Schlitz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Schlitzes · Nominativ Plural: Schlitze
Aussprache
Wortbildung mit ›Schlitz‹ als Erstglied: ↗Schlitzauge · ↗Schlitzmode · ↗Schlitzohr · ↗Schlitzrock · ↗Schlitztrommel · ↗Schlitzverschluss · ↗Schlitzöffnung · ↗schlitzförmig · ↗schlitzäugig
 ·  mit ›Schlitz‹ als Letztglied: ↗Briefkastenschlitz · ↗Briefschlitz · ↗Fensterschlitz · ↗Hosenschlitz · ↗Lidschlitz · ↗Luftschlitz · ↗Rockschlitz · ↗Rückenschlitz · ↗Sehschlitz · ↗Seitenschlitz · ↗Türschlitz
 ·  mit ›Schlitz‹ als Binnenglied: ↗Kreuzschlitzschraube · ↗Kreuzschlitzschraubendreher · ↗Kreuzschlitzschraubenzieher
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
längliche, schmale Öffnung, die in etw. eingeschnitten o. ä. ist oder durch Verschieben von Teilen vorübergehend hergestellt werden kann
2.
umgangssprachlich Hosenschlitz
3.
offener, schmaler, länglicher Einschnitt in einem Kleidungsstück
4.
vulgär Vagina
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlitz · schlitzen · schlitzäugig · Schlitzohr · schlitzohrig
Schlitz m. ‘Riß, Spalt’, ahd. gisliz ‘Zwiespalt, Riß’ (um 800; vgl. auch ahd. sliz ‘Zerstörung’, um 1000, das jedoch wohl als Rückbildung aus dem Verb, s. unten, aufzufassen ist), mhd. sliz, slitz ‘Schlitz, Spalte, Zerreißung, Ende, Untergang, Tod’ steht mit expressiver Konsonantenverschärfung neben aengl. geslit ‘das Bersten’, engl. slit ‘Schlitz, Spalt’, anord. slit ‘Riß, Bruch’, die sich wie unter ↗verschleißen (s. d.) behandeltes schleißen als Auslautvarianten auf ie. *skleid-, eine erweiterte Form der unter ↗Schale, ↗Schale (s. d.) genannten Wurzel ie. *(s)kel- ‘schneiden’, zurückführen lassen. schlitzen Vb. ‘der Länge nach aufreißen, mit einem Schlitz versehen’, ahd. slizzen (Hs. 12. Jh.), mhd. slitzen, Intensivbildung zu (ver)schleißen. schlitzäugig Adj. ‘mit schmalen, spaltförmigen Augen’ (um 1800). Schlitzohr n. ‘Betrüger, Gauner’ (19. Jh.). Betrügern das Ohr abzuschneiden, ist eine alte Rechtshandlung. Eine Strafminderung in Gestalt des Ohrschlitzens ist nicht bekannt. Auch eine Beziehung zum Brauch der Zimmerleute, einem der ihren, der gegen die Zunftehre verstieß, den als Zunftzeichen links getragenen Ohrring auszureißen, läßt sich nicht belegen. Daher eher ein bildlicher Ausdruck mit affektischer Lautverschärfung für einen gerissenen, teufelsähnlich mit gespaltenen Bocksfüßen und gespaltenen Ohren vorgestellten Gauner. schlitzohrig Adj. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fuge · ↗Ritze · Schlitz · ↗Spalt · ↗Spalte
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Augen Automat Briefkasten Chipkarte Dekolleté Geldautomat Groschen Kleid Magnetkarte Markstück Münze Rock Spalte Telefonkarte Tragfläche Wahlurne gewagt handbreit herausschauen horizontal lugen länglich schmal seitlich senkrecht verengen vertikal zusammenkneifen zusammenziehen zwängen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Schlitz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf Fotos hat er meist die Augen zu schmalen Schlitzen zusammengekniffen.
Die Welt, 28.12.2004
Vor einer Kapelle steht ein hölzerner Kasten mit einem Schlitz.
Süddeutsche Zeitung, 25.01.2000
Man sieht es von außen im Schlitz verschwinden, aber es kommt innen nicht an.
o. A.: Ein, zwei, drei Spiegel. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1999 [1998]
Bringe am Rand die Schlitze an und befestige den Ring.
Frost, Margarete: Aus bunten Fäden, Leipzig: Verl. für die Frau 1986, S. 37
Immerhin hatten beide einige Schlitze und Löcher in ihren weitbauschigen Ärmeln.
Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 189
Zitationshilfe
„Schlitz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/Schlitz>, abgerufen am 18.06.2019.

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