Schmähschrift, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
WorttrennungSchmäh-schrift
WortzerlegungschmähenSchrift
eWDG, 1976

Bedeutung

Schrift, in der jmd., etw. geschmäht wird, Pamphlet
Beispiel:
eine gehässige, schnöde, freche Schmähschrift
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmähen · verschmähen · schmählich · Schmähschrift
schmähen Vb. ‘(mit Worten) verächtlich machen, beschimpfen, beleidigen’, ahd. smāhen (10. Jh., in der Fügung gismāhit werdan ‘im Wert gemindert, wertlos werden’, vorher bismāhen, 9. Jh.; vgl. auch bismāhēn ‘schmutzig, gering sein’, 8. Jh., irsmāhēn ‘wertlos werden’, 9. Jh.), mhd. smæhen, smāhen, smæen, smān ‘geringschätzig behandeln, verächtlich machen, verachten, beschimpfen, entehren’, anord. smā ‘höhnen, spotten’ (germ. *smāhōn, *smēhijan) ist als Faktitivum abgeleitet vom Adjektiv ahd. smāhi, auch smāh (9. Jh.), mhd. smæhe ‘klein, gering, verächtlich’ (s. ↗Schmach) und bedeutet daher eigentlich ‘klein, gering machen’; vgl. auch das verwandte Verb anord. smā ‘höhnen, spotten’. verschmähen Vb. ‘geringschätzig, verächtlich zurückweisen’, auch ‘ärgern’, ahd. firsmāhen ‘gering achten’ (um 1000), mhd. versmāhen, versmæhen ‘in entehrender Weise geringschätzen, schmählich behandeln, verstoßen, verachten’. schmählich Adj. ‘beschimpfend, verächtlich’, ahd. smāhlīh ‘klein, gering an Wert, schändlich, verächtlich’ (9. Jh.), mhd. smæhelich, smæhlich. Im 18. Jh. auch abgeschwächt ‘ärgerlich, garstig’ oder ‘sehr groß, arg’ (schmählich groß, schmähliche Hitze). Schmähschrift f. ‘Schrift beschimpfenden, beleidigenden Inhalts’ (15. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Schmähschrift · ↗Spottschrift · ↗Streitschrift  ●  ↗Pamphlet  geh., franz., engl. · ↗Pasquill  geh., ital. · ↗Traktat  geh., lat.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Verfasser anonym antisemitisch verfassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schmähschrift‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei handele es sich in erster Linie um anonyme Schmähschriften.
Die Welt, 22.02.2005
Schmähschriften anderer Maler, die sich übergangen fühlten, kursierten, Lichtwark erlebte eine harte Zeit.
Die Zeit, 29.12.2008, Nr. 52
Im vergangenen Jahr waren an der Friedhofsmauer antisemitische Schmähschriften angebracht worden, die daraufhin von Journalisten der Stadt übermalt wurden.
Süddeutsche Zeitung, 09.05.2001
Ihre Erfahrungen mit anderen Müttern waren so, daß daraus nur ein Klagelied oder eine Schmähschrift hervorgehen konnten.
konkret, 1993
Die Angriffspropaganda gegen Schneider und die von Max Franz geförderte Aufklärungsströmung in Bonn wurde gekrönt durch die Schmähschrift des Exjesuiten Schönenbusch »Der bellende Hirtenhund«.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1939, S. 892
Zitationshilfe
„Schmähschrift“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schmähschrift>, abgerufen am 19.10.2019.

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