen Werkzeug arbeiten’ angenommen werden kann. Der vom Schmied bearbeitete Werkstoff war ursprünglich Holz, schon früh aber auch Metall, vgl. die ablautenden (also wohl alten) Bildungen ahd. smīda, gismīdi ‘Metall’, s. ↗Geschmeide. Der lange Vokal in nhd. Schmied entsteht durch Dehnung des ursprünglich kurzen Vokals in der offenen Silbe der obliquen Kasus; die Länge wird auf den Nominativ übertragen. Schmiede f. ‘Werkstatt des Schmieds’, ahd. smitta (10. Jh.), mhd. smitte, asächs. smiða, mnd. smēde, smedde, mnl. smitse (unter Einfluß von smit aus älterem smisse), nl. smidse, aengl. smiþþe, engl. smithy, anord. smiðja, schwed. smedja führen auf germ. *smiþjō ‘Schmiedewerkstatt’. Seine heutige Lautgestalt erhält Schmiede in Anlehnung an schmieden bzw. Schmied (17. Jh.). schmieden Vb. ‘Metall (erhitzen und) bearbeiten’, ahd. smidōn (8. Jh.), mhd. smiden ‘hämmern, schmieden’, asächs. smiðon, mnd. smēden, smedden, mnl. smēden, nl. smeden, aengl. smiþian, engl. to smith, got. gasmiþōn ‘(durch Schmieden) bewirken’; vgl. (ablautend) anord. smīða ‘arbeiten, herstellen (aus Holz oder Metall)’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schmied  ●  ↗Faber  veraltet
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amboß Bäcker Böttcher Drechsler Gießerei Glasbläser Glück Hephaistos Holzschnitzer Kerzenzieher Korbflechter Lackierer Ruhrberg Schlosser Schlosserei Schneider Schreiner Schuster Steinmetz Stellmacher Stukkateur Tischler Töpfer Werkstück Zimmerer Zimmerleute beschlagen gelernt hämmern rothaarig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schmied‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die DDR war ein Wald zum Spielen, gegenüber gab es einen Schmied.
Der Tagesspiegel, 19.01.2002
Allein könnte der pensionierte Schmied seinen Fang gar nicht bewältigen - letztes Jahr fing er 450 Aale, am besten Tag 40 Stück.
Bild, 15.05.2001
Er hatte etwas von einem Schmied, jedes Argument dröhnte von Kraft.
Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483
Warum bist du denn immer noch bei den Juden, du bist doch eigentlich Schmied?
Friedländer, Hugo: Der Brand der Neustettiner Synagoge vor den Schwurgerichten zu Köslin und Konitz. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 23089
Ich kenne die Ursache der roten Haare, da die Mutter des rothaarigen Schmiedes mir alles gebeichtet hat.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 227
Zitationshilfe
„Schmied“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schmied>, abgerufen am 22.09.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
schmicken
Schmicke
Schmetterschlag
schmettern
Schmetterlingsstil
schmiedbar
Schmiede
Schmiedearbeit
Schmiedebalg
Schmiedeberuf